Kinder-Unis 2013

Das Erbgut der Tomate sichtbar machen

Zwei kleine Forscher mit einem Reagenzglas
Die DNS im Reagenzglas: wolkig weiße Fäden sind das Ergebnis des Experiments.
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Lego, Tomaten und das Erbgut des Menschen – was diese drei Dinge miteinander verbindet, lernten die neugierigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Kinder-Uni an der Hochschule Bremerhaven.

Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin sind die 4 Bausteine der DNS. Die Reihenfolge und Anordnung dieser Bausteine bestimmen, wie ein Mensch aussieht: Haarfarbe, Augenfarbe und vieles mehr, verdeutlichte Christina Cordes den Kindern. Somit ist die DNS dem Lego ähnlich: Jeder Mensch hat die gleichen Bausteine, aber es kommt darauf an, wie diese miteinander kombiniert sind. „Aber man verändert sich ja auch, wenn man groß wird. Meine Oma hat zum Beispiel eine krisselige Haut – kommt das von der DNA?“, fragte ein kleiner Forscher. Natürlich hatte die Bioanalytikerin eine Antwort auf diese Frage: „Die DNA deiner Oma ist immer noch dieselbe. Aber die Mechanismen verändern sich und die Zellen arbeiten langsamer. Deshalb sieht die Haut deiner Oma so aus.“

Nach den theoretischen Grundlagen durften die Sechs- bis Zwölfjährigen dann selber aktiv werden und das Erbgut aus einer Tomate herauslösen und vor allem sichtbar machen. Dafür wurden zunächst Tomaten zerkleinert und in ein Reagenzglas gegeben. Hinzu kamen wenige Tropfen Spülmittel. Anschließend wurde das Glas kräftig geschüttelt. Nun fehlte nur etwas Kochsalz, Ethanol und einige Male Schütteln und Schwenken des Glases. Nach diesem Vorgehen waren weiße, wolkige Fäden in den Reagenzgläsern zu sehen. „Das ist die DNS der Tomate“, erklärte Christina Cordes.

Stürmische Zeiten: Überleben auf hoher See

Kinder probieren verschiedene Speisen
Mutig probierten die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kinder-Uni die Speisen eines Seemans von früher.
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Wie überlebt man mehrere Wochen auf hoher See, ohne dabei zu verhungern? Und was musste der Magen eines Seemanns von damals alles ertragen? Antworten auf diese Fragen gab Gero Klemke bei der Kinder-Uni an der Hochschule Bremerhaven.

Der Museumspädagoge des Deutschen Schiffahrtsmuseums machte mit den Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern eine Reise hin zu den Seefahrern von damals und erklärte, warum so viele von ihnen an Bord starben. Denn Unterernährung, Krankheiten und Tod waren die ständigen Begleiter auf den Piraten- und Handelsschiffen. Und was ein echter Seemann von einst so auf dem Teller hatte, konnten die neugierigen Forscherinnen und Forscher an der Hochschule am Meer gleich selbst einmal probieren.

Lila Kartoffeln? Tolle Knolle im Fokus

Die Kinder schauen durch ein Mikroskop
Die Nachwuchsforscherinnen und -forscher untersuchen die Stärkekörner einer Kartoffel
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Lila, rote und rosa Kartoffeln – die Nachwuchsforscherinnen und -forscher staunten nicht schlecht, als sie dem Vortrag von Prof. Dr. Hauke Hilz gespannt lauschten. Der Professor für Lebensmittelchemie der Hochschule Bremerhaven zeigte den Sechs- bis Zwölfjährigen ungewöhnliche Exemplare des sonst eher gelben Nahrungsmittels. Unter dem Titel „Eine tolle Knolle – die Kartoffel“ stand die Kinder-Uni diesmal.

Woher kommt die Kartoffel eigentlich? Warum verträgt sie kein Sonnenlicht? Was darf man von der Knolle essen? - Diesen und vielen anderen Fragen gingen die neugierigen Forscherinnen und Forscher auf den Grund. Prof. Hilz erklärte dabei, wie die Kartoffel überhaupt nach Deutschland kam und wie der „Alte Fritz“ die Knolle dem damaligen Volk schmackhaft machte. Besonderes bestaunt wurde die lila Kartoffel.

Doch nichts ist schöner, als selbst zum Entdeckenden zu werden. Deshalb warteten alle gespannt, bis sie selbst einzelne Stärkekörner der Kartoffel unter einem Mikroskop begutachten und ein Stückchen Kartoffel mit Iod einfärben durften. Mit vollem Elan und einer ruhigen Hand widmeten sich die Kinder ihrer Aufgabe um ein bestmögliches Forschungsergebnis zu erzielen.

Warum brauchen wir eigentlich Geld?

Kinder in einem Vorlesungsraum
Warum brauchen wir eigentlich Geld? - Diese und viele weitere Fragen wurden bei der Kinder-Uni geklärt.
Quelle: Hochschule Bremerhavem

Mäuse, Kohle und Moneten - für das liebe Geld gibt es viele Ausdrücke. Aber wäre ein Zusammenleben auch ohne Geld möglich? Prof. Dr. Gerhard Feldmeier klärte diese und viele weitere Fragen, zusammen mit den Nachwuchsforscherinnen und -forschern, bei der Kinder-Uni an der Hochschule Bremerhaven.

Der Professor im Studiengang Betriebswirtschaftslehre und Konrektor für Internationalisierung nahm die Acht- bis Zwölfjährigen mit auf eine Zeitreise zu den ersten Geldmünzen bis hin zu den heutigen Geldscheinen. Außerdem wurde das Geheimnis um das unsichtbare Geld gelüftet und er klärte auf, ob die Menschen schon immer Geld gehandelt haben.

Flugzeugfans durften Staunen

Kinder mit einem Flugzeugbauteil
Was ist das? - fragten sich die kleinen Forscherinnen und Forscher bei der Kinder-Uni
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Diese Niete soll den Airbus A380 zusammenhalten? Die Nachwuchsforscherinnen und -forscher staunten nicht schlecht, als zwei Ingenieurinnen von Premium AEROTEC GmbH, Nordenham, die kleinen Bauteile für den Flieger gezeigt und herumgegeben haben. Damit leiteten Franzisca Heidke und Ann-Christin Bäkermann die Kinder-Uni der Hochschule Bremerhaven ein. Thema der einstündigen Veranstaltung war die Fliegerei.

Dabei ging es nicht nur um den Supervogel, der in Teilen auch in Deutschland gefertigt wird und inzwischen die Welt umkreist, sondern um die Geschichte des Fliegens generell und die Frage, warum Flugzeuge überhaupt in der Luft bleiben.

Anhand der Maße des A 380 machten die Referentinnen von Premium AEROTEC GmbH bildlich die Unterschiede zwischen den Flugpionieren und den heutigen Top-Maschinen deutlich: 15.000 Kilometer Reichweite, knapp ein Fußballfeld groß, vier Triebwerke und so hoch wie fünf Giraffen übereinander hat das Topmodell von Airbus. Sein Gewicht ist so groß wie das von 55 Elefanten. Bei den Ausführungen unterbrachen die acht- bis zwölf- Jährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die beiden Ingenieurinnen immer wieder mit ihren Fragen und staunten bei den Antworten nicht schlecht.

Reisen in ferne Länder

Kinder haben einem Beamer-Bild
Auch die spannenste Kinder-Uni hat leider ein Ende
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Tourismus in fernen Naturlandschaften – ist das eigentlich gut oder doch schädlich für die Regionen? Diese Frage stellte Frank Sinning bei der Kinder-Uni der Hochschule Bremerhaven. Als Diplom-Biologe und Diplom-Stadtplanungsingenieur hat er selbst viele geschützte Regionen bereist und sich unter anderem mit der Frage beschäftigt: Verbessern sich die Schutzmöglichkeiten der ostafrikanischen Steppen oder der südamerikanischen Regenwälder, wenn Besucher diese bereisen oder werden Löwe, Jaguar, Affe, Antilope und Co. nur unnötig gestört? Antworten auf diese Fragen und viele weitere Fragen bekamen die interessierten Nachwuchsforscherinnen und -forscher zwischen acht und zwölf Jahren bei der Kinder-Uni der Hochschule Bremerhaven.

„Wie machen Bienen Honig?“

Referent mit einer Bienenwabe in der Hand
Heiko Mües zeigte den Kindern eine echte Bienenwabe
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Honig machen die Bienen! – Ja, aber wie? Bei der Kinder-Uni der Hochschule Bremerhaven konnten interessierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaflter unter anderem dieser Frage einmal genau nachgehen. Antje und Heiko Mües zeigten dabei, was ein Imker alles zu tun hat, bis der Honig im Glas ist und warum Honig eigentlich so gesund ist. Die Technische Angestellte der Hochschule Bremerhaven und der Imker (Imkerverein Bremen-Blumenthal) rückten bei der Kinder-Uni die nützlichen gelb-schwarzen Insekten in den Mittelpunkt und erforschen gemeinsam mit den Acht- bis Zwölfjährige dann das goldene klebrige Nahrungsmittel.