Projekt "R3" eröffnet Allgemeinladen in „wunderwerft“ Bremerhaven

Richard Schulte

Neues Schaufenster lockt mit regionalen Produkten

Der Einkauf per Klick statt im lokalen Einzelhandel wird immer beliebter bei den Konsumentinnen und Konsumenten. Für die Unternehmen in der Region bedeutet dies große Umsatzeinbußen bis hin zu Geschäftsaufgabe. Mit Möglichkeiten, wie der stationäre mit dem Onlinehandel verschmelzen und so wettbewerbsfähiger gemacht werden kann, beschäftigt sich das Forschungsprojekt "R3 - Resilient, Regional, Retail in der Metropolregion Nordwest" an der Hochschule Bremerhaven. In sogenannten „Allgemeinläden“ werden Produkte lokaler Einzelhändler innerhalb einer gemeinsamen Schaufensterfläche präsentiert und lassen sich dort per QR-Code bequem mit dem Handy bestellen. Nach der erfolgreichen Umsetzung in Brake, Elsfleth und der Bremerhavener Innenstadt wurde nun ein neuer Allgemeinladen in der „wunderwerft“ (Hafenstraße 184a, Bremerhaven) eröffnet. Das Projekt „R3“ wird gefördert aus den Förderfonds der Metropolregion Nordwest mit dem Förderschwerpunkt „Mobilität der Zukunft“ und von Erlebnis Bremerhaven GmbH unterstützt.

Beteiligt am Allgemeinladen in der „wunderwerft“ sind Alis Schnäppchen Markt, Ani Boutique 91, Aram Import & Export, Buchhandlung Morisse, Buchhandlung Memminger, ELA Juwelier, Fundus Geestemünde, Glückswinkel, Hair & Cosmetic Company, Jacques‘ Weindepot, Lorenzen Weine und Spirituosen und Pelzhaus Märcker. „Unser Ziel mit der „wunderwerft“ ist es, die Gewerbetreibenden auf der Hafenstraße umfassend zu unterstützen. Dabei haben wir festgestellt, dass viele lokale Geschäfte noch wenig oder gar nicht digital präsent sind. Ich würde mich freuen, wenn der Allgemeinladen und das damit verbundene Online-Schaufenster, für einige der Einstieg in eine eigene Homepage oder einen eigenen Shop wird“ sagt Miriam Gieseking von der Quartiermeisterei Lehe.

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft wurden die ersten Allgemeinläden in der Metropolregion Nordwest eröffnet. Seit einigen Wochen teilen sich verschiedene stationäre Einzelhändler Schaufensterflächen leerer Ladenlokale und präsentieren dort eine kleine Auswahl ihrer Waren. Unabhängig von der Öffnungszeit können seitdem potenzielle Kundinnen und Kunden über verknüpfte QR-Codes Informationen zu Produkten und Händlern abrufen oder die Waren direkt in Onlineshops bestellen. Zukünftig sollen eine Bestell- und Bezahlmöglichkeit sowie die Option der regionalen Lieferung mit Lastenrädern integriert werden. „Wenn ich am Allgemeinladen in Brake vorbeigehe, stehen meistens Leute davor und scannen QR-Codes. Zunehmend erhalten wir auch die Rückmeldung, dass dieses Schaufenster endlich „wiederbelebt“ wurde“, so Ina Niestaedt vom BrakeVerein.

Das Forschungsprojekt "R3" möchte das Konzept und Softwaredesign einer regionalen Handelsplattform erarbeiten, um eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Versorgungs- und Logistikstruktur für die Metropolregion Nordwest bereitzustellen. „Durch verschiedene Pilotprojekte in der Region hoffen wir auf eine Zusammenarbeit mit unseren Partnern und arbeiten gemeinsam daran, durch unser Projekt die notwendigen Schritte für einen regionalen Online-Handel unterstützend zum stationären Geschäft im nordwestlichen Ballungsraum vorzubereiten und so einen nachhaltigen Beitrag zur Stützung des Einzelhandels beizutragen", so Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Benjamin Wagner vom Berg

Weitere Informationen unter https://handel-nachhaltig.de

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