Handelskammer und Hochschule Bremerhaven stellen Studie zurGlobalisierung vor: Erfolgskonzepte der KMU

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können in erheblichem Maße von der Globalisierung profitieren. Von welchen Faktoren der Erfolg dabei abhängt, hat das an der Hochschule Bremerhaven ansässige Institute for Management and Economics im Auftrag der Handelskammer Bremen, der IHK Bremerhaven und sechs weiterer norddeutscher Industrie- und Handelskammern untersucht. Vorgestellt wurde diese Studie heute von den Autoren der Hochschule Bremerhaven, dem Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Bremen, Dr. Matthias Fonger, und zwei der befragten Unternehmer: Thomas Manigk (Kopf & Lübben Speditions- und Lagereigesellschaft mbH) und Henning Saacke (Saacke GmbH, Sprecher des Juniorenkreises der Handelskammer Bremen).

Dr. Matthias Fonger betonte: „Der konjunkturelle Aufschwung wird zu einem großen Teil von der mittelständischen Wirtschaft getragen. Für norddeutsche Betriebe, die auf Grund ihrer geographischen Lage an der Schnittstelle der globalisierten Warenströme arbeiten, stecken hier große Chancen. Es ist daher für die Entwicklung des gesamten Wirtschaftsstandortes Norddeutschland wichtig, zu analysieren, wo in der Globalisierung für kleine und mittlere Unternehmen die größten Möglichkeiten stecken.“ Diese Erkenntnisse unterstützen die Arbeit der Handelskammern, zu deren Kernaufgaben es gehöre, Unternehmen beim Gang auf ausländische Märkte zu begleiten.

Erarbeitet wurde die Studie „Globalisierung KMU. Entwicklungstendenzen, Erfolgskonzepte und Handlungsempfehlungen“ von dem Autorenteam Prof. Dr. Gerhard Feldmeier, Prof. Dr. Heike Simmet und Prof. Dr. Wolfgang Lukas. Sie und ihre Mitarbeiter haben die Vorgehensweise von insgesamt 65 ausgewählten erfolgreichen mittelständischen Unternehmen sowie persönliche Aussagen von deren Entscheidungsträgern analysiert. Herausgekommen sind konzeptionelle Ansätze für die erfolgreiche und nachhaltige Internationalisierung mittelständischer Unternehmen. Prof. Feldmeier betonte: „Die Vorgehensweise der erfolgreichen Mittelständler im internationalen Wettbewerb lässt sich mit den Attributen einzigartig, hochwertig, flexibel, schnell, kundennah, dezentral, partnerschaftlich und persönlich beschreiben.“ So habe die Untersuchung gezeigt, dass Spezialisierung und Konzentration auf wenige Geschäftsfelder in hochwertigen Marktsegmenten für kleine und mittlere Unternehmen zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren auf globalisierten Märkten gehören. Prof. Feldmeier: „Die Stärke dieser Unternehmen besteht in ihrer Flexibilität.“ So sei es diesen Betrieben in besonderem Maße möglich, Wissens- und Erfahrungsvorsprünge zu nutzen und mit maßgeschneiderten Problemlösungen auf den Markt zu gehen.

Als weitere Erfolgsfaktoren nennt das Autorenteam die Fähigkeit der kleinen und mittleren Betriebe, sich in besonderer Weise auf Bedürfnisse spezieller Kundengruppen zu konzentrieren und dadurch rasch enge Kundenbeziehungen aufzubauen.Als ausgesprochen wichtig für die Markterschließung nannten viele der befragten Unternehmen, über eigene Auslandsrepräsentanzen in strategisch bedeutsamen Märkten zu verfügen, die auf Dauer ausgerichtete Auslandspartnerschaften ermöglichen. Ebenso bedeutend ist für die Betriebe jedoch, dass wettbewerbssensible Kompetenzen am Heimatstandort konzentriert bleiben.

„Globalisierung ist für kleine und mittlere Unternehmen keineswegs ein Schreckgespenst. Viele Unternehmer sehen in dieser Entwicklung für sich und ihre Produkte
große Chancen“, resümierte Dr. Matthias Fonger. „Diese Unternehmen“, so Prof. Dr. Feldmeier, „verhalten sich bei ihrer Internationalisierung aber weitgehend anders als große und multinationale Unternehmen. Wer sich auf seine Stärken besinnt, sollte den Mut zur Internationalisierung haben.“

Gerhard Feldmeier, Wolfgang Lukas, Heike Simmet (Hrsg.): Globalisierung KMU. Entwicklungstendenzen, Erfolgskonzepte und Handlungsempfehlungen, Fachverlag Rosenberger, Leonberg 2007

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