Auswahlverfahren wird fester Bestandteil des Bewerbungsverfahrens

Die Hochschule Bremerhaven hat in diesem Sommer erstmals ein Auswahlverfahren bei Studienbewerbern durchgeführt. Im internationalen Studiengang Cruise Industry Management (Seetouristik) war nicht nur das Abschlusszeugnis und die Sprachzertifikate ausschlaggebend, sondern die Interessierten mussten sich auch im Bewerbungsgespräch beweisen. "Das Verfahren hat sich bewährt. Wir konnten uns einen sehr guten Eindruck von den Bewerbern machen", zieht Studiengangsleiter Prof. Dr. Michael Vogel Bilanz.

12 der 40 Studienplätze in dem zulassungsbeschränkten Studiengang vergab man über das Auswahlverfahren. 36 Bewerberinnen und Bewerber wurden zu 20-minütigen Gesprächen geladen. Zwei Hochschullehrer sowie Vertreter des externen Beraterkreises aus der Kreuzfahrtbranche nahmen die Gespräche ab. Die Studieninteressierten mussten Fragen zum Studienfach und zur persönlichen Motivation beantworten. Die Gespräche wurden in Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch geführt, denn die Fremdsprachenkompetenz ist im Studium entscheidend. "Abschließend kann man sagen, dass die Frauen aufs Gespräch viel besser vorbereitet waren als die Männer", erklärt Prof. Vogel. Sie konnten Fragen zu Studieninhalten und zur Kreuzfahrtbranche beantworten. "Bei Auswahlgesprächen ist die gute Vorbereitung entscheidend."
Die Auswahlgespräche will man auch im nächsten Jahr anbieten. "Der enorme Aufwand, der das Verfahren für Hochschullehrer, externe Berater und Verwaltungsmitarbeiter bedeutet, rechnet sich", meint Prof. Vogel. Er hofft, durch die Studierendenauswahl die Abbrecherquote zu senken und motivierte Studierende zu finden. "Zudem ist es wichtig, in einem so stark nachgefragten Studiengang wie Seetouristik auch Bewerbern eine Chance einzuräumen, die besondere Bezüge zum Studienfach vorweisen können. Die Abiturnote muss nicht das alleinige Maß aller Dinge sein."

Ob auch andere Studiengänge der Hochschule Bremerhaven ein Auswahlverfahren durchführen, ist noch nicht klar. Dies liegt in der Entscheidung der Dekane. Im Land Bremen können die Hochschulen 24 Prozent der Studienplätze über ein eigenes Auswahlverfahren vergeben.

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