Industrie und Wissenschaft diskutiert Forschungsergebnisse zur Offshore-Windenergie

Der fünfte Forschungsworkshop Windenergie der Forschungs- und Koordinierungsstelle an der Hochschule Bremerhaven präsentiert aktuelle regionale und überregionale Forschungsprojekte. Die drei Hauptthemen Windenergie im Land Bremen, Bauteilbeanspruchung sowie Wartung und Überwachung boten den Teilnehmern aus Wissenschaft und Industrie Gelegenheit zur Information und zum Erfahrungsaustausch.


Erneut war die Seestadt Bremerhaven Veranstaltungsort für den bereits 5. Forschungsworkshop Windenergie der Forschungs- und Koordinierungsstelle Windenergie an der Hochschule Bremerhaven (fk-wind). Die drei Hauptthemen Windenergie im Land Bremen, Bauteilbeanspruchung sowie Wartung und Überwachung boten den Teilnehmern aus Wissenschaft und Industrie Gelegenheit zur Information und zum Erfahrungsaustausch.

Frau Dr. Rita Kellner-Stoll vom Senator für Bau, Umwelt und Verkehr wies in ihrem Grußwort auf Bremerhaven als den Standort für die Offshore-Windenergie hin, insbesondere auch im Zusammenhang mit der engen Verknüpfung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft im Land Bremen. Als hervorragendes Einzugsgebiet mit besten Voraussetzungen für den Auf- und Ausbau der Windenergietechnologie in der Megawattklasse hat Frau Kellner-Stoll die Unterweserregion hervorgehoben.

Der erste Fachvortrag verdeutliche die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschung auf dem Gebiet der Erstellung von Normen und Richtlinien. Diese sind wesentliche Bestandteile zur internationalen Harmonisierung, zur Schadensvermeidung und ein Faktor zur Marktöffnung für die Windenergie. Der Einsatz von genormten Test- und Messverfahren wird eine Aufgabe des in einem weiteren Vortrag vorgestellten neu gegründeten Bremerhavener Fraunhofer Centers für Windenergie und Meerestechnik (CWMT) sein. Das CWMT ist in die beiden Teilbereiche Rotorblattprüfung und Technische Zuverlässigkeit aufgeteilt.

Die Experten aus dem Land Bremen diskutierten zudem die Bedeutung der Qualifizierung von Faserverbundwerkstoffen für Offshore-Windenergieanlagen durch Schwingfestigkeitsprüfungen als Grundlage für die Bruch- und Bauteilauslegung. In einem Vorhaben der Siemens Wind Power GmbH zur Untersuchung von Windenergieanlagen in extremer Böenanregung ist das Projektziel die simulationsunabhängige Optimierung der Turmentwicklung und –dimensionierung und des Turmdesign. Ein Mitarbeiter des Deutschen Windenergie-Instituts Wilhelmshaven stellte Untersuchungen zum „Load Monitoring“ vor und die Methoden und Vorgehensweisen bei der Ermittlung der Lasten und der Materialbeanspruchung von Windenergieanlagen.

Nicht nur die erheblichen Bauteilbeanspruchungen von Windenergieanlagen auf hoher See, sondern auch die Wartung und Überwachung dieser Anlagen sind eine große Herausforderung und waren daher mit fünf Beiträgen ein größerer Themenblock auf dem Forschungsworkshop der fk-wind. Neben der Offline-Datenerfassung und deren Integration in eine Datenbank für Offshore-Windparks wurde der Einsatz von lichtoptischen Sensoren zur Strukturüberwachung von Offshore-Windenergieanlagen erläutert. Nach der Vorstellung des Projektes Adlatus mit den Möglichkeiten zur sicherheitsbegleitenden Dokumentation von Wartungsarbeiten wurde in zwei Fachvorträgen auf Methoden zum optimierten Betrieb von Offshore-Windparks eingegangen. Eine gezielte System- und Fehleranalyse ermöglicht hierbei die ganzheitliche Bewertung und die Abbildung des Betriebs von Windparks über den gesamten Lebenszyklus, wodurch eine Optimierung und somit Kostenersparnis erreicht werden kann.

„Forschung und Entwicklung sind wesentliche Bausteine auf dem Weg in die Offshore-Windenergie. Der heutige Workshop zeigte erneut das große Interesse an den Projektergebnissen seitens der Industrie und Anwendung“ zog Prof. Henry Seifert, Leiter der Forschungs- und Koordinierungsstelle Windenergie, Bilanz.

Der nächste Forschungsworkshop wird im kommenden Jahr in Bremerhaven wieder aktuelle Ergebnisse aus regionaler und überregionaler Windenergieforschung präsentieren.

Weitere Informationen zur Forschungs- und Koordinierungsstelle Windenergie finden Sie hier: www.fk-wind.de

Zurück zur Übersicht