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04.09.2026

Sicherheitskonzepte für Ammoniak als Schiffskraftstoff

Forschung

Projekt RisBA startet an der Hochschule Bremerhaven

Weltweit ist die Schifffahrt für rund drei Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Dementsprechend groß ist hier das Einsparpotenzial für schädliche Klimagase. Schon länger arbeiten Forschende daher an nachhaltigeren und klimafreundlicheren Schiffskraftstoffen, beispielsweise grünem Wasserstoff. Doch auch Ammoniak gilt als vielversprechende Alternative. Es lässt sich einfacher verflüssigen als Wasserstoff und besitzt eine höhere Energiedichte, was die Speicherung und den Transport erleichtert. Bei der Verbrennung entstehen weder CO2- noch Schwefelemissionen und auch andere Luftschadstoffe wie Kohlenstoffmonoxid und Ruß werden weitgehend vermieden. Gleichzeitig ist im Umgang mit Ammoniak Vorsicht geboten: Es ist gesundheitsschädlich und kann zu schweren Vergiftungen führen. Während Sicherheitskonzepte in anderen Bereichen bereits vorhanden und etabliert sind, ist die Nutzung von Ammoniak als Schiffskraftstoff eine neue Entwicklung. Wenn zukünftig größere Mengen in den Häfen gebunkert werden sollen, braucht es daher speziell auf diesen Standort angepasste Maßnahmen, um Mensch und Natur zu schützen.

An der Hochschule Bremerhaven ist nun ein Projekt gestartet, das genau das zum Ziel hat. Forschende des Smart Mobility Institutes wollen präventive Sicherheitskonzepte für die Ammoniakbunkerung in den Hafenstandorten Bremerhaven und Wilhelmshaven entwickeln. Aus diesem Grund arbeiten die Wissenschaftler.innen eng mit der niedersächsischen Betreibergesellschaft der landeseigenen Häfen „Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG“ und der „Port Authority Bremen“ zusammen. „Durch die systematische Risikoanalyse und Ableitung von Schutzmaßnahmen wird die hafenseitige Grundlage für eine sichere und umweltverträgliche Nutzung von Ammoniak als Energieträger im maritimen Sektor geschaffen. Das unterstützt nicht nur die Dekarbonisierung der maritimen Wirtschaft, sondern stärkt auch die Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsposition der Region. Zudem fördert es die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung und trägt so zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Hafenentwicklung bei“, erklärt Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Uwe Arens.

Initiiert wurde das Projekt von der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation der Freien Hansestadt Bremen. Senatorin Kristina Vogt sagt dazu: „Um klimafreundlicher zu werden, braucht die Schifffahrt neue, nachhaltige Treibstoffe. Ammoniak ist dafür gut geeignet: Es lässt sich einfacher verflüssigen und transportieren als Wasserstoff, und wenn es verbrennt, entstehen kein CO2 und kein Schwefel. Welchen Kraftstoff sie nutzen, entscheiden die Reeder selbst. Aber wir als Hafenstandort schaffen die Voraussetzungen, damit solche Lösungen sicher eingesetzt werden können. Weil man mit Ammoniak vorsichtig umgehen muss, entwickeln wir jetzt mit dem Projekt RisBA passende Sicherheitskonzepte für Bremerhaven und Wilhelmshaven."

Das Projekt „Risikobeurteilung bei der Bunkerung von Ammoniak in Bremerhaven und Wilhelmshaven“ wird von der Metropolregion Nordwest gefördert. Die Projektlaufzeit beträgt zwölf Monate.

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