Bildung durch Wissenschaft? Heute?

Das Bildungsideal der Gründer der Berliner Universität vor 200 Jahren hieß: (Persönlichkeits-)Bildung durch Wissenschaft. Seither hat sich das Verständnis von Bildung und Wissenschaft aber so stark verändert, dass das damalige Ideal ganz neu interpretiert werden muss, um noch Relevanz beanspruchen zu können.

Prof. Dr. Dr. h.c. Wilfried Müller, ehem. Rektor der Universität Bremen, ehem. Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz und Hochschulmanager des Jahres 2012 wird sich als abendlicher Gastredner des GUUGLE Forums diesem Thema widmen.

Aus Sicht von Professor Müller müssen die Hochschulen daran arbeiten, eine neue anspruchsvolle, aber realisierbare „Ausbildungskonzeption“ zu entwickeln, in der berufliches (und gesellschaftliches) Handeln auf einem eigenständigen Urteilsvermögen der Absolventen basiert. Urteilsvermögen könne beispielsweise anhand der Methoden der wissenschaftlichen Disziplin geschult werden, in die sich eine Studentin oder ein Student einarbeitet. Aber auch der Austausch mit Vertretern anderer Disziplinen und gesellschaftlicher Gruppen sowie die Auseinandersetzung mit den (Neben-)Wirkungen der jeweiligen Wissenschaften schärften das Urteilsvermögen. Voraussetzung dieser Art von Bildung durch Wissenschaft sei aber immer, dass Studierende ermutigt und befähigt würden, eigenständig zulernen, und zwar grundsätzlich in Teams.