Weniger Emissionen beim Schutz vor Schädlingen

Arbeiten im Projekt zusammen: Oliver Rautenberg, Ole Desens, Hannelore Cantzler, Prof. Dr. - Ing. Wilfried Schütz, Alexander Charissis, Dr. Boris Klein, Enrico Ruppert, Prof. Dr. - Ing. Axel Gottschalk (v.l.)
Arbeiten im Projekt zusammen: Oliver Rautenberg, Ole Desens, Hannelore Cantzler, Prof. Dr. - Ing. Wilfried Schütz, Alexander Charissis, Dr. Boris Klein, Enrico Ruppert, Prof. Dr. - Ing. Axel Gottschalk (v.l.)
Quelle: Kai Martin Ulrich

Forschungsprojekt „redSF“ sucht nach klimaschonenden technischen Lösungen

Wer Waren nach Australien oder Neuseeland einführen möchte, muss sich an besondere Sicherheitsbestimmungen halten. Damit keine Schädlinge eingeschleppt werden, die das empfindliche Ökosystem der Länder stören und erhebliche Ernteschäden verursachen können, werden die Güter noch im Container mit dem Insektizid Sulfuryldifluorid (SF) behandelt. Ein Teil davon gelangt dabei in die Atmosphäre. Im Verbundprojekt „redSF“ suchen Forschende des Instituts für Verfahrenstechnik an der Hochschule Bremerhaven in Kooperation mit der HARACO Offshore GmbH und der Bremerhavener Gesellschaft für lnvestitionsförderung und Stadtentwicklung mbH (BIS) nach technischen Lösungen, mit denen sich diese Emissionen künftig reduzieren lassen.

Normalerweise unterliegen Anlagen, mit denen Waren begast werden, strengen Verordnungen. Darin wird geregelt, wie viel der Substanzen in die Umwelt geraten darf. Sulfuryldifluorid bildet dabei derzeit eine Ausnahme. „Der Betrieb einer Begasungsanlage bedarf einer behördlichen Genehmigung. Da es derzeit aber keine Abgasreinigungstechnik für Sulfuryldifluorid gibt, wird diese in der Genehmigung selbstverständlich auch nicht gefordert. Letztendlich wird es also einfach in die Umwelt freigesetzt“, weiß Prof. Dr. Wilfried Schütz, der an der Hochschule Bremerhaven im Studiengang Nachhaltige Energie- und Umwelttechnologien lehrt. Da dem Gas ein hohes Treibhausgaspotential zugeschrieben wird, sei dies aus Gründen des Klimaschutzes nicht optimal. Daher sei auch davon auszugehen, dass in absehbarer Zeit technische Lösungen und damit strengere gesetzliche Regelungen in Deutschland, in Europa und letztendlich in der gesamten Welt erarbeitet werden.

Auf die Einführung solcher Vorgaben möchte die HARACO Offshore GmbH nicht warten. Stattdessen soll die technische Entwicklung in Kooperation mit der Hochschule aktiv vorangetrieben werden. Geschäftsführer Oliver Rautenberg sieht darin nicht nur einen zukünftigen Wettbewerbsvorteil für sein Unternehmen, sondern auch einen Standortvorteil des Hafens insgesamt: „Unternehmen in der Klimastadt Bremerhaven, in der einer der wichtigsten Exporthäfen Europas für den Warenverkehr nach Australien und Neuseeland liegt, müssen bereit sein Umwelt- und Klimaschutz proaktiv und innovativ zu verbessern. Wir sind der festen Überzeugung, dass die Entwicklung einer Abgasreinigungsanlage der logische und richtige Schritt in Richtung einer klimaneutralen Logistikkette ist und somit ein immer bedeutenderer Wettbewerbsvorteil für unseren Hafen wird.“

Dafür erarbeiten und überprüfen die Forschenden des Instituts für Verfahrenstechnik verschiedene technische Lösungen. Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit spielen eine wichtige Rolle. „Eine Methode zur Reduzierung von Sulfurylfluorid schützt nicht nur das Klima und die Umwelt allgemein, sondern steigert auch die Akzeptanz der Exporteure sich den hier ansässigen Logistikunternehmen anzuvertrauen. Wir als Hochschule Bremerhaven und hier speziell wir im Institut für Verfahrenstechnik sind natürlich stolz darauf, dass unsere Expertise bei so einem wichtigen regionalen Projekt gefragt ist. Besser kann der Transfer von Wissen aus der Forschung in die Wirtschaft nicht initiiert werden“, so Prof. Schütz.

Das Projekt wird mit Mitteln aus dem Programm zur Förderung anwendungsnaher Umwelttechniken (PFAU) der bremischen Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau und mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

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