Online-Wahlen an der Hochschule Bremerhaven

An der Hochschule Bremerhaven ist heute die erste rechtsverbindliche Internet-Wahl im Land Bremen zu Ende gegangen. Studierende, Hochschullehrer und Mitarbeiter der Hochschule konnten ihre Stimme zum Akademischen Senat und zum Fachbereichsrat alternativ zum Stimmzettel aus Papier auch elektronisch abgeben. Angeboten wurde die Online-Stimmabgabe vom heimischen PC oder von entsprechend eingerichteten Geräten im Wahllokal.
Von der elektronischen Stimmabgabe machten 66 % der Wählerinnen und Wähler Gebrauch. Der überwiegende Teil dieser Stimmen wurde im Wahllokal abgegeben. "Viele Wählerinnen und Wähler haben sich dort spontan für die elektronische Stimmabgabe entschieden. In einigen Fällen stieß die Wahl von zu Hause aus aber auch noch auf technische Probleme, so dass doch das Wahllokal aufgesucht werden musste", erklärt Hochschulsprecherin Daniela Krause-Behrens.
Die Wahlbeteiligung lag mit 22 % deutlich unter der Beteiligung des Vorjahres. Die Hoffnungen der Veranstalter, mit dem Online-Angebot die Wahlbeteiligung erhöhen zu können, haben sich also nicht erfüllt.

"Es hat sich allerdings gezeigt, dass die Wählerinnen und Wähler der Internet-Wahl sehr positiv gegenüberstehen", zieht Krause-Behrens eine erste Bilanz. "Wenn sich das Verfahren durchsetzt, wird sich der Aufwand bei der Stimmenauszählung künftig erheblich reduzieren." Tatsächlich dauerte die Auszählung der online abgegebenen Stimmen nur 4 Minuten. Bis die auf Papier abgegebenen Stimmen ausgezählt und hinzuaddiert waren, musste aber noch einige Zeit gewartet werden.
Die Online-Wahl an der Hochschule Bremerhaven wird in Kooperation mit bremen online services (bos) und der Leverkusener Firma ivl durchgeführt, von der die Wahl-Software stammt. "Wir haben im Rahmen des vom Bundeswirtschaftsministerium getragenen Projekts MEDIA@Komm die Sicherheitsinfrastruktur ‚OSCAR' für Online-Verwaltungsvorgänge entwickelt. Diese Technik werden wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern jetzt auch für Wahlen nutzbar machen", erklärt Dr. Stephan Klein, Geschäftsführer von bos.

Bei der nächsten Online-Wahl, da sind sich alle Beteiligten einig, werden viele Probleme, die diesmal noch Kopfzerbrechen bereitet haben, gelöst sein. Das Projekt an der Hochschule Bremerhaven leistet daher einen wichtigen Beitrag, um eines Tages auch Kommunal-, Landtags- oder sogar Bundestagswahlen übers Internet abhalten zu können.

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