Wenn die Worte sprudeln

zwei Frauen führen ein Experiment durch
Man lernt nie aus - Lehrerinnen und Lehrer bekommen Anregungen für einen spannenden Unterricht.
Quelle: Miriam Dzah

Bei einem Workshop der Kontaktstelle Schule-Hochschule drücken Lehrende die Schulbank. Mithilfe von einfachen Experimenten sollen sie hier tun, was im Schulunterricht meist stört: ordentlich quatschen. (Text und Bild: Miriam Dzah)

Umringt von putzigen Perlchen tanzen Rosinen durch das Reagenzglas - Assoziationen wie diese sprudeln nur so aus Grundschullehrern und -lehrerinnen heraus, während sie im Klassenraum vor Reagenzgläsern sitzen und sich über ihre Beobachtungen austauschen.

Genau dieser Austausch ist das Ziel des Workshops der Hochschule Bremerhaven "Es sprudelt nur so aus uns heraus", der im Rahmen der Grundschultage 2014 in der Amerikanischen Schule Bremerhaven stattfindet. Stefanie Uhe und Urthe Gebauer, Mitarbeiterinnen der Kontaktstelle Schule-Hochschule an der Hochschule Bremerhaven, vermitteln acht Bremerhavener Lehrerinnen und Lehrern, wie sie mithilfe einfacher Experimente zum Thema Sprudelgas die Sprachentwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler fördern können.

Im gemeinsamen Gespräch stellen die Teilnehmenden Hypothesen auf, beobachten, sammeln Ergebnisse, vergleichen und diskutieren diese. Die bei den Lehrerinnen und Lehrern auftretende Wirkung zeigt sich noch deutlicher bei Grundschülern. "Beim Experimentieren packt die Kinder die Neugierde. Sie fassen ihre Beobachtungen in Worte und lernen dabei neue Ausdrücke. Die sonst Stillen fangen an, sich anderen mitzuteilen", berichtet Stefanie Uhe begeistert. Auch bei Urthe Gebauer selbst hat das Experiment funktioniert und ihre sprachliche Kreativität angeregt: "Bei mir heißen Pfeifenputzer Puscheldraht".

"Das hätte ich nicht gedacht", sagt Lehrer Henning Gahrmann als ein Gummiband aufrecht im Glas steht. Nicht immer ist vorhersehbar, ob die verschiedenen Objekte wie Strohhalme, Murmeln oder Vitamintabletten im Wasser reagieren. Umso lebhafter ist die anschließende Diskussion über die Ereignisse.

In dem rund sechs Stunden dauernden Workshop testen die Erwachsenen außerdem, wie sich der Einsatz von Hefe, Backpulver, Natron und Zitronensäure als Treibmittel beim Backen von Pfannkuchen auswirkt. In weiteren Experimenten entstehen beim Mischen verschiedener Stoffe wie Natron, Essig oder Backpulver schäumende Vulkane oder sich selbst aufblasende Luftballons.

Die Lehrerinnen und Lehrer freuen sich über die gewonnenen Erkenntnisse und die Abwechslung, die sie selbst in den Unterricht einbringen können: "Die Experimente kann ich sehr gut mit meinen Schülern umsetzen", so Sylvia Henkel, Teilnehmerin des Workshops. Viele der Lehrerinnen und Lehrer haben bereits einen Besuch mit ihren Klassen im Schullabor der Hochschule Bremerhaven angekündigt.