Kinder-Unis 2011

Wie der Fisch zum Stäbchen wird

Kinder während der Kinder-Uni
Wie werden Fischstäbchen hergestellt? - bei der Kinder-Uni testeten Kinder selbst
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Sie sind goldbraun gebacken, circa zehn Zentimeter lang und ein Favorit auf Kindertellern: Fischstäbchen. Jetzt wurden die Leckereien zur Hauptattraktion im Hörsaal. Bei der Kinder-Uni der Hochschule Bremerhaven zeigte Dr. Florian Baumann, QA Manager bei Frozen Fish International GmbH, den Acht- bis Zwölfjährigen „wie der Fisch zum Stäbchen wird“- verzehrfertiges „Anschauungsmaterial“ inklusive.

Bei solch einer Frage liegt es nahe, dass die jungen Forscherinnen und Forscher dem Geheimnis am besten selbst mit allen Sinnen auf die Spur kommen. Zu diesem Zweck hatte der Referent alle Zutaten mitgebracht, die aus einem Fisch ein richtiges Fischstäbchen machen. Was Verbraucher zu Hause nämlich nicht zu Gesicht bekommen, breitete der Referent vor den staunenden Kinderaugen aus: nackte Stäbchen sowie Panade und Semmelbrösel seperat. Mit flinken Fingern vollendeten die Nachwuchsforscher das Werk aus den Filetstangen – matschige Hände durften dabei nicht fehlen.

So war die „Arbeit“ diesmal mit der Eigenproduktion noch lange nicht vollendet. „Welcher Fisch steckt im Stäbchen? Wo wird er gefangen und wie viele Fische müssen ins Netz gehen, damit die Fließbänder niemals still stehen?“ – diesen Fragen ging der QA Manager mit den Kindern gemeinsam auf den Grund. Dabei durfte das ein oder andere verzehrfertige Exemplar seinen Weg in die hungrigen Bäuche finden.

Naschen im Zeichen der Wissenschaft

Marlon Schendel bei der Kinder-Uni
Marlon Schendel bei der Kinder-Uni
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Marlon Schendel hält sich mit Zeigefinger und Daumen die Nase zu. Dann nimmt er ein kleines Stück Erdnuss in den Mund. Er staunt nicht schlecht, macht große Augen. „Ich schmecke nur Salz“, ruft er erstaunt. Dann lässt er seine Nase los und atmet tief ein. „Und jetzt schmecke ich die Erdnuss“, ruft der Neunjährige. Denn erst die Nase bringt den Geschmack zur Geltung. „Hmm, schmeckt das?“ war das Thema der Kinder-Uni an der Hochschule Bremerhaven. Sensorik-Forscherin Kirsten Buchecker erklärte Acht- bis Zwölfjährigen in einem der Hörsäle, wie Geschmack entsteht.

Wissenschaft erleben, darum geht es bei der Kinder-Uni. Deshalb brachte die Wissenschaftlerin Kostproben mit. Gummibärchen, Joghurts und Schokolade gab es für die Kinder zu Probieren. Alles im Sinne der Wissenschaft, versteht sich.

„Für alle Notlagen auf See gewappnet“

Gero Klemke und Urthe Gebauer zeigen bei der Kinder-Uni, wie ein Rettungsring funktioniert
Gero Klemke und Urthe Gebauer zeigen bei der Kinder-Uni, wie ein Rettungsring funktioniert
Quelle: Hochschule Bremerhaven

 „Stellt euch vor, ich bin euer Schiff“, appellierte Stefanie Schmidt an die Fantasie der Acht- bis Zwölfjährigen. „Und jetzt gebt ihr mir einfach alles, was ihr zum Überleben auf dem Meer braucht und ich nehme es mit an „Bord.“ Bei der Kinder-Uni der Hochschule Bremerhaven hatten Gero Klemke, Museumspädagoge des Deutschen Schiffahrtsmuseums und erfahrener Seemann, und seine Assistentin den Hörsaal kurzerhand in einen Übungsraum für „Seenotrettung und Seenotrettungsmittel“ verwandelt. Ob Rettungsreifen, Seekarte, Signalflaggen, Feuerlöscher, Kompass oder Paddel - den Referenten fast kein Gegenstand zu schwer, um den neugierigen Nachwuchsforscherinnen und -forschern die wichtigsten Gegenstände live zu zeigen.

Lebensgefahr bestand im Hörsaal der Hochschule natürlich nicht, doch selbst für meterhohe Wellen in einem tosenden Sturm bei Windstärke 7 wäre Gero Klemke gewappnet gewesen. So tummelten sich die Kinder sofort um die Kiste, aus der die vielen Mitbringsel nach und nach ihren Weg in die vielen Hände zum Fantasieschiff fanden. Begeistert von dem anschaulichen Vortrag des Museumspädagogen waren die Kinder anschließend mit dem Know-how für den Ernstfall auf hoher See gerüstet.

Der Mensch und das Klima

Referent der Kinder-Uni
Kinder-Uni rund ums Thema Klima
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Prof. Dr. Boris Koch, Professor der Hochschule Bremerhaven und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, beantwortete bei der Kinder-Uni Fragen wie „Können sich Korallen auflösen? Was hat unser Auto mit der Meeresströmung zu tun? Und wie schnell schmelzen Gletscher und das Meereis und was bedeutet das für Tiere und Pflanzen in der Arktis, Antarktis und in anderen Teilen der Ozeane?“ Der Referent verdeutlichte den Kindern eindrucksvoll „Wie der Mensch das Klima ändert und wie sich die Forschung mit diesem Thema auseinandersetzt.

Gefährliche Wildtiere

Referentin zeigt den Kindern eine Tierschädel
Große Kinderaugen beim Anblick dieses Tierschädels
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Die Direktorin und Geschäftsführerin des Zoo am Meer, Dr. Heike Kück, stellte den Nachwuchsforscherinnen und -forschern bei der Kinder-Uni die Frage „Zootiere: Kuscheltiere oder gefährliche Wildtiere?“ Viele Besucherinnen und Besucher des Zoo am Meer denken, die Zootiere seien im Zoo geboren und daher an Menschen gewöhnt. Die Referentin klärte die Kinder auf, dass dies nicht die Regel sei und beantwortete außerdem noch Fragen wie: Kuscheln Tierpflegerinnen und -pfleger mit den Schimpansen?