Abstracts

Schweigen ist Silber, Reden ist Gold: kollegialer Austausch über die Lehre als Treiber von Wandel

Michael Vogel, HS Bremerhaven

Hochschullehre ist überwiegend ein einsames Geschäft. Lehrende tauschen sich nur wenig über Fragen des Lernens und Lehrens aus und nutzen kaum die Erfahrungen ihrer Kolleginnen und Kollegen. Stattdessen wird der Austausch über Probleme in der Lehre tabuisiert. Diese „pädagogische Einsamkeit“ ist Ursache individueller und organisatorischer Lernstörungen. An der Hochschule Bremerhaven wird seit 2009 versucht, dieses Problem zu überwinden, kollegialen Austausch zu fördern und ihn kulturell zu verankern. Das Projekt GUUGLE – gut und gerne lernen & lehren, das vom Stifterverband und durch den Qualitätspakt Lehre finanziert wird, umfasst ein Maßnahmenbündel, das gezielt Anlässe, Gelegenheiten und Formate für den Austausch und die gemeinsame Reflexion der Lehrenden schafft. Design, Prozess, Evaluation und Transferpotenzial von GUUGLE sind die Schwerpunkte meines Vortrags.

Kontextadäquate Anpassung einer agentenbasierten SmartLiving Laborumgebung für agile interdisziplinäre Entwicklungsteams an der HAW Hamburg.

Ein Bericht über Erfahrungen bei der Einführung neuer Lehr- und Lernformen in Verbindung mit unterstützender Software.

Sascha Kluth & Tobias Eichler, HAW Hamburg

 

Das Living Place Hamburg ist eine realexperimentierfähige Laborumgebung in Form einer 140qm Loft-Wohnung, die einerseits von Informatikern als Rahmen für Entwicklungen im Bereich Human Computer Interaction und zugrunde liegender Basistechnologien genutzt wird und andererseits von Designern, Medientechnikern u.A. für Untersuchungen in ihren Fachgebieten.

Die Laborumgebung muss hierzu den verschiedenen Bedürfnissen der unterschiedlichen Stakeholder gerecht werden.

Interdisziplinäre Experimente, wie Untersuchungen zur Auswirkung von Licht und Ton auf den Bewohner oder die Erforschung von Informationsrezeption digitaler Medien, erfordern eine stabile Laborumgebung.

Verbindlich flexibel?  Der weiterbildende Master-Studiengang „Next Media“ an der HAW Hamburg als Beitrag zur Öffnung von Hochschulen durch neue Studienformate für nicht-traditionelle Zielgruppen

aus dem Kontext des BMBF-geförderten Projektes "Aufstieg durch Bildung: Offene Hochschulen" an der HAW Hamburg. Näheres zum Projekt finden Sie hier: http://nextmedia-haw.de.


Susanne Draheim, HAW Hamburg

An der HAW Hamburg wird derzeit in der Fakultät Technik und Informatik im Rahmen des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: Offene Hochschulen“ (Förderphase 2011-2015) der weiterbildende Master-Studiengänge „Next Media“ aufgebaut. Dieses Studienprogramm wendet sich thematisch an Journalist/innen und professionelle Content-Ersteller/innen, die mit den Potenzialen und Einsatzmöglichkeiten neuer digitaler Medien bekannt und vertraut gemacht werden. Sie sollen durch das Studium dazu befähigt werden, diese kontextbezogen kompetent anwenden zu können, ohne sie selbst softwaretechnisch umsetzen zu müssen. Dabei adressiert werden explizit auch nicht-traditionelle Zielgruppen wie Berufstätige bzw. Personen ohne formale Hochschulzugangsberechtigung. Die Pilot-Kohorte ist im Wintersemester 2013/4 gestartet. Basierend auf den ersten Ergebnissen aus der Lehrpraxis und der Studiengangseinführung wird in diesem Beitrag am Beispiel von "Next Media" ein Ansatz der Flexibilisierung in weiterbildenden Studienformaten auf inhaltlicher und struktureller Ebene vorgestellt und mit Blick auf seine institutionelle Passfähigkeit analysiert. Diese ersten Ergebnisse ermöglichen Rückschlüsse auf den Prozess der Etablierung und Förderung von Weiterbildungsformaten für neue Zielgruppen im Umfeld informatiknaher Studiengänge und darüber hinaus.

Die Attraktivität eines Informatikstudiums steigern - neue Zielgruppen ansprechen


Erfahrungen aus den ersten 5 Jahren des Studiengangs Informatik und Wirtschaft (für Frauen) an der HTW Berlin

Juliane Siegeris, Hochschule für Wirtschaft Berlin


Was kann ich bei der Ansprache von potentiellen Studierenden tun, um mehr talentierte Menschen für ein Informatikstudium zu gewinnen. Es geht dabei insbesondere darum, auch Zielgruppen zu erreichen, die ein Informatikstudium zwar interessant finden, aber auf Grund bestehender Vorurteile nicht für sich in Betracht ziehen.

Welche (Lehr-)Methoden können eingesetzt werden, um die Studierenden im Studium zu halten und ihnen einen erfolgreichen Berufseinstieg zu ermöglichen.

Gamification in der (Informatik-)Lehre

Stefan Schlechtweg-Dorendorf, HS Anhalt

Gamification, also die Anwendung von Spieledesignprinzipien, Spieledesigndenken und Spielemechaniken auf spielfremde Anwendungen und Prozesse, ist ein vieldiskutiertes Schlagwort auch in der Lehre und Ausbildung. Anhand eines Beispiels aus dem Informatikstudium wird der Vortrag die wichtigsten Elemente kurz vorstellen und zeigen, wie die Motivation der Studierenden dadurch gesteigert werden kann.

Semantisches Wiki und Wissensmanagement

Uwe Lämmel, HS Wismar

Wissensmanagement unter Nutzung von Informationstechnologie wird seit Langem in der Betriebswirtschaft diskutiert. Vor einigen Jahren gab es einen Hype für die Nutzung von Web 2.0 im Wissensmanagement, insbesondere von Wiki-Systemen. Wenig beachtet wurden und werden dagegen semantische Wiki-Systeme.
Der Vortrag geht auf Wissensrepräsentation und Wissensabfrage in semantischen Wiki ein und zeigt die Möglichkeiten dieser Systeme im Wissensmanagement auf.

Erfahrungen aus einem semantischen Wiki der Hochschule Wismar sowie aus mehreren Lehrveranstaltungen legen den Schluss nahe, dass zwar alle Beteiligten etwas im Wissensmanagement vermissen aber die Wenigsten aktiv werden.

Robocloud: prototypische Implementierung einer netzbasierten Robotikanwendung

Maximilian Strehse, FH Brandenburg

Der Vortrag beschreibt die prototypische Realisierung einer netzbasierten Robotikanwendung am Beispiel von Robocloud. Zu Beginn werden ausgewählte bestehende Standards aus dem Bereich der netzwerk-basierten Robotik kurz erläutert. Danach erfolgt eine Übersicht wie Robocloud umgesetzt wurde. Nach der Überprüfung der Anwendung auf ihre Eignung als alternative Implementierung für die Steuerung eines autonomen Segelbootes folgt ein kurzer Ausblick, wie Robocloud später erweitert und für andere Anwendungen im Bereich der Robotik angepasst werden kann. Das Projekt Robocloud entstand im Kontext der Lehrveranstaltung autonomes Segelboot.

 

 

Das Berufsbild der Informatik und Wirtschaftsinformatik schärfen

Wie gestalten wir den Studieneinstieg

Karin Vosseberg, HS Bremerhaven

Studienanfängerinnen und Studienanfänger in der Informatik und Wirtschaftsinformatik haben häufig kaum eine konkrete Vorstellung von einem möglichen Berufsumfeld. Vielen fällt der Übergang von Schule oder Berufsausbildung zu Hochschule sehr schwer. Dies wird durch die scheinbar verschulte Struktur im Hochschulalltag verstärkt. Hinzu kommt die stärkere Heterogenität aufgrund der Vorbildung und den Altersstrukturen.

An der Hochschule Bremerhaven haben wir im WS 2013/14 einen projektorientierten Studieneinstieg gewählt. In den ersten sieben Wochen haben sich die Studierenden quer zu den normalen Modulstrukturen das Berufsbild der Informatik und Wirtschaftsinformatik in einem konreten Projekt erarbeitet.

In dem Workshop können wir die Erfahrungen aus dem projektorientierten Studieneinstieg berichten und gemeinsam weitere Maßnahmen diskutieren.

Wissen statt googeln oder googeln statt wissen?

Müssen wir »Wissen« lehren oder müssen wir die erfolgversprechende Suche nach »Wissen« lehren?

Andreas Spillner, HS Bremen

Die Art und Weise, wie Studierenden sich Information und darüber Wissen
aneignen, hat sich durch das Internet stark verändert. Wir, die Lehrenden,
bieten aufbereitetet Information in den Lehrveranstaltungen an. Die
Studierenden vertrauen zunehmend (manchmal auch nur und/oder blindlings)
der Information im Internet. Wie wir alle wissen, ist die Information im
Internet nicht immer ausreichend qualitätsgesichert.

Im Workshop sollen folgenden Fragen diskutiert werden:

  • Müssen wir in unserer Lehre auf diese Problematik eingehen, wenn ja, wie?
  • Müssen wir lehren, wie eine erfolgversprechende Suche zu gestalten ist?
  • Welche Suchmöglichkeiten gibt es überhaupt?
  • Wie kann die Güte der Information geprüft werden kann?
  • Welches Wissen benötigt der Studierende, um die Frage beantworten zu können?
  • Welche anderen Möglichkeiten gibt es (Stichwort »WissenschaftlichesArbeiten«)?
  • Gibt es bereits Formen der Lehre oder einzelne Veranstaltungen, die diese Problematik berücksichtigen?
  • Gibt es Erfahrungen, Beispiele, Vorschläge, ... ?

Antworten sollen gemeinsam im Workshop erarbeitet werden.