Experte für Public-Private Partnership an die Hochschule Bremerhaven berufen

Public Private Partnership (PPP) steht für kooperatives, langfristiges und effizientes Zusammenwirken von öffentlichen Hoheitsträgern mit privatwirtschaftlichen Unternehmen. Dabei wird privates Kapital und Fachwissen zur Erfüllung staatlicher Aufgaben mobilisiert. Diese Ressourcen helfen beispielsweise der öffentlichen Hand, den Investitionsstau im Infrastruktursektor zu überwinden, und ermöglichen es der Wirtschaft, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Die Hochschule Bremerhaven kann nun die Bearbeitung dieses wichtigen Themas dank der Unterstützung der Bremerhavener Entsorgungsgesellschaft mbH (BEG) übernehmen. Das Unternehmen finanzierte die Einrichtung einer Stiftungsprofessur und dazugehörigem Institut mit 400.000 EUR, um das Thema PPP voran zu bringen. Für diese Stiftungsprofessur konnte nun Prof. Haneke gewonnen werden.

„Wir haben eine Persönlichkeit gesucht, die über umfangreiche und aktuelle Erfahrungen mit PPP-Projekten verfügt, vorzugsweise in der Entsorgungs- oder Wasserwirtschaft“, erklärt Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Josef Stockemer. „Mit Dr.-Ing. Carsten Haneke konnte nun ein ausgewiesener Experte für die Stiftungsprofessur gewonnen werden.“ Dr.-Ing. Carsten Haneke hat bereits seine Arbeit an der Hochschule aufgenommen.

PPP als moderne Form der Kooperation gewinnt nach anfänglicher Skepsis in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Während in 2000/01 lediglich ca. 20 Projekte mit einem Investitionsvolumen von knapp 50 Mio. Euro zu verzeichnen waren, vervielfachte sich gerade in den vergangenen zwei Jahren die Anzahl der Projekte auf über 200 sowie das Investitionsvolumen auf nahezu 900 Mio. Euro auf kommunaler Ebene und ca. 1,2 Mrd. Euro auf Bund-/Länderebene.

Professor Haneke studierte Bauingenieurwesen an der Fachhochschule Holzminden/Hildesheim und an der Ruhr-Universität Bochum sowie Technik und Management in der Bau- und Anlagenbauindustrie an der Privaten Universität Witten/Herdecke (UWH). Dort promovierte der gebürtige Holzmindener auch im Rahmen eines Kooperationsprojektes zwischen den Wasserverbänden Emschergenossenschaft/Lippeverband und der UWH zum Thema Kennzahlen im Klärwerksbetrieb. Seine Erfahrungen und Tätigkeiten im Bereich Public Privat Partnership sind umfangreich. So übernahm Haneke u.a. die Projektleitung für wasserwirtschaftliche PPP-Projekte, optimierte die Planung und den Betrieb von Wasserver- und Abwasserentsorgungsanlagen, erstellte technisch-wirtschaftliche Studien im Rahmen von wasserwirtschaftlichen Forschungsprojekten und kommunalen Entscheidungsprozessen. Darüber hinaus war er als Berater für Kommunen, Ministerien, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen mit Schwerpunkt auf technisch-wirtschaftlichen Projekten in der Wasserwirtschaft auf nationaler und internationaler Ebene tätig. Zuletzt arbeitete er als Prokurist für die Gelsenwasser Entwicklungsgesellschaft Dresden.

An der Hochschule Bremerhaven wird sich der 41-Jährige vor allem um den Aufbau eines PPP-Institutes kümmern, welches als unabhängige Einrichtung informieren, beraten und dazu beitragen soll, Unsicherheiten und Ängste über den Abschluss von Verträgen zwischen Wirtschaft und Öffentlicher Hand abzubauen. Die Beratung zur Ausgestaltung von PPP-Verträgen sowie die neutrale Bewertung von Verträgen in Bezug auf eine partnerschaftliche Verteilung von Chancen und Risiken spielt dabei eine wesentliche Rolle. Hierzu gehört auch die Entwicklung eines Studienangebotes. Insbesondere Studierende, die schon über einen ingenieurtechnischen Diplom- oder Bachelor-Abschluss verfügen, sollen im Bereich PPP weiter qualifiziert werden.

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