Nordwest-Region soll Kompetenzzentrum für Offshore-Windenergie werden

In der Zeit vom 4. bis 9. September 2006 findet erstmals eine "Offshore Summer School" für Windenergiespezialisten aus fünf europäischen Nationen im Land Bremen statt. Die Trainingswoche ist ein Pilotprojekt für die Qualifizierung von Personal im Bereich Offshore-Windenergie und Teil des Europäischen Zukunftsprojektes "Pushing Offshore Wind Energy Regions" (POWER).

„Unsere Vision ist es, die Nordwest-Region Deutschlands als Kompetenzzentrum für die Ausbildung und Qualifikation im Bereich Windenergie zu etablieren. Durch den Start der
»Offshore Summer School« im Land Bremen wollen wir über die Grenzen Deutschlands hinaus deutlich machen, dass hier viel Know-how vorhanden ist”, so Mitinitiatorin Uta
Kühne von der Forschungs- und Koordinierungsstelle Windenergie der Hochschule Bremerhaven. Die »Offshore Summer School« soll nach diesem Vorbild bis zum Sommer 2007 noch in Großbritannien, Dänemark und den Niederlanden stattfinden.

Vorbereitet und durchgeführt wird die Offshore Summer School von den Hochschulen Bremerhaven und Bremen, der Universität Oldenburg und dem Berufsfortbildungswerk (bfw) aus Bremen. Zu den Teilnehmern des englisch- und deutschsprachigen Trainings gehören Studenten aus naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen sowie Auszubildende aus dem Bereich der Windenergietechnik. Das Training wird von Vertretern der Windenergiewirtschaft begleitet. Die Referenten und Ausbilder sind anerkannte Experten aus dem gesamten Nordseeraum.

Ziel der sechstägigen »Offshore Summer School« ist es, durch theoretische Ausbildung und praktische Übungen technisches Personal im Bereich Offshore-Windenergie weiterzubilden. Im Mittelpunkt steht dabei das Teamwork: „Es geht vor allem darum, die Zusammenarbeit zwischen internationalen und interdisziplinären Teams, sprich Ingenieuren und Technikern aus verschiedenen Ländern, zu forcieren und zu harmonisieren”, erläutert Uta Kühne. Dabei spielt etwa die korrekte Anwendung des technischen Englisch eine große Rolle. Ebenso wichtig sind die Abläufe in Notfallsituationen, die trainiert werden müssen, damit sie im Ernstfall funktionieren.

Das vielfältige Programm bietet außerdem Themen von der Anlagentechnik, über die physikalischen Grundlagen bis zu Windparkplanungen und Risikoanalysen. An zwei Tagen findet im Europahafen Bremen ein Sicherheits- und Rettungstraining statt, bei dem die Teilnehmer beispielsweise das Retten von
Personen aus dem Wasser und das korrekte Anlegen von Schutzkleidung erlernen. Damit wird zum ersten Mal solch eine Sicherheitsübung im Hafenbecken des Europahafens durchgeführt. Unterstützung erhalten die Organisatoren hierbei vom Hansestadt Bremisches Hafenamt sowie von der in Bremen ansässigen Gesellschaft für Angewandten Umweltschutz und Sicherheit im Seeverkehr mbH (GAUSS), die auf die Durchführung solcher Trainings spezialisiert ist. Das Training findet in Abstimmung mit weiteren internationalen Anbietern von Sicherheitstrainings statt, wodurch ein erster Schritt zu einer internationalen Harmonisierung getan wird.

Zurück zur Übersicht