30 Jahre deutsch - polnische Hochschulfreundschaft gefeiert

Ehrengäste der Kooperationsfeier
Ehrengäste der Kooperationsfeier
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Dass 30 Jahre deutsch-polnische Hochschulfreundschaft ein Grund zum feiern ist, bejahrte Prof. Dr. Josef Stockemer bei der Jubiläumsfeier im Foyer der Hochschule Bremerhaven uneingeschränkt. Gemeinsam mit den polnischen Freunden hatte die Hochschule Bremerhaven anlässlich der langjährigen Hochschulkooperation zwischen der Hochschule Bremerhaven und der Akademia Morska Gdynia zu einem Festakt eingeladen.

„Durch die 30-jährige Zusammenarbeit sind neue Freundschaften entstanden und gefestigt worden“, so prof. dr. Józef Lisowski. Beim offiziellen Festakt dankte der Rektor der Akademia Morska Gdynia allen, die die Kooperation mit Leben gefüllt und immer weiterentwickelt haben. Oberbürgermeister Jörg Schulz unterstrich die Bedeutung der Kooperation: „Die Zusammenarbeit der Hochschulen ist ein gutes Beispiel der Völkerverständigung und wird von mir vorbehaltlos unterstützt.“

Vor genau 30 Jahren besiegelten die damaligen Rektoren, prof. dr. Daniel Duda und Prof. Hermann Solbrig durch einen Vertrag, was bereits seit fünf Jahren durch persönliche Besuche und einzelne Projekten zwischen Nautikern und Schiffsingenieuren gelebt wurde. Am 12. Juni 1978 begann somit offiziell die Hochschulpartnerschaft mit einer schriftlichen Vereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen der Akademie der Handelsmarine Gdynia und der Hochschule Bremerhaven.

„Aber ohne Sie würden wir heute nicht hier stehen und dieses Jubiläum feiern“, hieß Prof. Stockemer den Festredner Hans Koschnick bei der Jubiläumsfeiern Willkommen. Schließlich sei es ihm immer eine Herzensangelegenheit gewesen, Wissenschaft und Hochschulen in die Kooperation einzubinden.

„Es ging immer darum, Wege zu finden, die Brücken zwischen Menschen ermöglichen“, verband Koschnick die Bedeutung der individuellen Freundschaft zwischen den Hochschulen mit den politischen Rahmenbedingungen. In seiner Festrede würdigte der ehemalige Bremer Bürgermeister eindrucksvoll die gewachsene Partnerschaft zwischen den Hochschulen. Vor dreißig Jahren seien Ost und West noch an der innerdeutschen Grenze durch den Eisernen Vorhang mit Minengürtel und Schießbefehl getrennt gewesen. Es bedurfte langwieriger und bürokratischer Visaanträge, um schließlich auf genau vorgegebenen Transitstrecken durch die damalige DDR nach Polen zu fahren – Wartezeiten an den Grenzen mit aufwändigen Personen- und Fahrzeugkontrollen inklusive.

Doch trotz solcher Barrieren und zahlreicher politischer Hürden entwickelte sich die Kooperation zwischen den beiden Hochschulen aufgrund vieler gegenseitiger Besuche von Professoren und Studierenden, gemeinsamer Forschungsprojekten, Exkursionen und gegenseitiger Lehraufträge sowie Schiffsbesuche des damaligen polnischen Schulschiffes „Dar Pomorza“ und der Bremerhavener „Grönland“.

Diese Entwicklung wurde durch die Ausrufung des Kriegsrechts in Polen im Dezember 1981 und die Unterbrechung aller Auslandsverbindungen gestoppt. Obwohl der damalige Gdingener Rektor prof. dr. Mikolay Kostecki verhaftet wurde, reiste Rektor Frerich van Dieken im Jahre 1982 zur Indienststellung des neuen Schulschiffes „Dar Mlodziezy“ nach Gdingen und sorgte damit für neue Impulse. „Heute können wir stolz sagen, dass es unserer Hochschule als Einzige gelungen ist, trotz der widrigen Umstände, die Kooperation zu unseren polnischen Partnern immer aufrecht zu erhalten“, so Prof. Stockemer.

So nutzten zahlreiche Studierende die Möglichkeit, ein Doppel-Diplom zu machen. Jan Stenzel, Pawel Bancarzewski und Robert Tomasz Klebba erhielten im Rahmen des Festaktes ihre deutschen Abschlusszeugnisse von den Rektoren. Im Anschluss daran unterzeichneten Prof. Stockemer und prof. Lisowski eine weitere Vereinbarung, um den Studierenden künftig auch den Doppel-Bachelor im Fach „Anlagenbetriebstechnik“ anbieten zu können.

„Die vielfältigen Kontakte zwischen den Personen beider Institutionen, die persönlichen Freundschaften und damit ein über lange Jahre gewachsenes Vertrauen sind auch heute, unter veränderten Bedingungen, eine wichtige Basis für den weiteren Erfolg der Kooperation“, so der Kooperationsbeauftragte, Prof. Dr. Dieter Lompe. Wie vor 30 Jahren sei es auch in Zukunft das wichtigste Ziel der Kooperation, Menschen zusammen zu bringen und dadurch Vorurteile abzubauen, den Horizont junger Leute zu erweitern, Gastfreundschaft zu pflegen und unter Freunden gemeinsam voneinander zu profitieren.

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