Was bedeutet "Gleichstellungsarbeit" und "Gleichstellung"?

Was bedeutet "Gleichstellungsarbeit" und "Gleichstellung"?

Unter „Gleichstellung“ verstehen wir die Abwesenheit von geschlechtsbedingten Benachteiligungen, was im Kern "Chancengleichheit" und "gleiche Teilhabe" an gesellschaftlichen Ressourcen (Bildung, soziale Sicherung, Karrieremöglichkeiten) bedeutet.

Der Begriff beschreibt daher einen Ist-Zustand, wo Männer und Frauen de facto die gleichen Chancen und die gleiche Teilhabe aufweisen. Im Gegensatz dazu beschreibt der Begriff "Gleichberechtigung" einen Zustand, wo Männern und Frauen zwar de jure (juristisch gesehen) die gleichen Chancen und die gleiche Teilhabe zustehen, aber Chancengleichheit und gleiche Teilhabe erst einmal nur ein Soll-Zustand sind.

Um von dem De-jure-Zustand zum De-facto-Zustand zu gelangen, müssen also Benachteiligungen systematisch abgebaut werden. Zu diesem Zweck wurden seit den 1970er Jahren in politischen Parteien, Gewerkschaften und in der öffentlichen Verwaltung zahlreiche Institutionen eingeführt, deren Arbeit als "Gleichstellunspolitik" oder einfach "Gleichstellungsarbeit" zusammengefasst wird.

Auch die Hochschule Bremerhaven begreift die Gleichstellung der Frau, speziell in den technischen Disziplinen, als eine ihrer zentralen Aufgaben. Mit einem hohen Anteil von Frauen, auch in gehobenen Positionen in Wissenschaft und Verwaltung, stellt sie sicher, dass spezifische Perspektiven, Werte und Normen einfließen. Daher verstehen wir Gleichstellungsarbeit nicht allein als Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit und zur Demokratie, sondern auch als Teil der Hochschul- und Personalentwicklung und des Qualitätsmanagements: Wir glauben, dass unsere Hochschulkultur profitiert, wenn die Leistungen und Ressourcen von Frauen genutzt, gefördert und sichtbar gemacht werden.