Buch „Kleine Geschichte des Webdesigns“ beleuchtet Internetauftritte von Rundfunk und Printmedien

Buchcover zu "Kleine Geschichte des Webdesigns"
Buchcover zu "Kleine Geschichte des Webdesigns"
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Knapp 150 Websites gab es im Jahr 1993, heute liegt diese Zahl wohl im zweistelligen Milliardenbereich. Die Entwicklung des Webdesigns in den vergangenen zwölf Jahren lässt tiefe Einblicke in den Wandel der Medien im Zeitalter der Digitalisierung zu. Darauf geht Prof. Dr. Holger Rada, Stiftungsprofessor im Studiengang Digitale Medien an der Hochschule Bremerhaven, in seinem neuesten Buch „Kleine Geschichte des Webdesigns – Rundfunk und Printmedien im WWW 1994 – 2006“ ein.

Eine umfassende Geschichte des Webdesigns gibt es bislang nicht – weder in Deutschland noch in den USA. Das ist erstaunlich, denn diese Geschichte ist mittlerweile über zehn Jahre alt und hat mehrere grundlegende Zäsuren erfahren. Die bisherigen historischen Erklärungsversuche beziehen sich eher auf Fragen zumeist technischer Art und verstehen sich als Ratgeber zum Thema.

Das 150-seitige Buch soll dazu beitragen, die Geschichte des Webs nicht nur im Kontext der Technisierung zu begreifen und lediglich an dem zu messen, was technisch machbar ist. „Sondern es werden gezielt ästhetische Spurensuche betrieben und Tendenzen sowie Epochen einer gestalterischen Entwicklungsgeschichte herausgearbeitet“, so Prof. Rada. Sein Werk ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil gibt es einen allgemeinen Überblick über die Geschichte des kommerziellen Webdesigns von 1994 bis 2005. Im zweiten Teil wird die gestalterische Entwicklung anhand konkreter Fallbeispiele nachvollzogen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Rundfunk- und Printmedienangeboten im Netz. Untersucht wird die Designgeschichte aus den Bereichen Radio („swf3“, „dasding“), Fernsehen („ard“, „tagesschau“, „zdf“), Zeitung („bild“, „welt“, fr-aktuell“) und Magazin („stern“, „spiegel“). Dabei legt der Autor vier Epochen zugrunde. Des Weiteren erfährt der Leser unter dem Titel „Hintergrundwissen“ Informatives zum Beispiel zum CSS-Design, Webvideo und Animation.

Für sein Buch griff Prof. Rada in erster Linie auf sein eigenes Internetarchiv zurück, welches bis ins Jahr 1994 reicht. Und auch das Internetarchiv www.archive.org, das als Onlinebibliothek viele digitale Texte, Bilder und Filme seit 1996 speichert, hat der Wissenschaftler genutzt. Enttäuschend war dagegen die Recherche bei einigen Medienhäusern. So gab es zum Beispiel beim ZDF oder Spiegel Online große Lücken bei der Archivierung von eigener Websites oder Screenshots älterer Versionen.

Die Geschichte des Internet war bisher vor allem eine Geschichte, die von Informatikern, Medienwissenschaftlern oder Soziologen beschrieben wurde. Das Buch „Kleine Geschichte des Webdesigns“ stellt die Historie der Ästhetik des World Wide Web in den Mittelpunkt und ist für Experten wie Laien eine spannende und interessante Lektüre. Das Buch ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.


Zum Autor:
Prof. Dr. Holger Rada lehrt seit 1. Juli 2003 an der Hochschule Bremerhaven. Der Wissenschaftler arbeitet im Studiengang Digitale Medien, dort schwerpunktmäßig im Fachgebiet Mediendesign und Medienproduktion. Vor seiner Berufung nach Bremerhaven war er an der Universität Tübingen tätig. Rada besetzt die dritte Stiftungsprofessur an der Hochschule Bremerhaven. Die konnte dank der Unterstützung der regionalen Wirtschaft eingerichtet werden. Unter dem Dach des Stifterverbandes machten die Städtische Sparkasse, die Nordsee-Zeitung, Norbert Tränkner, Friedrich Dieckell, die Dieckell-Stiftung, die swb Bremerhaven und die NordKom Bremerhaven die Einrichtung der Professur möglich.

Zugehörige Dokumente

Zurück zur Übersicht