Die etwas andere Bachelorarbeit: Eine Reise in die Antarktis

Das Team von Projekt Antarktis
Das Team: Dennis Vogt, Tim David Müller Zitzke und Michael Ginzberg (v. l.)
Quelle: Projekt Antarktis

Sie erfüllten sich einen Traum und schreiben nun ihre Bachelorarbeit darüber: Die zwei Studenten des Studiengangs Digitale Medienproduktion Tim David Müller-Zitzke und Dennis Vogt bereisten einen Monat lang mit ihrem Freund und Expeditionsleiter Michael Ginzburg die Antarktis. Ihre Reise dokumentierten sie mit der Kamera und hatten prompt ein Thema für die Abschlussarbeit. Im Interview erzählen Dennis und Tim von den schönen, aber auch herausfordernden Momenten der Reise, den Nachbereitungen und was für eine Botschaft der Film senden soll.

Andere träumen davon in die Karibik zu fliegen - ihr reist in die Antarktis. Wie kam es zu diesem "exotischen" Reiseziel?

Wir hatten eigentlich schon immer den Traum, in der Antarktis zu filmen. Wir sind beide schon viel gereist, waren auf fast allen Kontinenten. Aber die Antarktis ist, wie für viele andere auch, Neuland für uns gewesen. Wir wollten etwas filmen, was nicht schon jeder gesehen hat. Außerdem hat Bremerhaven durch die ansässigen Forschungseinrichtungen eine Verbindung zur Antarktis.

Antarktis
Eisbären gibt es auf der Antarktis zwar nicht, aber dafür Pinguine.
Quelle: Michael Ginzburg

Wie organisiert man so eine aufwendige Reise, die sicherlich nicht in jedem Reisekatalog zu finden ist?

Für die Planung des Projekts haben wir etwa zwei Jahre gebraucht. Zum einen musste die finanzielle Lage gesichert werden: Durch Sponsoren war es uns im Endeffekt möglich, diese Reise und die Kosten der Filmproduktion zu stemmen. Insgesamt haben wir nun 20 Förderer, die teilweise lokal, aber auch international angesiedelt sind. Durch Michael hatten wir auch gleich einen Expeditionsleiter, der solche Reisen öfter gemacht hat und daher auch ein gewisses Know-How hatte.

Die tollen Eindrücke der Reise sehen wir alle dann im fertigen Film. Wie sieht es aus mit den unangenehmen Seiten so einer Reise?

Wir hatten gleich zu Anfang Probleme bei unserem Zwischenstopp in Argentinien. Wir wussten nicht, ob wir überhaupt weiter reisen dürfen, weil unser Equipment beschlagnahmt wurde. Das war wirklich ein Schockmoment, weil die komplette Reise samt zweijähriger Planung auf der Kippe stand. Irgendwann konnten wir dann doch weiter. Auf dem Schiff selbst musste man sich auch erstmal an die Umstände gewöhnen: Es war unglaublich kalt und teilweise stürmisch. Besonders der Weg durch die Drakestraße, eine stürmische Meeresstraße, setzte uns allen zu. Zu allem Übel hatten wir dann auch noch die Grippe. Aber einmal auf dem Schiff, gibt es kein Zurück mehr. Deshalb filmten wir auch mit Fieber weiter.

Filmproduktion
Abflug ins Eis
Quelle: Projekt Antarktis

Wie genau plant ihr nun, euer Projekt in der Bachelorarbeit zu benutzen?

Zunächst hatten wir das Projekt außerhalb des Studiums geplant. Irgendwann merkten wir dann, dass daraus auch viel zur Filmtheorie oder auch zum Projektmanagement gezogen werden kann. Beispielsweise ist die Filmgattung, die wir ausgewählt haben - quasi eine Dokumentation über eine Dokumentation - relativ neu. Wir haben nun verschiedene Möglichkeiten, unseren Film auseinander zu nehmen: beispielsweise auf filmtheoretische oder cinematografische Weise. Oder auch aus einer Management-Perspektive, indem wir uns mit dem Marketing des Projekts beschäftigen. Uns war seit Beginn des Studiums wichtig, dass wir viel praktischen Bezug haben - was glücklicherweise im Studiengang Digitale Medienproduktion möglich ist. Daher sollte auch die Bachelorarbeit einen praktischen Fokus haben, was mit unserem Projekt sehr gut zu vereinbaren ist.

Filmproduktion
Dreh in Eiseskälte
Quelle: Projekt Antarktis

Nun soll der fertige Film im Herbst auch der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Was ist das Ziel dieser Veröffentlichung?

Wir möchten zeigen, dass man seine Träume verwirklichen kann. Auch aus einer kleinen Stadt wie Bremerhaven geht das, wie man bei uns sieht. Besonders auf die Arbeitswelt bezogen, gibt es immer einen Weg, seinen Traumjob auszuüben. Der Film soll zeigen, dass auch "irgendwas mit Medien" ein erfolgreicher Beruf sein kann. Man sollte sich nicht davon abhalten lassen, etwas zu studieren oder in einem Feld zu arbeiten, nur weil es nicht in das klassische Berufsbild passt.

Zurzeit arbeiten die Drei fleißig an der Fertigstellung des Films - und natürlich an der Bachelorarbeit. Ein paar Einblicke kann man sich schon vorab von der Reise auf ihrem Video-Blog und der Internetseite www.projektantarktis.de holen. Ebenfalls ist geplant, den Film ins Kino zu bringen und bei Streaming-Diensten anzubieten. So soll jeden die Reiselust, Faszination und Motivation packen, seine Träume umzusetzen.