Mit unterschiedlichen Bildungswegen zum Logistik-Allrounder

Der Hafen ist ein Einsatzbereich für die Absolvent:innen.
Der Hafen ist ein Einsatzbereich für die Absolvent:innen.

Studiengang Transportwesen/Logistik der Hochschule Bremerhaven eröffnet vielfältige Berufschancen

Bewerbungsfrist endet am 30. September

Wer sich für ein Studium interessiert, hat zunächst den klassischen Bildungsweg vor Augen: Gymnasium, Abitur und dann direkt an die Hochschule. Dass dies nicht die einzige Möglichkeit für eine akademische Laufbahn ist, zeigen drei Studierende der Hochschule Bremerhaven. Jonas Harde, Louisa Ottens und Vakkas Özer haben sich auf unterschiedliche Arten für ein Studium qualifiziert. Inzwischen haben sie den Studiengang Transportwesen/Logistik (TWL) erfolgreich abgeschlossen und dabei in viele Logistikbereiche Einblick erhalten. Sie möchten Studieninteressierten Mut machen, sich ebenfalls für ein TWL-Studium zu entscheiden.

Jonas Harde hat sich nach der Ausbildung für das TWL-Studium entschieden.
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Ausbildung statt Abitur – dafür hat sich Jonas Harde entschieden. Um sich weiter zu qualifizieren, hat er sich nach dem Abschluss auf die Suche nach einem passenden Studienfach gemacht. „Ich wollte gern an die Hochschule Bremerhaven. Da ich meine Ausbildung im Logistikbereich gemacht habe, passte TWL natürlich perfekt.“ Seine Vorkenntnisse haben ihm geholfen, wenngleich auch nicht in jedem Fach. „Anfangs war ich etwas überrascht davon, dass man so viel Mathe hat. Ich habe kein Abitur gemacht, daher fehlten mir viele Grundlagen, zum Beispiel Integralrechnung. Dafür habe ich dann mehr lernen müssen als für andere Fächer. Man wird aber bei der Klausurvorbereitung super unterstützt und bekommt Übungsaufgaben von den Lehrenden. Der Erfolg hängt dann von der eigenen Lernmotivation ab. Ich hatte keine Klausur, die nicht fair und machbar war“, berichtet Harde.

Vakkas Özer hat über das Probestudium den Weg an die Hochschule gefunden und dabei den Spaß am Lernen wiederentdeckt.
Quelle: privat

Auch Vakkas Özer hat kein Abitur gemacht. Er hat sich zu Beginn der Gymnasialen Oberstufe gegen den Schulbesuch und für eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik entschieden. Dass ein Studium trotzdem möglich ist, hat er eher zufällig erfahren. „Die Hochschule Bremerhaven bietet ein einjähriges Probestudium an. Dafür muss man eine Berufsausbildung und fünf Jahre Berufserfahrung nachweisen. Wenn man am Ende genügend Prüfungen bestanden hat, wird man für den Studiengang eingeschrieben“, erklärt er. Schnell hat er bemerkt, dass ihm das Lernen Spaß macht. Sein Studium hat Özer in der Regelstudienzeit abgeschlossen. Nebenbei arbeitet er am Flughafen. „Das Studium ist sehr abwechslungsreich. Dadurch, dass man sich keinen Schwerpunkt raussucht, sondern jeden Logistikbereich kennenlernt, kann man an vielen Stellen eingesetzt werden.“

Louisa Ottens hat sich nach dem Abitur für den Studiengang entschieden. Als Werkstudentin lässt sie sich gern in verschiedenen Logistikbereichen einsetzen.
Quelle: privat

Selbstverständlich ist eine Ausbildung keine Voraussetzung für ein Studium an der Hochschule. Anders als ihre Kommilitonen hat Louisa Ottens zunächst Abitur gemacht und sich dann für das TWL-Studium entschieden. Seit dem zweiten Semester arbeitet sie als Werksstudentin in einem Bremerhavener Unternehmen. Dort lässt sie sich gern immer wieder in anderen Arbeitsbereichen einsetzen. „Mit dem TWL-Studium wird man zum Logistik-Allrounder. Ich merke immer wieder, dass ich in allen Bereichen Fragen beantworten kann. Und das, obwohl ich vorher keine Ausbildung im Logistikbereich gemacht habe. Vorkenntnisse sind also nicht nötig, um das Studium zu schaffen“, sagt sie.

Auch wenn ihre Bildungshintergründe sehr unterschiedlich sind, empfehlen würden alle drei ihren Studiengang. „Wenn man sich für Logistik und Technik interessiert und sich von Mathematik nicht abschrecken lässt, ist man bei Transportwesen/Logistik genau richtig. Die Fächerkombination mit Technik und Ökonomie ist ein Alleinstellungsmerkmal“, so Ottens. Die Lehrenden haben viele Jahre in Unternehmen gearbeitet und legen Wert darauf, nicht nur Theorie zu vermitteln. „Um Logistik verstehen zu können, sollte man viele Bereiche kennenlernen. Ich finde zum Beispiel wichtig, auch ein Grundverständnis für die Abläufe im Lager und die Mitarbeitenden dort zu haben. So kann man Probleme leichter lösen“, sagt Harde. Eine weitere Besonderheit: die familiäre Atmosphäre. „Wir arbeiten hauptsächlich in Kleingruppen. In den Laborübungen bedeutet das, dass jeder mal an jedem Gerät arbeiten kann. So erzielt man natürlich gute Lernergebnisse, weil man alles mal praktisch ausprobieren konnte“, so Ottens weiter.

Dass die Studierenden von „ihrer“ Hochschule überzeugt sind, zeigt auch ihr Weg nach dem Bachelorabschluss. Alle drei haben sich für den Master Logistic Engineering and Management (LEM) entschieden. „Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Leute ohne Abitur trauen, sich für einen Studienplatz zu bewerben“ so Harde. Auch Eltern möchte er Mut für ein Studium machen. „Ich habe selbst ein Kind und kann sagen: Es ist machbar! Die Hochschule bietet sogar ein Teilzeitstudium an.“

Der Studiengang Transportwesen/Logistik ist regelmäßig unter den Top 5 der Logistik-Studiengänge in Deutschland vertreten und wurde mehrfach für seine Lehre und Ausrichtung ausgezeichnet. Neben Grundlagenwissen wie Mathematik, Mechanik, Elektrotechnik, Chemie, Datenverarbeitung, Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Recht und Fachenglisch ist ein wesentlicher Anteil der technischen Logistik gewidmet. Prozessoptimierung und innerbetriebliche Logistik werden dabei ebenso behandelt wie die Digitalisierung. Weitere Informationen zum Studiengang TWL unter www.hs-bremerhaven.de/twl.

Die Bewerbung für das Wintersemester 2022/23 ist für alle zulassungsfreien Studiengänge bis zum 30. September möglich.

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