Mehr Ladungssicherheit für Schwertransporte

Mit einem Hydrauliktrailer lassen sich die Auswirkungen von Notbremsungen simulieren.
Mit einem Hydrauliktrailer lassen sich die Auswirkungen von Notbremsungen simulieren.
Quelle: Prof. Dr. Carsten Dorn

Student der Hochschule Bremerhaven untersucht Auswirkungen von Notbremsungen auf schwere Ladegüter

Wenn Ladegüter nicht ausreichend gesichert sind, führt dies immer wieder zu Verkehrsunfällen. Besonders bei plötzlichen Brems- und Ausweichmanövern kann die Ladung verrutschen und im schlimmsten Fall auf die Straße fallen.  Mit der Frage, wie sich eine Notbremsung auf einen Schwertransport auswirkt, hat sich der Student Felix Thole beschäftigt. Für seine Bachelorarbeit im Studiengang Transportwesen/Logistik an der Hochschule Bremerhaven führte er auf dem Testgelände des Forschungs- und Technologiezentrums Ladungssicherung Selm gGmbH Versuche mit einem selbstfahrenden Hydrauliktrailer durch. Unterstützt wurde er dabei durch die Unternehmen dteq Transport Engineering Solutions GmbH, Fahrenholz Industrie Service sowie F&T LaSiSe. Die Ergebnisse sollen in die weitere Forschung einfließen und den Transport schwerer Güter in Zukunft noch sicherer machen. Insbesondere Güter mit einer Masse von 100 bis 1500 Tonnen stehen dabei im Fokus.

Um die Versuche durchführen zu können, musste zunächst die entsprechende Ausstattung zum Testgelände transportiert werden. „Wir mussten einen 80 Tonnen Tele-Autokran bestellen, um das Equipment zu entladen und den Versuchsaufbau durchzuführen. Dafür mussten drei acht Tonnen schwere Gewichte, die als Ladungssimulation dienten, in Position gehoben werden“, erklärt Thole. Zusätzlich wurde der Versuchsaufbau mit Messgeräten versehen. Über 4.000 Messwerte pro Sekunde konnten so pro Kanal aufgezeichnet werden. „Ziel war es herauszufinden, wie sich die Notbremsung auf die Ladung des Schwertransporters auswirkt. Dafür wurde gemessen, welche Beschleunigungen bei Geschwindigkeiten von 0,5 bis fünf Kilometern pro Stunde entstehen“, so Studiengangsleiter Prof. Dr.-Ing. Carsten Dorn. Um die Richtigkeit der ermittelten Werte zu gewährleisten, wurden für jede Geschwindigkeit jeweils fünf Messungen im unbeladenen und im beladenen Zustand durchgeführt.

Felix Thole und Prof. Dr.-Ing. Carsten Dorn sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen. „Die Versuche fanden unter perfekten Bedingungen statt und waren ein voller Erfolg“, freut sich Thole. Aktuell ist er mit der Analyse der gewonnenen Daten beschäftigt. Seine Erkenntnisse fließen in Betrachtungen ein, wie schwere Ladegüter beim Transport mit selbstfahrenden Hydrauliktrailern zu sichern sind, damit in Zukunft keine Ladungen verrutschen oder herabfallen. „Gerade bei sehr schweren Ladegütern ist das ein schwieriges Problem“, weiß Prof. Dorn. Es gelte herauszufinden, welche Kräfte bei entsprechenden Notbremsungen auftreten und welche Sicherheitskonzepte ergriffen werden müssen, damit solche Transporte effizient durchgeführt werden können. Weitere Untersuchungen sind in Planung.

Zugehörige Dokumente

Zurück zur Übersicht