Haus S ist architektonisches Meisterwerk

Der Campus der Hochschule Bremerhaven ist gewachsen. Pünktlich zum Wintersemester 2005/06 ist das neue Haus S an der Karlsburg fertig gestellt. In nur 21 Monaten schufen der Architekt Prof. Kister und das Generalunternehmen Ed. Züblin AG ein Gebäude, das auf rund 3.900 Quadratmeter Fläche genügend Platz bietet für zwei Hörsäle, Büros, Seminarräume und eine große, moderne Bibliothek. Dabei setzt das Gebäude Maßstäbe. „Dieser Bau ist ein architektonisches Meisterwerk, welches zudem die Hochschule optisch sehr deutlich in die Wahrnehmung der Bremerhavener Bürger rückt“, meint Rektor Prof. Dr. Josef Stockemer.
Die besondere Herausforderung für die Gestalt dieses Gebäudes lag in der städtebaulichen Situation und der Nachbarschaft zu den umgebenden Bauten von Oswald M. Unters, Gottfried Böhm und Hans Scharoun. „Von einer klaren Raumkante entlang der Columbusstraße entwickelt sich der Hochschulneubau in Richtung Kennedybrücke zu einer bauplastischen Figur. Sie wird im Vorbeifahren als Faltung mit überraschender Raumtiefe wahrgenommen und schafft gleichzeitig eine städtebauliche Torsituation“, sagt Architekt Prof. Johannes Kister. Der hervorgehobene Kopfbau des Projektes sorge für eine Fernwirkung der Gebäudesilhouette.

Ein Torfbrandklinker braun-schwarz-roter Färbung bekleidet das gesamte Gebäude und umhüllt ebenfalls das schräg verlaufende Dach des Hörsaals sowie seine Unterseite. Die skulpturale Wirkung des Gebäudes wird dadurch betont. In die Ziegelhaut sind mehr oder minder große Fenster eingeschnitten, die vor allem in den Abendstunden für die Vorbeifahrenden Einblicke in ein farblich lebhaftes Inneres ermöglichen.

Vom Eingangsbereich des Hauses S erreicht man die Bibliothek, die sich erdgeschossig ausbreitet. Die Decken und Wände der Bibliothek sind in Sichtbeton gehalten und geben der Atmosphäre damit eine besondere Ernsthaftigkeit. PC-Arbeitsplätze für Studierende befinden sich auf einer Empore. Durch die Orientierung der Seminarräume nach Norden sind gute Lichtverhältnisse für EDV-Arbeitsplätze, geringe Aufheizung und minimale Lärmbelästigung garantiert. Eine besondere Fensterkonstruktion mit vorgehängten Sicherheitsglasscheiben ermöglicht es, auch bei stürmischen Nordwinden natürlich zu belüften.

„Das Zusammenspielt von städtebaulicher Gestalt und der massiven haptischen Materialität führt zu einem für diesen Ort unverwechselbaren Baukörper, der auf eine langfristige Wirkung setzt. Ein Gebäude, das sich mit seiner Silhouette in die Abwicklung der Stadtkante einschreibt“, meint Prof. Kister.

Das Haus S ist bezogen. Der Endpunkt in der Entwicklung der Hochschule Bremerhaven ist damit allerdings nicht gesetzt, denn die Pläne für den nächsten, damit sechsten Bauabschnitt nehmen bereits Gestalt an. Dazu Rektor Prof. Stockemer: „Stillstand bedeutet Rückschritt, und Rückschritt kann und will sich diese Hochschule nicht leisten. Deshalb setzen wir weiter auf Wachstum. Es sind insbesondere drei Säulen, die wir noch weiter stärken wollen: Internationalisierung, Forschung sowie Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Dabei werden wir natürlich auf die sich sehr gut entwickelnde Zusammenarbeit mit dem Alfred-Wegener-Institut und auch mit der Universität Bremen zurückgreifen, aber dennoch brauchen wir zur Erreichung unserer Ziele weitere Räumlichkeiten und zwar insbesondere im Bereich der Labore.“ Und so ist der nächste Meilenstein in der Entwicklung der Hochschule Bremerhaven bereits gesetzt.

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