Wissenschaftliches Arbeiten

Frühstudium Erfahrungsbericht von Simon Baumann

Wissenschaftlich korrekt arbeiten. Das ist wohl eines der entscheidendsten Fähigkeiten im Studium. Und auch schon in der Schule, insbesondere im Abitur. Wie zitiere ich richtig? Wie gebe ich Quellen korrekt an? Wie strukturiere ich eine wissenschaftliche Arbeit? All das sind Fragen, die im Studium elementar wichtig werden. Deswegen ist das Modul “Wissenschaftliches Arbeiten” auch Teil vieler Studiengänge, auch wenn diese sich eigentlich gar nicht so sehr mit der Wissenschaft im herkömmlichen Sinne befassen.

Als ich von der Möglichkeit, an einem Frühstudium teilzunehmen, erfahren hatte, war ich sehr interessiert, und sah darin eine Möglichkeit ein wenig “Uni-Luft” zu schnuppern und das Lernklima an einer Hochschule kennenzulernen. Daraufhin nahm ich an der Informationsveranstaltung am Lloyd-Gymnasium teil und lernte dabei, dass es ein Modul namens “Wissenschaftliches Arbeiten” gibt, was mich sehr reizte, da das etwas ist, das man sowohl im Abitur als auch im Studium sehr gut brauchen kann.
Trotz meiner anfänglichen Bedenken, ob ein Frühstudium neben der Schule nicht doch zu viel Stress wäre und ob es den Aufwand denn wirklich wert ist, entschied mich dennoch, mich für das Frühstudium an der Hochschule Bremerhaven zu bewerben und wurde, nachdem meine Bewerbung und das Empfehlungsschreiben meines Tutors eingereicht waren, auch angenommen.
Wie gesagt bewarb ich mich im WS 2016/17 für das Modul “Wissenschaftliches Arbeiten” des Studiengangs “Digitale Medienproduktion”, der durchschnittlich etwas weniger Studienplätze vergibt als andere, weiter verbreitete Studiengänge wie zum Beispiel BWL. So fanden die Lehrveranstaltungen in einer etwa schulklassen-großen Runde und auch nicht in einem großen Hörsaal, sondern in einer Art Klassenzimmer statt. Dennoch war die Lernatmosphäre eine ganz andere. Man merkte sofort, dass die Leute interessiert und viel fokussierter waren, aber gleichzeitig war es auch viel lockerer. Die Studenten waren sehr
offen und immer interessiert an Neuzugängen.
Nach einigen Veranstaltungen waren wir dann fertig mit den Zitier- und Formregeln und sollten Gruppen bilden, um unsere erste eigene wissenschaftliche Arbeit zu schreiben, in der wir dann als Gruppe unsere Fähigkeiten zeigen sollten. Unsere Dozentin gab uns einige Themenvorschläge, jedoch konnten wir auch unsere eigenen Themen auswählen. Die finale Themenauswahl reichte von “70er Jahre Punk” über “Goethes Farbenlehre” bis zu “Shitstorms”.
Das Schreiben der Texte war natürlich ein wenig Arbeit, aber es war dennoch eine Erfahrung und da diese Hausarbeit als Leistungsnachweis für das gesamte Semester gilt, auch eine Bewertung und nach erfolgreichem Bestehen ein Schein, der von der Hochschule Bremerhaven in einem späteren Vollzeitstudium akzeptiert wird.

Letztendlich bin ich wirklich froh, dass ich meine Bedenken über Bord geworfen habe und einfach mal in die Hochschule reingeschnuppert habe. Es war eine sehr interessante Erfahrung und ich empfehle wirklich jedem, der ein wenig Interesse hat, sich für das Frühstudium zu bewerben, und einfach mal auszuprobieren, ob man Spaß daran hat. Ich werde mich auf jeden Fall im nächsten Semester wieder bewerben und einfach mal einen anderen Studiengang austesten.