Arbeitsfeld Biotechnologie regional verankern

Die Hochschule Bremerhaven und das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) richten gemeinsam eine Kooperationsprofessur ein. Die Professur umfasst das Fachgebiet Algorithmik in der Molekularbiologie und wird mit der Leitung der Arbeitsgruppe Bioinformatik im Rechenzentrum des AWI verbunden. So wird der noch zu berufende Professor je zur Hälfte Lehre in der Hochschule und Forschung im AWI vertreten. Durch die neue Kooperationsprofessur wird die Zusammenarbeit von Hochschule und AWI weiter intensiviert.

Die Hochschule Bremerhaven baut in den Studiengängen Bioinformatik und Medizintechnik ein regional verankertes Arbeitsfeld Biotechnologien mit den Arbeitsschwerpunkten "Analytische Molekularbiologie", "Analytik in der humanen Molekularmorphologie" und "Algorithmische Methoden der Bioinformatik" auf. "Durch die Kooperationsprofessur kann die Kompetenz des AWI bei der Entwicklung des Fachgebietes genutzt werden. Studierende können an aktuelle Themen in Forschung und Lehre herangeführt werden", sagt Hochschulrektor Prof. Dr. Josef Stockemer.

Im AWI-Rechenzentrum befasst sich die Arbeitsgruppe Wissenschaftliches Rechnen mit der Entwicklung und Optimierung von komplexer Modellierungssoftware, vor allem für die Klimaforschung. Mit Modellrechnungen können Biologen neue Einblicke in Evolution und Populationsstrukturen von Lebensformen gewinnen. "Unser Rechenzentrum betreibt die erforderlichen Hochleistungsrechner. Diese Arbeitsgruppe ist in engem Kontakt mit unseren Biologen zur Erarbeitung von Algorithmen, z. B. für die Gensequenzanalyse", erklärt Prof. Dr. Jörn Thiede, Direktor des AWI.

"Für die Lehre in den Studiengängen Bioinformatik und Medizintechnik können einschlägige Computer basierte Werkzeuge des AWI genutzt werden", berichtet Prof. Dr. Rainer Dammer, Leiter des Studiengangs Medizintechnik in der Hochschule Bremerhaven. Dammer setzt auf das Instrument Kooperationsprofessur. Im Studiengang Medizintechnik wird bereits zum zweiten Mal eine Kooperationsprofessur mit einer externen Wissenschaftseinrichtung eingegangen.
"Das AWI bringt insbesondere durch die Durchführung von Praktika und Diplomarbeiten aktuelle Themen der Algorithmik in der Molekularbiologie in die Lehre der Hochschule ein. So wird das AWI in seiner Forschungs- und Entwicklungstätigkeit unterstützt", ergänzt Prof. Dr. Wolfgang Hiller, Leiter des AWI-Rechenzentrums.

Die organisatorischen und rechtlichen Fragen sind durch einen Kooperationsvertrag und eine Vereinbarung über ein gemeinsames Berufsverfahren geregelt. Die Kooperationsprofessur ist zunächst auf fünf Jahre befristet mit der Möglichkeit, die Ausrichtung der Inhalte und die Aktualität der Thematik zu bewerten und zu überprüfen. Die Finanzierung wird je zur Hälfte durch die Hochschule Bremerhaven und das AWI sichergestellt.

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