Auf Forschungsexpedition mit einem AWI - Forschungsschiff

Wahlpflichtmodul Marine Umweltstudien im Bachelorstudiengang Biotechnologie der Marinen Ressourcen/ Masterstudiengang Biotechnologie

Eine Forschungsexpedition auf einem echten Forschungsschiff des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Ein besonderes Erlebnis für Studierende des Bachelorstudiengangs Biotechnologie der Marinen Ressourcen und des Masterstudiengangs Biotechnologie im Wahlpflichtmodul Marine Umweltstudien.

Das Wahlpflichtmodul Marine Umweltstudien findet im Bereich Marine Bioressourcen statt. Dabei erlernen Studierende verschiedene Messmethoden wie z.B. die Untersuchung der Wassersäule, die Beprobung des Meeresbodens, das Sammeln marinen Planktons mit verschiedenen Netzen sowie Techniken zur Fischerei und Fischereiforschung und wenden diese praktisch an.

Für dieses Modul hat sich auch Rike Düffert, Studentin des Bachelorstudiengangs Biotechnologie der Marinen Ressourcen im fünften Semester entschieden. Hier berichtet sie von der Forschungsexpedition im Oktober:

Forschungsexpedition Wahlpflichtmodul Marine Umweltstudien

Das von Prof. Dr. Bela H. Buck geleitete Modul Marine Umweltstudien beinhaltet eine Seereise in die Deutsche Bucht mit dem Forschungsschiff FS Heincke (AWI) über einen Zeitraum von drei Tagen. Neben der eigentlichen seegängigen Expedition erlernen die mitfahrenden Studierenden auch die Vor- und Nachbereitung zum Be- und Entladen des Schiffes. Ziel der Ausfahrt ist es, den Studierenden Grundkenntnis über den Umgang mit lebenden Proben zu vermitteln und Labortechniken praktisch im Schiffslabor bis hin zur Datenauswertung anzuwenden und zu erlernen.

Die dazugehörige Vorlesung zur Vorbereitung fand während der Quarantänezeit online statt. Die diesjährige Fahrt war vom 26.10. bis 28.10.2020 (vorherige fünftägige häusliche Quarantäne nebst Corona-Testungen) geplant, verkürzte sich jedoch leider wegen schlechten Wetters auf nur zwei Tage.

Am ersten Tag fand die Überfahrt von Bremerhaven nach Helgoland mit sechs Studierenden, drei Betreuenden und dem Fahrtleiter Prof. Dr. Buck statt. Auf dem Weg ins offene Meer wurden verschiedene Stationen beprobt. Untersucht wurden entlang der Fahrtstrecke die Zusammensetzung und Zonierung benthischer Flora und Fauna sowie die des Sediments, vertikales Planktonvorkommen im pelagischen Milieu, sowie die Kollektion maßgebender Parameter (Temperatur, Salzgehalt, etc.) mittels CTD-Messungen. Die CTD- Sonde misst verschiedene Parameter in der Wassersäule, die später wichtige Informationen über das untersuchte Gebiet liefern. Außerdem wurde an jeder Station die Sichttiefe des Wassers mit Hilfe der Secchi-Disc gemessen. Alle Mitfahrer schliefen an Bord des Forschungsschiffs, wobei die erste Nacht schaukelnd im Helgoländer Hafen verbracht wurde.

Blick auf Helgoland vom Peildeck der FS Heincke
Blick auf Helgoland vom Peildeck der FS Heincke
Quelle: Privat

Am nächsten Morgen ging es früh los, um zu fischen. Geplant war, dass die Heincke in der sogenannten "Tiefen Rinne" ihre Netze auswirft, was aber aufgrund der schlechten Wetterbedingungen so nicht möglich war. Es wurde ein anderer Ort aufgesucht, bei dem kein hoher Schwell zu erwarten war (südlich Helgoland). Hierbei kamen zwei Fischfangmethoden (Baumkurre und Grundschleppnetz) zum Einsatz, inklusive anschließender Datenaufnahme (Morphologie und Anatomie, Länge, Gewicht, Mageninhalt, etc.) der Individuen. Nachdem die Netze wieder eingeholt waren, musste das weitere Vorgehen auf der Brücke diskutiert werden.

Zu Wasser lassen des Grundschleppnetzes am zweiten Tag
Zu Wasser lassen des Grundschleppnetzes am zweiten Tag
Quelle: Privat

Der Fahrplan wurde geändert - mit Böen bis zu Windstärke 9 wurde die FS Heincke gen Bremerhaven gesteuert und erreichte am Dienstagabend das Ziel. Eigentlich war am dritten Tag eine Expedition in den Windpark MeerWind Süd/Ost bei Helgoland geplant. Mittels Sondergenehmigung sollten dort weitere Messungen durchgeführt werden. Zusätzlich sollte im Rahmen des BMWI-geförderten Forschungsprojekts EnviSim4Mare (Alfred-Wegener-Institut) eine Inspektion einer Offshore-Forschungstonne in der Nähe des Windparks Nordergründe stattfinden (ein vierter Tag war dafür eingeplant). Dieses Vorhaben konnte nicht mehr durchgeführt werden und wurde um eine Woche verschoben.

Nächstes Jahr ist die Ausfahrt im Rahmen des Wahlpflichtmoduls für Ende September geplant, wir hoffen auf besseres Wetter (und mehr studentische Teilnehmer)! Wir sind alle sehr dankbar, dass die verkürzte Ausfahrt auch trotz der anhaltenden Corona-Pandemie stattfinden konnte.

(Ein Bericht von Rike Düffert)

Infokasten Bachelorstudiengang Biotechnologie der Marinen Ressourcen
Infokasten Bachelorstudiengang Biotechnologie der Marinen Ressourcen
Quelle: Hochschule Bremerhaven
Infokasen Masterstudiengang Biotechnologie
Infokasen Masterstudiengang Biotechnologie
Quelle: Hochschule Bremerhaven