09.02.2012 - Arbeitskreis Personal: Untersuchung der Einstiegsgehälter und Entgeltstrukturen von Hochschulabsolventen in der Logistik

Im April 2011 hat der Arbeitskreis eine empirische Untersuchung der Einstiegsgehälter und Entgeltstrukturen von Hochschulabsolventen in der Logistik in Auftrag gegeben.

Frau Dehn, Absolventin des Studiengangs BWL an der Hochschule Bremerhaven, führte diese Studie als Bachelorarbeit durch und präsentierte in der Sitzung des Arbeitskreises am 26.1.2010 die Ergebnisse.

Den Arbeitskreis Personal des VdWT bilden Personalleiter namhafter Logistikunternehmen sowie Berater, die sich auf Personalfragen in der Logistik spezialisiert haben. Er dient als Forum zum kollegialen Austausch von Personalmanagern der Logistikbranche über aktuelle Themen sowie zur Erarbeitung von mittelfristigen Lösungen.

Gast im Arbeitskreis war der Geschäftsführer des Beratungsunternehmens PersonalMarkt Services GmbH, Herr Tim Böger.

Die Studie von Frau Dehn machte deutlich welche Arbeitgebermerkmale von der Zielgruppe der Hochschulabsolventen als relevant angesehen werden. Sie zeigt auf, welche monetären und nicht-monetären Erträge sie für ihre Arbeitsleistung erhalten und welchen Stellenwert dabei die Vergütung einnimmt. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass das anfänglich vereinbarte Grundgehalt auf Basis von Gehaltserhöhungen und verschiedener Vergütungskomponenten noch deutlich gesteigert werden kann.

Erfreulicherweise bilden die kleinen und mittelständischen Unternehmen keinesfalls die Schlussgruppe bei der Vergütung - im Gegenteil. Ebenso wenig ausgenommen sind Berufseinsteiger und KMUs von dem Erhalt bzw. dem Einsatz variablen Gehaltskomponenten, die unter richtiger Anwendung und einer langfristigen Terminierung der Ziele die Absolventen an das Unternehmen binden können. Für einen nachhaltigen Erfolg der eingesetzten Komponenten riet Frau Dehn den Unternehmen, noch einmal die Effektivität ihrer eingesetzten Systeme zu evaluieren. Denn bislang erfüllt die variable, leistungsabhängige Komponente lediglich bei etwa der Hälfte der Befragten ihre intendierte Wirkung.

Die Berufseinsteiger selbst schätzen den von ihnen dem Gehalt beigemessenen Stellenwert überhaupt nicht als den Höchsten ein. Nummer Eins der präferierten weiteren Leistungen im Vergütungspaket ist eine finanzielle Überstundenkompensation. Das Ergebnis wirft Fragen auf, sagen die Berufseinsteiger doch über sich selbst, den größten Stellenwert der Führung, Organisation und Zusammenarbeit einzuräumen. Ihrer Einschätzung darf Glauben geschenkt werden, denn unter Relativierung dieser führenden Position gelangen Aspekte, wie die frei einteilbare Arbeitszeit und das Angebot attraktiver Weiterbildungsmaßnahmen in den Fokus.

Die Teilnehmer des Arbeitskreises waren vom Ergebnis der Studie und der ausfeilten Methodik begeistert. Mehrere Unternehmen baten Frau Dehn, ihre Studie nochmal unternehmensintern im Kreis der Personalleiter und Führungskräfte vorzustellen.