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06.03.2024

Härteprüfung praktisch umgesetzt

Hochschule

Schüler:innen machen Unterricht im Hochschullabor

Im Werkstofflabor der Hochschule ging es um die Härteprüfung von verschiedenen Materialien. „Ein Hammer muss härter sein als das Material, was er bearbeiten soll. Ob das so ist, kann durch eine Härteprüfung nachgewiesen werden.“, erklärte Stefanie Uhe, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Nadine Zeidler und ihrer elften Klasse des Beruflichen Gymnasiums zu Besuch an der Hochschule war. Es ging direkt in die Praxis. Eine Gruppe ihrer Schüler:innen hörte gespannt den Anweisungen von Malte Kemper, wissenschaftlich technischer Angestellter der Hochschule, zu. Dieser erklärte den Umgang mit Universalhärteprüfern mit Diamantspitze mit verschiedenen Härteprüfverfahren. „Bei der Härteprüfung nach Vickers wird eine quadratische Pyramide aus Diamant mit einer definierten Kraft in das zu prüfende Material gedrückt. Dabei entsteht im Material ein Abdruck der Diamantpyramide. Im Anschluss wird mit Hilfe einer optischen Vergrößerung die Größe des Abdrucks bestimmt und anhand von Tabellen oder durch Berechnung der Härtewert ermittelt. Bei einem anderen Prüfverfahren, der Härteprüfung nach Rockwell, wird ein Kegel aus Diamant in das Material gedrückt und die Eindringtiefe gemessen“, so Malte Kemper.

Die theoretischen Grundlagen haben die Schüler:innen bereits im Unterricht erlernt. Mit den selbst gemessenen Härtewerten prüften sie im Labor der Hochschule nach, ob die Werkstoffproben die entsprechenden Normwerte erfüllen. Die Schüler:innen  legten die verschiedenen Stahlproben nacheinander auf den Prüfteller , dann senkte sich eine kleine Diamantspitze ab und maß die Härte. Erwartungsvoll schauten sie auf die Tabellen und verkündeten stolz die korrekten Werte. „In der Regel misst man drei Mal und errechnet dann den Mittelwert“, erklärte Malte Kemper.

Wie man die Mikrostruktur von Werkstoffen untersucht, erfuhren die Schüler:innen im Metallografielabor von Prof. Dr.-Ing. Bettina Camin. Hier betrachteten sie die Stahlproben unter dem Mikroskop. „Die Mikroskopie kommt neben der Werkstoffanalyse auch bei der Schadensanalytik von Bauteilen zum Einsatz, denn die später makroskopisch sichtbaren Schäden, wie z. B. eine korrodierte und damit undichte Wasserleitung, haben ihre Ursache in der Mikrostruktur. Die Mikroskopie hilft den Werkstofftechnikern bei der Suche nach der Schadensursache wie die Lupe bei Sherlock Holmes auf der Suche nach kleinsten Spuren und Hinweisen“, so Prof. Dr.-Ing Bettina Camin. Für manche der Elftklässler:innen war es das erste Mal, durch ein Mikroskop zu schauen. Für die umstehenden Mitschüler:innen  ließ sich das aktuelle Mikroskopbild auf einen Monitor übertragen, so hatten alle gleichzeitig freie Sicht auf die feinen Strukturen der verschiedenen Metalle.

Die Kooperation zwischen der Max-Eyth-Schule und der Hochschule Bremerhaven besteht schon seit 2011. Neben Besuchen beim jährlichen Campustag gehören auch gemeinsame Projekte zur Zusammenarbeit. „Auch das alljährliche Praktikum im Fachgebiet Werkstofftechnik erfreut sich immer großer Beliebtheit“ sagt Prof. Dr.-Ing. Bettina Camin. Dies bestätigte die Schulklasse. „Die Schüler:innen waren begeistert von den ganzen Technikräumen und Laboren. Sie fanden den Tag und den Überblick über das Studienangebot toll“, so Stefanie Uhe. Seit dem Start der Kooperation finden jedes Jahr einige Schüler:innen nach dem Abi an der Max-Eyth-Schule ihren Weg an die Hochschule Bremerhaven. „Das zeigt, dass die Kooperation für beide Seiten erfolgreich ist“, sagte Stefanie Uhe.

(Text: Jurina Kleemeyer und Nadine Metzler)

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