Hochschule setzt auf Familienfreundlichkeit

„Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen“ ist ein Thema, das in den vergangenen Monaten in den Medien, in der Politik und auch im Alltag immer wieder diskutiert wurde. In allen Bereichen werden derzeit große Anstrengungen unternommen, die noch bestehenden Lücken bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schließen. Auch an deutschen Hochschulen wird verstärkt nach tragfähigen Modellen gesucht, um Arbeits- und Lernbedingungen familienbewusster zu gestalten. So wurde auf Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Universität Trier das „audit familiengerechte hochschule“ entwickelt. An diesem Verfahren beteiligt sich seit Anfang des Jahres auch die Hochschule Bremerhaven.

„Für alle Hochschulangehörigen wollen wir das Thema Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie als Selbstverständlichkeit in der Hochschule verankern. Nur wenn wir das ermöglichen, können wir auch in Zukunft qualifiziertes Personal in allen Bereichen gewinnen und bleiben für Studierende so attraktiv wie wir es heute sind“, so Rektor Prof. Josef Stockemer.

Wenn das Auditverfahren gelingt, wird die Hochschule mit einem Zertifikat belohnt und als „familiengerechte Hochschule“ ausgezeichnet. Ziel dabei ist es, das Maßnahmenpaket in den nächsten drei Jahren Schritt für Schritt zu realisieren. Unter der Leitung des Kanzlers Karsten Gerlof wurden bereits erste Schritte unternommen: In zwei Workshops analysierte eine Projektgruppe aus Professoren, Mitarbeitern und Studierenden unter Leitung einer externen Auditorin Ideen zu wichtigen Handlungsfeldern. Geprüft wurden u.a. Arbeitszeit, Arbeitsorganisation, Arbeitsort, Personalentwicklung, Service für Familien oder Studium und wissenschaftliche Qualifizierung. „Unsere Studierenden mit Kindern sollen keine Hindernisse für ein erfolgreiches Studium vorfinden. Und die Mitarbeiter der Hochschule sollen berufliche und familiäre Verpflichtungen besser in Einklang bringen können. Dafür ist eine Vielzahl qualifizierter Vorschläge erarbeitet worden“, so Gerlof.

So soll an der Hochschule Bremerhaven eine Kinderbetreuungsmöglichkeit geschaffen werden. Zusätzliche Orte zum Wickeln und Stillen von Säuglingen sind geplant. Mitarbeiter in Elternzeit sollen besser über Aktuelles an der Hochschule informiert werden. Im Studium Generale will man künftig Lehrveranstaltungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf aufnehmen. „Damit alle Ideen in die Tat umgesetzt werden können, sind wir jetzt auf die Mitwirkung möglichst vieler Aktiver aus der Hochschule angewiesen“, so Gerlof.

Derzeit werden für die vier gegründeten Arbeitsgruppen noch engagierte Mitstreiter aus der Hochschule gesucht:
AG1: Durchführung eines Sommerfestes für Hochschulangehörige und deren Familien als Auftakt für das Audit, sowie die Planung einer Ferienbetreuung für Schulkinder.
AG2: Schaffung einer Kinderbetreuungsmöglichkeit an der Hochschule Bremerhaven.
AG3: Schaffung eines Informationsportals zu Familienthemen und Themen über die Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Familie.
AG4: Vereinbarkeit von Studium, Lehre und Familie.

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