Exkursionen

Tag 1 - Besuch im Braunkohlekraftwerk Niederaußem, Tagebau Garzweiler und dem Batteriespeicher der RWTH Aachen

Im Rahmen der Vertiefung Windenergietechnik im Studiengang Maritime Technologien haben sich die Studenten zusammen mit Prof. Dr. Carsten Fichter auf eine dreitägige Exkursion begeben. Am ersten Tag wurde ein Braunkohlekraftwerk samt dazugehörigem Tagebau besucht. Zudem stand ein Besuch an der RWTH Aachen an. Dort wurde ein Batteriespeicher besichtigt. Am zweiten Tag wurde ein Heizkraftwerk in Hannover, das Energiemuseum sowie die Netzleitstelle von TenneT besucht. Am dritten Tag stand ein Highlight an. In Zusammenarbeit mit der wpd wurde eine Windenergieanlage begangen. Außerdem hat die Deutsche Windtechnik ein Rahmenprogramm organisiert bei dem unter anderem ein Abseiltraining angeboten wurde. Abgeschlossen wurde die Exkursion bei Next Energy in Oldenburg. Hier wird an Energiespeichern der Zukunft, sowie Solarenergie geforscht.
Morgens um fünf Uhr startete die Exkursion an der Hochschule Bremerhaven. Nach einer langen Fahrt wurde zuerst der Braunkohletagebau Etzweiler im Rheinischen Revier besucht. Die Studenten waren überrascht von der Größe des Tagebaus. Dass die verhältnismäßig kleinen Windenergieanlagen die Landschaft stark beeinflussen sollen, war nach dem Anblick des 300 Meter tiefen Abbaus, nicht verständlich.

Nach dem Tagebau wurde das Braunkohlekraftwerk Niederaußem der RWE angesteuert. Mit einer Bruttoleistung von 3.600 MW beeindruckt auch das Kraftwerk mit seinen gewaltigen Dimensionen. Durch einen Vortrag eines Mitarbeiters von RWE wurde der Besuch des Braunkohlekraftwerk Niederaußem eingeleitet. Ausgestattet mit Helm, Sicherheitsschuhen, -Brillen und Funk Kopfhörern wurde das Gelände betreten. Es ging recht schnell nach oben auf die Aussichtsplattform des Kraftwerks. Diese liegt in einer Höhe von 160m auf dem Kesseldach. Von dort gibt es einen wunderbaren Blick über die weitere Umgebung. Nach dem Kesseldach ging es eine Etage tiefer auf den Kessel, wo die Temperaturen, die während des Verbrennungsprozesses entstehen, deutlich zu fühlen waren. Im Laufe der Führung wurden nun einzelne Etagen besucht. Von der Turbinenhalle ging es zum Leitstand und von da aus zu den Kohlemühlen. Am Schluss ging es noch zu den Kühltürmen, die auch mit gewaltigen Dimensionen beeindruckten.

Nach kurzer Fahrt wurde die Exkursionsgruppe an der RWTH Aachen begrüßt im Institut für Stromrichtertechnik und elektrische Antriebe (ISEA). Dort begann der Besuch mit kurzen Vorträgen zu den Themen Batteriespeichern und speziellen Speichern für Solarenergie. Im Anschluss an die Vorträge konnten verschiedene Speicher für Strom aus Solarenergie angeschaut werden und es war reichlich Zeit um Fragen zu stellen. Ein besonderer Programmpunkt in Aachen war die Fahrt in einem Elektroauto. Beeindruckt von der Beschleunigung und den nicht vorhandenen Motorgeräuschen ging es an die Besichtigung der großen Batteriespeicher. Am ISEA werden verschiedene Batteriespeicher im größeren Maßstab getestet. Es bestand die Möglichkeit verschiedene Speicher zu besichtigen.

Zu Beginn wurde ein 1,2 MW Speicher, der aus Bleibatterien besteht angeschaut und im Anschluss ein 2,5 MW Speicher, der aus Lithium-Ionen-Batterien besteht.

Während der Rückfahrt nach Hannover wurde noch ein kurzer Stopp am Tagebau Garzweiler eingelegt, wo die Möglichkeit genutzt wurde sich an einem Aussichtspunkt den Tagebau anzusehen.

Ein Dank geht an RWE Power und das Institut für Stromrichtertechnik und elektrische Antriebe (ISEA) der RWTH Aachen, die die Besuche möglich gemacht haben.

Marius Grashorn

Marvin Müller

Lea-Marie Reis

 


Bild 1: Blick in den Tagebau Etzweiler


Bild 2: Blick vom Kraftwerk Niederaußem


Bild 3: Batteriespeicherprojekt MSBAT RWTH Aachen


Bild 4: Turbinenhalle Kraftwerk Niederaußem 


Bild 5: Kühlturm Kraftwerk Niederaußem 

 

 

 

Tag 2 - Besuch des GuD Kraftwerk von enercity in Hannover und des Museums für Energiegeschichte(n) von E.ON., Netzleitstelle von TenneT in Lehrte

Am zweiten Tag besuchten wir morgens, nach einem kleinen Frühstück beim Bäcker, das GuD Kraftwerk von enercity in Hannover. Nach unserer Ankunft wurden wir von einem Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit begrüßt und zunächst mit Helmen ausgestattet bevor wir das Gebäude betraten. Noch vor dem Gebäude erhielten wir einen kleinen Überblick über die Geschichte des 1963 ans Netz gegangenen Kraftwerkes. Durch den Einbau einer Gasturbine im Jahre 1998 wurde aus dem Kraftwerk ein Gas-und-Dampf-Kraftwerk (GuD). In einem GuD-Kraftwerk werden die heißen Abgase einer Gasturbine genutzt um in einem Kessel Wasserdampf zu erzeugen, der anschließend noch über eine Dampfturbine geleitet wird. Auf diese Weise wird ein höherer Wirkungsgrad erzielt.

Als nächstes fuhren wir zum Museum für Energiegeschichte(n) von E.ON. Zu Beginn der Führung wurden uns Klappstühle angeboten, welche gerne angenommen wurden. Innerhalb der nächsten 2 Stunden wurden uns ein paar kleine historische Experimente zur Elektrizität gezeigt, die Lebensgeschichte von Werner von Siemens nähergebracht und diverse elektrische Haushaltsgeräte der vergangenen Jahrzehnte gezeigt. So erfuhren wir, dass elektrische Geräte Anfang des 20. Jahrhunderts sehr begehrt waren, aufgrund ihres Preises jedoch in der Regel eher den einkommensstärkeren Schichten vorbehalten waren.

Etwas auswärts von Hannover bei Lehrte befindet sich die Netzleitstelle von TenneT, einem von 4 großen Übertragungsnetzbetreibern, welche wir als nächstes besuchten. Hier gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen, so mussten wir am Eingang unseren Personalausweis vorzeigen. In einem Konferenzraum direkt über dem Hauptkontrollraum bekommen wir eine Power Point Präsentation vorgetragen. Hauptsächliche Aufgabe in der Netzleitzentrale ist das Netz stabil zu halten. Im Wesentlichen muss dafür die Netzfrequenz konstant bei 50 Hz gehalten werden. Ein weiteres großes Problem liegt in der unzureichenden der zur Verfügung stehenden Speicher. Aktuell liegt die Kapazität bei 40 GWh, womit im Zweifel gerade einmal 10% des Bedarfs für 10 Stunden gedeckt werden können.

Nach diesen Eindrücken fuhren wir an eine Beach-Bar um bei strömendem Regen gemeinsam ein Feierabendbier zu trinken.

-Hauke Arntz

-Skalde Lübberstedt

-Andrej Albrecht

 


Leitstelle im Kraftwerk Enercity

Tag 3 - Besuch Deutsche Windtechnik (DWT) in Bremen und ENERiO in Oldenburg

Am letzten Tag der Exkursion ging es weiter nach Bremen zum Hauptsitz der Deutsche Windtechnik AG (DWT). Die DWT ist das größte herstellerunabhängige Serviceunternehmen für Onshore- und Offshore-Windenergieanlagen und ist spezialisiert auf den Fullservice. Sie wurde im Jahre 2007 gegründet und beschäftigt mittlerweile knapp 1.000 Arbeitnehmer.

Dort angekommen, stellte uns ein Mitarbeiter kurz den Betrieb vor und teilte uns danach in Kleingruppen auf. Mit diesen Gruppen durften wir nacheinander verschiedene Stationen auf dem Gelände besichtigen. Eine der Stationen war ein begleitetes Klettertraining. Ein ausgebildeter Industriekletterer, der hierzu auch Lehrgänge leitet, zeigte uns zunächst die einzelnen Komponenten der Ausrüstung und erklärte uns, welchem Zweck sie dienen. Daraufhin durften wir auf ein Gerüst steigen und uns oben angekommen auch wieder vom Gerüst abseilen lassen. Eine weitere Station war die Besichtigung eines Blockheizkraftwerks (BHKW).

Darüber hinaus durften wir uns von einem Techniker der Siemensabteilung beschreiben lassen, wie sein Tagesablauf im Betrieb aussieht. Das Highlight der Besichtigung stellte jedoch das Begehen einer Windenergieanlage mit 100m Nabenhöhe dar. Denn für die meisten Studenten war es das erste Mal, dass sie die Gondel einer Windenergieanlage von innen sahen. Zusätzlich durften wir aus einer Dachluke der Gondel noch den Ausblick auf Bremen genießen. Abschließend wurden wir, nachdem jede Gruppe alle Stationen besichtigt hatte, zum Frühstück eingeladen.

Anschließend fuhren wir nach Oldenburg zum ENERiO – Energy research in Oldenburg. ENERiO ist ein Forschungsverbund oldenburgischer Energieforscher, welcher es sich zum Ziel gemacht hat die Energieforschung- und Lehre im Raum Oldenburg voranzutreiben und zu fördern.

Zunächst besichtigten wir das Projekt Resi-Flow. Dabei handelt es sich um die Entwicklung eines Stromspeichers auf Basis der Vanadium-Redox-Flow-Technologie. Das junge Team hat dabei eine Fertigungstechnik mit hohem Kostensenkungspotential entwickelt. Die Funktionsweise wurde uns an einem Prototyp demonstriert. Ziel des Start-up Unternehmens ist es die Redox-Flow Batterie serientauglich zu machen. Bei einer Speicherkapazität von zwei Kilowattstunden würden zum Beispiel landwirtschaftliche Betriebe als potentielle Kunden in Frage kommen.

Daraufhin wurde uns ein Lithium-Ionenspeicher vorgestellt an dem die Lebensdauer durch Lade- und Entladezyklen erforscht wird. Die Zyklenzahl liegt im Bereich von 1.000 und soll durch verschiedene Optimierungen verbessert werden.

Beeindruckend war die Batteriewechselstation für Elektroautos. Hier wird einfahrenden Fahrzeugen im vollautomatischen Wechselvorgang in weniger als vier Minuten eine geladene Batterie eingesetzt und die leere Batterie in der Ladevorrichtung platziert.

Zu guter Letzt wurden uns noch die Photovoltaikabteilung des Forschungszentrums vorgestellt. Hier wird zur Nano-Optik und Licht-Strom-Wandlung geforscht.

 

-Björn Scheland
-Dustin Unsworth


Bild 1: Vostas V90 auf dem Gelände der DWT


Bild 2: Abseiltraining bei der DWT


Bild 3: Im Maschinenhaus der V90 auf dem Gelände der DWT


Bild 4: Batteriewechselstation für Pkw's ENERiO


Bild 5: Redox-Flow Batterie ENERiO


Bild 6: Entwicklung von farbigen Fotovoltaikelementen bei ENERiO