Teilbibliothek an der Hochschule Bremerhaven bietet hohen Qualitätsstandard der Literaturversorgung

Für die Literaturversorgung der Hochschulen des Landes Bremen ist die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen mit ihren Teilbibliotheken zuständig. Über 3,15 Millionen Medieneinheiten umfasst der Bestand. Dazu gehört Literatur und Fachinformation in gedruckter und elektronischer Form, u.a. Bücher, Zeitschriften, AV-Medien, E-Journals, Online-Datenbanken. Das einschichtige Konzept der wissenschaftlichen Literaturversorgung ist seit dem Jahr 1982 realisiert. „Mit dem landesweiten Literaturangebot, das Universität und Hochschulen gleichermaßen gedenkt und zudem Raum lässt für die spezifischen Literaturbedürfnisse der einzelnen Hochschulen haben wir einen bemerkenswerten Informationsfundus geschaffen“, sagt Martina Ficken, Leiterin der Teilbibliotheken an der Hochschule Bremen und Bremerhaven. „Die Zugriffsmöglichkeiten auf das gesamte Informationspotenzial der Staats- und Universitätsbibliothek sichern auch im Fachhochschulbereich einen hohen universitären Qualitätsstandard der Literaturversorgung.“

An der Hochschule Bremerhaven bezog die Teilbibliothek im neuen Haus S erheblich vergrößerte Räumlichkeiten. Das bauliche Konzept orientiert sich an den Bedürfnissen der hybriden Bibliothek. So gibt es heute nicht nur mehr Platz für die Bestände, sondern auch die Anzahl der Computer- und Arbeitsplätze für die Studierenden konnte erhöht werden. Das attraktive Angebot mit gut ausgestatteten öffentlichen PC- und Internetarbeitsplätzen ist unabhängig von den Öffnungszeiten der Bibliothek zugänglich. „Das Arbeitsumfeld oder auch der ’Lernort Bibliothek’ für die Studierenden ist in jeder Hinsicht zukunftsweisend“, meint die neue Direktorin der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Maria Elisabeth Müller, bei ihrem Antrittsbesuch in Bremerhaven.

Die Teilbibliothek an der Hochschule Bremerhaven ist vor allem auf Fachliteratur für die an der Hochschule vertretenen Studiengänge spezialisiert (Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften). Dabei handelt es sich um eine kombinierte Ausleih- und Präsenzbibliothek. Neben den rund 60.000 Büchern und 180 Printzeitschrifen stehen den Nutzern mit der E-LIB zudem alle elektronischen Medien (u.a. 8.000 lizenzierte elektronische Zeitschriften im Volltext) zur Verfügung. „Die Bestandsgröße allein kann kein Qualitätskriterium sein. Entscheidend ist das inhaltliche, dem gegenwärtigen Forschungsstand entsprechende Angebot vor allem für die technisch orientierten Studiengänge“, meint Ficken. Die Bestandspflege spielt dabei eine große Rolle. Denn die Bereitstellung aktueller Literatur ist auch entscheidend für die Qualität der Literaturversorgung der Studiengänge. So werden aktuelle Anschaffungen in Abstimmung mit den Hochschullehrern in Bremerhaven vorgenommen. „Die enge Zusammenarbeit ist uns wichtig“, betont Ficken.

Die Teilbibliothek Bremerhaven bietet den Studierenden eine Vielzahl von Selbstbedienungsmöglichkeiten, die losgelöst von Öffnungszeiten ein großes Spektrum von Dienstleistungen sichern. So ermöglicht ein gemeinsamer Bibliotheksausweis des Gesamtsystems den unproblematischen Zugang zu allen Bibliotheken. Die Nutzung aller Einrichtungen ist für Studierende und Hochschulzugehörige gebührenfrei. Die gesamten Kataloge der Teilbibliotheken sind digitalisiert und damit über den Online-Katalog 24 Stunden im Internet recherchierbar. Der Katalog informiert nicht nur über die Bestände an sich, sondern auch über den Status des vorhandenen Bestandes. Des Weiteren hat jeder Nutzer die Möglichkeit, unabhängig von den Öffnungszeiten sein Ausleihkonto über Internet zu verwalten. „Mit der automatisierten Selbstverbuchung und dem Rückgabesystem ist die Funktionalität vorbildlich“, meint Direktorin Müller. Und sie soll weiter ausgebaut werden, zum Beispiel in der Gebührenabwicklung.

Nichtsdestotrotz starteten Bibliothek und Hochschule im Juni dieses Jahres ein Pilotprojekt, um dem Bedarf an verlängerten Öffnungszeiten zu analysieren. Auf Wunsch der Studierenden wurde die Öffnung am Nachmittag erweitert und der Sonnabend als Öffnungstag neu aufgenommen. „Damit reagieren wir auf den Umstand, dass viele unserer Studierenden ihr Studium durch Erwerbsarbeit finanzieren müssen und deshalb erheblichen zeitlichen Beschränkungen unterliegen. Außerdem entspricht die verlängerte Öffnungszeit der Bedeutung als Staatsbibliothek für Bremerhaven, die ja auch Berufstätigen zur Verfügung stehen muss. Die Kosten der verlängerten Öffnungszeiten teilen sich die Hochschule und die SuUB", so Dr. Wolfgang Flieger, Kanzler der Hochschule Bremerhaven. Die Resonanz wird mit einer Nutzerstatistik dokumentiert. Im Dezember soll Bilanz gezogen und über die Fortführung des Projektes entschieden werden.

Vier Mitarbeiter sind in der Bremerhavener Teilbibliothek tätig. Durch den Ausbau der Selbstbedienungsfunktionalität bleibt ihnen Zeit für die aufwendige Bestandspflege und Beratung sowie die Informationsvermittlung an Studierende. Denn die richtige Nutzung der vielen Möglichkeiten einer digitalen Bibliothek will gelernt sein. „Schließlich erwartet man von den Studierenden, dass sie ihren Wissenstand selbstständig aktuell halten – auch nach dem Studium“, weiß Martina Ficken. So startet man mit dem Studiengang Cruise Industry Management im kommenden Wintersemester 2006/07 ein mehrstufiges Projekt zum Erwerb von Informationskompetenz, welches unter anderen den souveränen Umgang mit Datenbanken und die Durchführung von Literaturrecherchen nach unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen in den Mittelpunkt stellt. Die konkreten Arbeitsergebnisse sollen nach Projektabschluss als eine Grundlage für die Integration dieser Schlüsselqualifikation in die Lehrpläne der anderen Studiengänge an der Hochschule Bremerhaven genutzt werden.

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