Doppeldiplomierung für Anlagenbetriebstechnik feiert 25. Geburtstag

Die Absolventen der Anlagenbetriebstechnik der Hochschule Bremerhaven haben ab sofort die Möglichkeit, neben dem Deutschen Ingenieurabschlussdiplom auch einen polnischen "Magister Inzynier" abzulegen. Dies sieht eine Kooperationsvereinbarung vor, die die Hochschule Bremerhaven in diesem Monat mit der polnischen Universität Wyzsza Szkola Morska in Gdynia abgeschlossen hat. Im Gegenzug können polnische Studenten das deutsche Ingenieursdiplom (FH) ablegen.
Die polnische Universität ist ein langjähriger Kooperationspartner der Hochschule Bremerhaven. "Auch dort sah man sich gezwungen, aufgrund der geringen Nachfrage den Studiengang Schiffsbetriebstechnik zur Anlagenbetriebstechnik weiterzuentwickeln, um Studierenden einen zusätzlichen Arbeitsmarkt zu bieten", sagt Professor Dr. Dieter Lompe, der das Kooperationsprojekt zur Doppeldiplomierung im Hause der Hochschule federführend betreut. So stand die Hochschule Bremerhaven Pate bei der Erarbeitung des Curriculums. An der Wyzsza Szkola Morska übernahm man schließlich den Studiengang Anlagenbetriebstechnik mit gleichen Inhalten. Er soll zum kommenden Wintersemester seinen Studienbetrieb aufnehmen.
Wer einen deutschen und polnischen Abschluss anstrebt, muss ein Jahr im jeweils anderen Land verbringen. Dieser vorgesehene Austausch soll im sechsten und siebten Semester erfolgen. Somit wird das Praxissemester im Ausland absolviert. Des Weiteren muss im Vorfeld ein deutscher bzw. polnischer Sprachkurs belegt werden, um wenigstens Grundlage der fremden Sprache zu beherrschen. Studierende aus Bremerhaven werden den Sprachkurs an der Lódz University besuchen. Zudem müssen sie ein zusätzliches, neuntes Semester in Bremerhaven studieren. "Das ist die Anforderung der polnischen Universität", erklärt Professor Lompe. Erweiterte Studienleistungen in technischer Mathematik und Physik stehen dabei im Vordergrund. "Damit wird unser Diplom in den Rang eines Universitätsdiploms aufgewertet", schildert Lompe.
Der Universitätsabschluss sowie die Qualifizierung für den boomenden polnischen Arbeitsmarkt machen für Lompe den Reiz der Doppeldiplomierung für deutsche Studentinnen und Studenten aus. "Viele deutsche Firmen sind bereits auf dem osteuropäischen Markt erfolgreich tätig und werden weiter expandieren. Durch die Doppeldiplomierung erwirbt man sich eine besondere Qualifikation." Die polnische Sprache stellt für Lompe kein Hinderungsgrund dar. "Erwartet werden erst einmal nur Grundkenntnisse, ist man im fremden Land, kommen die Sprachkenntnisse fast von allein. Zudem wird ein großer Teil des Unterrichts in Polen in englischer Sprache angeboten."
Da der Studiengang Anlagenbetriebstechnik in Polen zum kommenden Wintersemester startet, ist ein erster Austausch von Studierenden frühestens in drei Jahren zu erwarten. Die ersten Doppeldiplomierungen werden wohl 2005 vergeben. Professor Lompe hofft auf einen regen Studentenaustausch. "Vier bis sechs Studierende werden pro Semester nach Polen gehen", meint er. Die Doppeldiplomierung ist ein zusätzliches, freiwilliges Angebot. "Nicht jeder Student der Anlagenbetriebstechnik muss diesen Weg gehen", so Lompe.

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