Meereswissenschaften in Bremen und Niedersachsen rücken enger zusammen

In dieser Woche gründeten hochrangige Vertreter aus neun bremischen und niedersächsischen Forschungseinrichtungen im Bremer MARUM den „Nordwest-Verbund Meeresforschung“. Ziel ist es, die Meeresforschungseinrichtungen der Region langfristig besser als bislang miteinander zu verzahnen. Gleichzeitig versteht sich der Verbund als kompetenter Ansprechpartner der Meereswissenschaften auf politischer Ebene. Als ersten konkreten Schritt wollen die Partner ein Kompetenzzentrum Nordsee einrichten. Es wird sich mit dem globalen Wandel und dessen bereits heute absehbaren Folgen im Nordseeraum befassen.

„Mit dem neuen Netzwerk haben wir die Meeresforschungsinstitute an den Universitäten Oldenburg und Bremen sowie den außeruniversitären Einrichtungen in Wilhelmshaven, Bremerhaven und Bremen in einem Boot“, sagt Prof. Michael Schulz, der zum Vorsitzenden des Verbunds gewählt wurde. „Damit bietet dieser regionale Verbund eine fachliche Kompetenz und inhaltliche Breite, die bundesweit einzigartig ist und in Europa eine Spitzenposition einnimmt.“ Insgesamt bieten die beteiligten Einrichtungen rund 1.500 Arbeitsplätze im Bereich Meeres- und Klimaforschung.


Wegen dringenden Forschungsbedarfs wollen die neun Partner in einem ersten Schritt ein Kompetenzzentrum Nordsee einrichten. Schließlich siedeln im Küstenraum zwischen Elbe und Ems etwa zwei Millionen Menschen, die von vermehrt auftretenden und stärkeren Sturmfluten sowie dem steigenden Meeresspiegel als Folge des globalen Wandels besonders betroffen sind. Nach neuesten Berechnungen könnten die Sturmwasserstände an der deutschen Nordseeküste bis zum Jahr 2100 um bis zu 80 Zentimeter ansteigen. „Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund sieht sich der Verbund in beratender Funktion als Gesprächspartner der Politik“, sagt Prof. Gerold Wefer vom MARUM, der den neuen Forschungsverbund maßgeblich mit aus der Taufe gehoben hat . „Auf der Basis unserer Forschungsergebnisse wollen wir den Verantwortlichen aktuelles und zukunftweisendes Know-how an die Hand geben.“

Getreu dem Motto Mehrwert durch Kooperation setzen die Meereswissenschaftler im Nordwesten auf Synergieeffekte. Sie wollen Forschungsvorhaben gemeinsam planen und durchführen sowie modernste Meeresforschungstechnologien abgestimmt nutzen und weiterentwickeln. Dabei wollen die Meeresforscher insbesondere auch Transferprojekte mit der Wirtschaft anstoßen.

Am Verbund sind folgende Einrichtungen beteiligt:
In Bremen: Universität, Jacobs University, Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, Zentrum für Marine Tropenökologie;
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Hochschule Bremerhaven, Deutsches Schiffahrtsmuseum;
In Niedersachsen: Universität Oldenburg; Senckenberg Institut Wilhelmshaven.

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