Fachkräfte, Studierende und Wissenschaftler:innen, die in der Praxis der Sozialen Arbeit tätig sind und zu Armut arbeiten, werden mit der Frage konfrontiert, wie sie über Armut sprechen können – mit Klient:innen, mit von Armut betroffenen Menschen, mit Forschenden. Einen möglichen Zugang bietet die Perspektive der Klassismuskritik. Klassismuskritische Soziale Arbeit meint zum einen die eigenen Prägungen zu kennen und zu verstehen, d.h. das eigene Aufwachsen in einer Gesellschaft, die immer auch eine Klassengesellschaft ist, analytisch zu erfassen. Sich dieser Wirkung bewusst zu sein, ist im Hinblick auf ein partnerschaftliches, anerkennendes Arbeiten mit Adressat:innen zentral. Stereotype bilden Mauern und verhindern Brücken, die für eine professionelle Beziehungsarbeit benötigt werden. Eine Herrschafts- und Machtanalyse der Klassengesellschaft ist zum anderen von Nöten, um strukturelle Ungleichheiten verstehen zu können und sie im Sinne der Förderung sozialer Gerechtigkeit zu adressieren.