Fragen und Antworten

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Deutschlandstipendium.

Allgemeine Fragen

Worum geht es überhaupt?

Im Rahmen des von der Bundesregierung beschlossenen nationalen Stipendienprogramms sollen besonders engagierte und leistungsstarke Studierende gefördert werden. Für ein Stipendium zahlt ein privater Förderer 150 Euro monatlich, die vom Bund mit weiteren 150 Euro gefördert werden. Stipendiaten erhalten also monatlich 300 Euro. Voraussetzung sind überdurchschnittliche Schul- oder Studienleistungen. Besondere persönliche Umstände wie z.B. Behinderung oder Erziehung von Kindern sowie ehrenamtliches Engagement oder Berufserfahrung können die Chancen der Bewerbung erhöhen.


Was habe ich davon?

Stipendiaten erhalten einkommensunabhängig 300 Euro monatlich als Zuschuss. Das heißt, dass das Geld nicht zurückgezahlt werden muss. Es wird außerdem nicht auf die Leistungen nach dem BAföG angerechnet. Außerdem werden regelmäßige Treffen der Stipendiaten untereinander und mit den Förderern angeboten. Die Förderer haben außerdem die Möglichkeit, eigene Veranstaltungen oder Programme für die Stipendiaten zu organisieren.


Wer bezahlt das alles?

Die Hälfte, also 150 Euro pro Monat, kommt von einem privaten Förderer, also einer Firma, einer Institution, einer Stiftung oder einer Einzelperson. Weitere 150 Euro zahlt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Fragen zur Bewerbung

Wie kann ich meine Bewerbung einreichen?

Die Bewerbung erfolgt postalisch in der Zeit vom 1. Juli bis 15. August. Das Bewerbungsformular befindet sich hier


Ich habe mein Studium noch nicht begonnen – kann ich mich trotzdem bewerben?

Ja. Bewerben können sich alle, die an der Hochschule Bremerhaven zugelassen oder eingeschrieben sind. Studienanfänger und fortgeschrittene Studierende stehen nicht in Konkurrenz untereinander. Maßgeblich für die Bewertung der Leistung ist die Note der Hochschulzugangsberechtigung (z.B. Abitur).


Können sich nur Studierende bestimmter Fachrichtungen bewerben?

Es können sich Studierende aus allen Fachrichtungen bewerben.


Welche Unterlagen werden für die Bewerbung benötigt?

Neben dem Bewerbungsbogen gehören zur Bewerbung auch ein Lebenslauf sowie bei Erstsemestern die Hochschulzugangsberechtigung (z.B. Abiturzeugnis) und bei fortgeschrittenen Studierenden Nachweise über bisher erbrachte Studienleistungen. Wer sich ehrenamtlich engagiert, besondere persönliche oder familiäre Umstände geltend machen möchte oder Berufserfahrung vorweisen kann, sollte darüber ebenfalls Nachweise beilegen.
Hier gibt es Hinweise zur Bewerbung.


Ich habe schon ein leistungs- oder begabungsabhängiges Stipendium – kann ich mich trotzdem für das Deutschlandstipendium bewerben?

Nur, wenn die materielle Förderung nicht den Betrag von 30 Euro monatlich übersteigt. Es ist aber möglich, parallel zum Deutschlandstipendium ideelle Förderung zu beziehen. Eine Übersicht der möglichen Doppelförderungen befindet sich im Download-Bereich.


Bis wann muss ich mich bewerben?

Bewerbungsschluss für das Wintersemester ist der 15. August um 16:00 Uhr. Bewerbungsschluss für das Sommersemester ist der 31. Januar um 16:00 Uhr.

Fragen zum Auswahlverfahren

Zählt bei der Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten nur die Leistung?

Schulische und Studienleistungen sind ein wichtiger Anhaltspunkt für die Beurteilung von Leistungsfähigkeit und Talent der Bewerberinnen und Bewerber (Abiturnote etc.). Bei der Auswahl zählen jedoch auch andere Kriterien wie zum Beispiel das Engagement in einem Verein, der Politik oder der Kirche, die Erziehung eigener Kinder, die Pflege von Angehörigen, die Mithilfe im elterlichen Betrieb oder die Bewältigung von besonderen biografischen Hindernissen. Das Bewerbungs- und Auswahlverfahren soll die gesamte Persönlichkeit der Bewerberin oder des Bewerbers berücksichtigen. Die genaue Gewichtung für die Vergabe der Deutschlandstipendien ist hier nachzulesen.


Wer entscheidet über die Vergabe der Stipendien?

Darüber entscheidet der Stipendienauswahlausschuss. Dieser besteht aus dem Rektor, den Dekanen der Fachbereiche, der zentralen Frauenbeauftragten sowie Vertreterinnen und Vertreter der Professorenschaft und der Studierenden. Die Förderer sind mit beratender Stimme in dem Gremium vertreten. Die Zusammensetzung des Ausschusses wird bestimmt durch die Satzung der Hochschule Bremerhaven für die Vergabe von Deutschlandstipendien.

Fragen zur Förderung

Wird das Deutschlandstipendium auf die Leistungen nach dem BAföG angerechnet?

Nein.


Wie lange werde ich gefördert?

Geförderte Studierende sollen möglichst lange den Rücken frei haben und sich auf ihre Ausbildung konzentrieren können. Die Förderung  umfasst maximal die Regelstudienzeit. Studierende, die sich nicht innerhalb der Regelstudienzeit befinden, können nicht gefördert werden. Jeweils nach dem Wintersemester prüft die Hochschule, ob die Förderkriterien noch erfüllt sind.
Die Vergabe erfolgt jeweils zum Start eines Semesters. 


Was schulde ich meinem Förderer?

Das Stipendium darf weder von einer Gegenleistung für den Förderer noch von einer Arbeitnehmerinnen- oder Arbeitnehmertätigkeit oder einer Absichtserklärung hinsichtlich einer späteren Arbeitnehmerinnen- oder Arbeitnehmertätigkeit abhängig gemacht werden.


Kann ich mich vom Deutschlandstipendium beurlauben lassen?

Ja. Gründe hierfür sind beispielsweise Mutterschutz, Elternzeit oder ein vom DAAD gefördertes Auslandsstudium. Während der Beurlaubung wird das Stipendium nicht ausgezahlt. Mit Fortsetzung des Studiums verlängert sich der Bewilligungszeitraum um die Dauer der Beurlaubung.


Wie wird mein Stipendium steuerlich behandelt?

Das Stipendienprogramm-Gesetz (StipG) wurde so ausgestaltet, dass es sich bei den Deutschlandstipendien in der Regel nicht um steuer- oder sozialabgabenpflichtiges Einkommen handelt.

 

Sind Doppelförderungen mit anderen Stipendienprogrammen möglich?

Eine Übersicht der möglichen Doppelförderungen zum Deutschlandstipendium befindet sich hier.



Beendigung des Studiums und Hochschulwechsel

Das Stipendium endet mit Ablauf des Monats in dem der Stipendiat / die Stipendiatin die letzte Prüfungsleistung erbracht hat, das Studium abgebrochen oder die Fachrichtung gewechselt hat, oder exmatrikuliert wird. Bei einem Wechsel der Hochschule wird das Stipendium bis zum Ende des Semesters weiter gezahlt, wenn der Stipendiat / die Stipendiatin an der neuen Hochschule sein / ihr Studium in derselben Fachrichtung fortsetzt.


Deutschlandstipendium während Studium im Ausland

Das Stipendium wird auch dann fortgezahlt, wenn man sich in einem fachrichtungsbezogenen Auslandsaufenthalt befindet. Vorausgesetzt, man geht während der Dauer der Förderung ins Ausland. Das gilt unabhängig von einer eventuellen Beurlaubung an der Hochschule, die das Stipendium vergibt. Studiert man über das ERASMUS-Programm im Ausland, wird das Deutschlandstipendium auch dann fortgezahlt, wenn man als Stipendiatin oder Stipendiat gleichzeitig einen Mobilitätszu-schuss vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) erhält.
Wer ein DAAD-Vollstipendium erhält, kann nicht gleichzeitig das Deutschlandstipendium beziehen, da beide Stipendien begabungs- und leistungsabhängig sind. Allerdings kann man sich während des Bezugs eines DAAD-Vollstipendiums vom Deutschlandstipendium beurlauben lassen. Erhält man dagegen ein Teilstipendium des DAAD, kann man das Deutschlandstipendium parallel beziehen.


Beziehung des Deutschlandstipendiums während einer Beurlaubung für ein dem Studium dienliches Praktikum

Hier ist zwischen Pflichtpraktika im In- und Ausland und sonstigen Praktika zu unterscheiden. Verpflichtende Inlandspraktika sind in das Studium integriert und stehen einer Auszahlung des Stipendiums nicht entgegen. Ähnlich verhält es sich mit Auslandspraktika, soweit sie in der jeweiligen Studienordnung vorgesehen sind; sie können als „fachrichtungsbezogene Auslandsaufenthalte“ angesehen werden. Lässt sich die Stipendiatin oder der Stipendiat für sonstige Praktika beurlauben, die in der jeweiligen Studienordnung nicht vorgesehen sind, wird das Stipendium in dieser Zeit nicht weiter gezahlt.


Anrechnung auf das BAföG

Die Mittel nach dem BAföG und das Deutschlandstipendium sind zwei sich ergänzende Programme. Studierende können beide Fördermöglichkeiten gleichzeitig ohne Abschläge in Anspruch nehmen.


Auswirkungen auf den Bezug von Kindergeld

Seit dem 1. Januar 2012 haben sämtliche Einkünfte und Bezüge, somit auch das Deutschlandstipendium, grundsätzlich keine Auswirkungen mehr auf das Kindergeld. Nach dem Steuervereinfachungsgesetz 2011 wird die Einkommensüberprüfung bei volljährigen Kindern bis zum Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums wegfallen. Bis zum 1. Januar 2012 wurde das Deutschlandstipendium beim Bezug von Kindergeld berücksichtigt, lag allerdings – ohne die Hinzurechnung weiterer Einkünfte – unter dem Freibetrag von 8.004 Euro.


Anrechnung des Deutschlandstipendiums auf andere Sozialleistungen

Das Deutschlandstipendium wird grundsätzlich nicht auf andere Sozialleistungen, wie zum Beispiel Arbeitslosengeld II, angerechnet. Eine Ausnahme stellt der Bezug von Wohngeld dar.


Deutschlandstipendium und Wohngeld

Bezieher von Wohngeld müssen beachten, dass das Deutschlandstipendium wie auch andere Stipendien zur Hälfte bei der Berechnung des Jahreseinkommens berücksichtigt wird. Für weitere Fragen zum Thema Stipendium und Wohngeld, wenden Sie sich an Ihre zuständige Wohngeldstelle.

 

Deutschlandstipendium und gesetzliche Krankenversicherung

Das Deutschlandstipendium hat keine Auswirkungen auf den Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung, solange die Stipendiatin oder der Stipendiat in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert ist (in der Regel bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters bzw. des 30. Lebensjahres). Anders liegt der Fall, wenn die Stipendiatin oder der Stipendiat (anschließend) als freiwilliges Mitglied versichert ist. Für freiwillige Mitglieder hat der Gesetzgeber die Erhebung von Mindestbeiträgen vorgeschrieben. So werden die Beiträge ausgehend von einer Bemessungsgrundlage in Höhe von derzeit 875 Euro berechnet. Überschreiten die beitragspflichtigen Einnahmen der Versicherten (hierzu gehören auch Stipendien) diesen Wert, sind die entsprechenden Einnahmen beitragspflichtig.


Steuerliche Behandlung

Das Stipendienprogramm-Gesetz (StipG) wurde so ausgestaltet, dass es sich bei den Deutschlandstipendien in der Regel nicht um steuer- oder sozialabgabenpflichtiges Einkommen handelt.


Auswirkungen auf den Unterhaltsanspruch gegenüber den Eltern

Das Deutschlandstipendium wird beim Kindesunterhalt bedarfsmindernd berücksichtigt. Volljährige Studierende sind gehalten, sich zunächst aus eigenen Mitteln zu unterhalten, bevor sie Ansprüche gegenüber ihren Eltern geltend machen. Das Deutschlandstipendium zählt dabei zu den eigenen Einkünften der Stipendiatin oder des Stipendiaten.