Meeresenergiesysteme und Messtechnik (MES)

© Swedish Centre for Renewable Electric Energy Conversion,Uppsala university
Quelle: Swedish Centre for Renewable Electric Energy Conversion,Uppsala university
© Fraunhofer Institute for Wind Energy and Energy Systems Technology, IWES
Quelle: Fraunhofer Institute for Wind Energy and Energy Systems Technology, IWES

Ernte von Meeresenergie im Focus

In den Meeren schlummern viele ungeahnte Energiequellen, die zur Energiegewinnung genutzt werden können. Daher gelten die Weltmeere als einer der wichtigsten Wirtschaftssektoren der Zukunft. Um diese Potentiale zu erforschen, wurde im Studiengang Maritime Technologien ein neuer Schwerpunkt gesetzt: Der Bereich Meeresenergiesysteme und Messtechnik hat den Bachelorstudiengang erweitert. Der Schwerpunkt Meeresenergiesysteme beschäftigt sich mit der Ernte regenerativer Energien aus dem Meer. Vorranging wird es um die Meeresenergie in Form von Wellen, Strömung und Gezeiten gehen. Aber auch im unterschiedlichen Salzgehalt an Flussmündungen und in den Temperaturunterschieden zwischen Oberflächen- und Tiefenwasser schlummern enorme Energiepotentiale. Gemeinsam mit den Studierenden werden die verfügbaren Ressourcen mit Hilfe von unterschiedlichen Messverfahren und Simulationsmethoden ermittelt. Hierfür werden Modellversuche geplant und nach einem Test im Labor auch im Feld eingesetzt. Zum Beispiel kann eine Wellenboje, die fern von der Küste verankert ist, die aktuelle Wellenhöhe und Wellenperiode messen und in die Hochschule ins Labor für Meerestechnik senden. Der neue Schwerpunkt wird sich auf die Potentialermittlung und Standortbestimmung für den Betrieb neuartiger Energiesysteme konzentrieren. Es sollen Methoden entwickelt werden, die eine wirtschaftliche Nutzung der Ressourcen gewährleisten und die Belange der Natur respektieren.

Studierenden auf einem Schiff
Mithilfe der Kette des Ankers konnten die Studierenden gemeinsam mit Prof. Dr. Bochert die Wellenmessboje aus dem Meer ziehen.
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Maritimes Forschungszentrum ist Ziel einer Studienfahrt des Studiengangs MAR

Ein kleines Forschungsschiff auf dem offenen Meer: Der Seegang lässt das Boot wie eine Wiege wippen. Die Sonne brennt auf der Haut der Bremerhavener Studierenden und lässt sie bei ihrer Arbeit ins Schwitzen kommen. In 24 Metern Tiefe haben sie eine Wellenmessboje am Meeresboden mit einem Anker befestigt. Nach zwei Tagen Messzeit konnte sie wieder eingeholt und die Daten ausgewertet werden: „Die Boje hat für uns die Bewegungen der Wellen gemessen. Anhand der Daten können wir nun feststellen, ob beispielsweise große oder kleine Wellen die Boje erreicht haben“, erklärt Student Hendrik Mundt den Vorgang.

Das Verankern der Boje war nur einer der Gründe für die Forschungsreise des Studiengangs Maritime Technologien der Hochschule am Meer. Um das gelernte Wissen praktisch umzusetzen, trafen sich die Bremerhavener Studierenden mit dem Schwerpunkt für Meeresenergiesysteme mit Kommilitoninnen und Kommilitonen der Universität Uppsala im Sven Lóven Centre in Schweden zu einem internationalen Workshop. Der Austausch untereinander sowie Forschungsfahrten auf dem Meer waren Mittelpunkt der Tagung.

Organisator dieser dritten Fahrt zum Sven Lovén Centre und Leiter des Studiengangsschwerpunkts Meeresenergiesysteme und Messtechnik, Prof. Dr. Axel Bochert, freute sich über die Expedition: „Es ist gut, dass die Studierenden hier praktisch arbeiten können. Sie sind voller Eifer dabei und versuchen ihre Projekte zum Erfolg zu bringen. Diese Erfahrungen werden ihnen später im Berufsleben weiterhelfen.“

Neben der Wellenmessboje wollten die Bremerhavener Studierenden ein mitgebrachtes Unterwasserfahrzeug, auch ROV (remote operating vehicle) genannt, in der schwedischen Skagerrak Nordsee testen. Doch obwohl sie sich wochenlang auf diesen Tag vorbereitet haben und viele Tests im Versuchsbecken bei Falck Safety Service in Bremerhaven durchgeführt haben, hatten sie mit Schwierigkeiten zu kämpfen: Das ROV hatte Probleme mit dem Salzwasser der Nordsee. Es konnte keine stabile Verbindung zwischen dem Fahrzeug und dem Laptop auf der Forschungsstation herstellt werden. In langen Nachtschichten versuchten die zukünftigen Ingenieurinnen und Ingenieure dann ihr ROV für den Einsatz auf dem Forschungsschiff bereit zu machen um über eine Kamera die Bauweise eines Wellenkraftwerkes der Universität Uppsala unter Wasser zu untersuchen.

Möglich wurde diese einwöchige Forschungsreise durch eine Förderung der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Mehr als 13.000 Euro stellte die höchste wissenschaftliche Einrichtung in Schweden dafür der Hochschule Bremerhaven zur Verfügung. „Ich freue mich, dass wir unseren Studierenden diese Reise bieten konnten. Alle 24 Teilnehmenden haben viel dazu gelernt und hatten viel Spaß. Mein Wunsch ist nun, dass wir diese Lehrfahrt auch im nächsten Jahr wieder organisieren können“, erklärt Prof. Dr. Axel Bochert.   

Die Ergebnisse der Workshops sind hier zu finden:

 
 

Hier gibt es weitere Eindrücke der Schweden-Forschungsreise aus der Sicht von Student Julian Laupichler.

Junger Mann mit roter Rettungsweste
Julian Laupichler ist mit seinen Kommilitoninnen und Kommilitonen für eine Studienfahrt an die schwedische Nordsee gereist.
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Eindrücke einer Schwedenexpedition - Testen eines ROV's