Problemorientiertes Lernen im Studiengang NEU

Lehrveranstaltung: Regenerative Energiesysteme (3. Semester NEU)

Professorin Katharina Theis-Bröhl und Honorarprofessor Gerhard Schories erhielten 2015 eine Förderung zur Planung und Vorbereitung ihres innovativen Lehrprojektes für die Lehrveranstaltungen des Moduls Regenerative Energiesysteme im Studiengang Nachhaltige Energie- und Umwelttechnologien (NEU), das im Wintersemester angeboten wird. Anhand der folgenden Fragen stellen sie das Vorhaben kurz vor.

Warum wollen Sie Ihre Lehrmethode für das Fach ändern?

Das Modul Regenerative Energiesysteme wurde 2012 in das Curriculum des Studiengangs Nachhaltige Energie- und Umwelttechnologien eingeführt. Ziel ist es,  den Studierenden in der Phase des Übergangs vom Grund- zum Hauptstudium einen Überblick über Regenerative Energieformen zu vermitteln, sie für Problemstellungen in Zusammenhang mit dem Einsatz dieser Energiesysteme zu sensibilisieren und um für das weiterführenden Studium Kenntnisse zu erwerben, die mit der Anwendung derartiger Energiesysteme in Zusammenhang stehen. Das Modul besteht aus der Vorlesung "Verfahrenstechnische Grundlagen" und der Vorlesung "Grundlagen solarer Energiesysteme", die wir zurzeit unterrichten. Wir sind der Meinung, dass wir durch die Umstellung auf Problemorientiertes Lernen (POL) die Studierenden besser aktivieren können und auch den Erwerb von wichtigen Kompetenzen fördern können, die bei einer normalen Vorlesung zu kurz kommen.

Wie kamen Sie auf die Idee hierfür die Methode des Problemorientierten Lernens zu nutzen?

Wir haben die Methode in der Lehre an der Ruhr-Universität Bochum und in einem Technologie-Transfer-Projekt in Entwicklungs- und Schwellenländern kennen und schätzen gelernt. Deshalb kam uns die Idee, dies auch in unserer Lehre in Bremerhaven anzuwenden.

Wie genau sollen die Lehre und das Lernen dann organisiert werden?

Im Modul Regenerative Energiesysteme stehen insgesamt 4 SWS zur Verfügung, um Lehrinhalte zu verschiedenen Regenerativen Energiesystemen zu vermitteln. Durch einen Mix an Wissensvermittlung durch die Lehrenden, Problemorientiertes Arbeiten in Gruppen zur Aneignung weiteren Wissens, praxisnahen Übungen und Exkursionen soll ein lebendiger Unterricht gestaltet werden und die Studierenden sollen stärker aktiviert und sensibilisiert werden. Die für das POL typischen 8 Phasen können dabei für verschiedene Problemstellungen mehrfach durchlaufen werden. Wir haben vor, dass in der ersten Semesterhälfte Wissen zu einem Themenkomplex und in der zweiten Semesterhälfte Wissen zu einem zweiten Themenkomplex erarbeitet wird. Dabei soll jeweils nach den 8 Phasen des POL vorgegangen werden.

Wie sehen diese 8 Phasen aus?

Die Phase 1 dient der Aktivierung des Vorwissens der Studierenden, dies soll zum einen durch Vorlesungen und Seminare erfolgen zum anderen durch Exkursionen zu den Themenkomplexen. In den Phasen 2 und 3 erfolgen die Fallbeschreibung und die Definition des zu bearbeitenden Problems. Dann folgen in den Phasen 4, 5 und 6 die Gruppenarbeiten in den die Probleme analysiert und geordnet und Fragen formuliert werden. Zur Beantwortung eignen sich die Studierenden durch Selbststudium und Recherche neues Wissen an, welches am Ende in der Gruppe diskutiert und zusammengefasst wird. Phase 8 dient dann noch zur Reflexion der Arbeit und der Präsentation der Ergebnisse. Als Präsentationsmethoden sind Poster-Sessions und Kurzvorträge geplant. Beim Kurzvortrag sollte jedes Gruppenmitglied zu Wort kommen. Die Poster und Vortragsfolien werden der gesamten Semestergruppe anschließend als Arbeitsmaterial zur Verfügung gestellt. Eine Feedbackrunde in der sich Lernende und Lehrende gegenseitig Feedback geben, schließt die achte und somit letzte Phase des POL ab.