Neubau formt Gesamtensemble der Hochschule

Der lang ersehnte räumliche Ausbau der Hochschule Bremerhaven nimmt immer konkretere Züge an: Nachdem im Jahr 2005 der erste Bauabschnitt auf dem ehemaligen Stadtbad-Gelände – das Haus S - an der Columbusstraße in Betrieb genommen wurde, laufen nun die Vorbereitungen für den zweiten Bauabschnitt auf vollen Touren. Im September kürte ein Preisgericht drei verschiedene Entwürfe für den neuen Bau.

Mitglieder der Jury waren der Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Dr. h.c. Josef Stockemer, Baudezernent Volker Holm, der Bremerhavener Architekt Peter Weber, der Hamburger Architekt Prof. Carsten Roth sowie Norbert Krause, Referatsleiter bei der Senatorin für Bildung und Wissenschaft. Den ersten Preis erhielt das Architektenbüro Kister, Scheithauer, Gross aus Köln, das auch bereits den vorherigen Bauabschnitt entworfen und realisiert hatte. Nach Ansicht der Jury versteht der Entwurf es hervorragend, den vorhandenen Baukörper mit dem Neubau zu einem stimmigen Gesamtensemble zusammenzubinden. Nur bei diesem Entwurf wird der Durchblick vom Altbau der Hochschule jenseits der Columbusstraße bis hin zum zentralen Bereich der Hochschule rund um das ehemalige Auswandererhaus an der Karlstadt ermöglicht. Hierdurch wird der Campus auch visuell zu einer Einheit zusammengebunden. Den zweiten Preis erhielten die Architekten Schomers und Schürmann aus Bremen, bekannt beispielsweise durch den Erweiterungsbau des Bamberger-Hauses der Volkshochschule in Bremen. Der Entwurf schafft eine qualitätsvolle adäquate Antwort zur großen Plastizität des bereits vorhandenen Neubaus. Er erreicht damit eine offene Anbindung zwischen dem Neubau und dem Hochschulcampus. Den dritten Preis erhielt das Büro Thomas Müller, Ivan Reimann Architekten aus Berlin, die beispielsweise das Auswärtige Amt am Werderschen Markt in Berlin entworfen haben. Diese Architekten bieten eine einfache, gut ablesbare Gebäudestruktur an. Die hohe Flexibilität der angebotenen Grundrisse sowohl bei Büros wie bei Laboren wird gelobt, was eine zeitgemäße Bewirtschaftung des Gebäudes erlaubt.

Die Preisträger hatten sich, als Voraussetzung zur Teilnahme am Wettbewerb, einem Präqualifi zierungsverfahren zu unterziehen und danach eine anspruchsvolle Planungsaufgabe zu erfüllen: So gibt Studienangebot und Renommee locken Studenten nach Bremerhaven es bereits einen d e t a i l l i e r t e n Raumplan für das Gebäude. Neben Büros und Selbstlernräumen für die Studentinnen und Studenten ist auch ein Veranstaltungsbereich mit fl exibel veränderbaren R a u m g r ö ß e n v o r g e s e h e n .

E r f a h r u n g e n beim Bau von Laborgebäuden wurden von allen Architekten gefordert, denn der Clou des Neubaus sind ein biotechnologisches Labor sowie ein Wellenkanal von 16 Meter Länge
und 4 Meter Wassertiefe mit Lastenkran, verfahrbarer Bühne und Wellengenerator. Die Entwürfe zum Neubau sind im Haus S ausgestellt. Welcher Entwurf realisiert wird, ist derzeit noch nicht rechtskräftig entschieden.

Die Jury hatte bei allen drei Entwürfen Änderungswünsche angemeldet, und neben der Ästhetik spielen noch andere wichtige Kriterien wie Umsetzungsfähigkeit, Termintreue und Einhaltung des Kostendeckels eine wesentliche Rolle. Mit allen drei Preisträgern wurden erste Verhandlungen zu einem entscheidungsfähigem Ergebnis geführt. Erst danach kann der Name des künftigen Planungsbüros bekannt gegeben werden.

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