Podiumsdiskussion zur „Relevanz von Netzwerken für berufstätige Frauen am Standort Bremerhaven“

Netzwerke genießen überwiegend ein positives Image – trotzdem sind nur wenige Frauen in der Region Mitglied in einem. Dies fanden Studierende der Hochschule Bremerhaven im Rahmen einer Studie über die „Relevanz von Netzwerken für berufstätige Frauen in Bremerhaven“ heraus. Vier Monate lang befragten 23 Betriebswirtschaftsstudierende des fünften und siebten Semesters im Studienschwerpunkt „Unternehmensführung“ Mitglieder des Business and Professional Women Club Bremerhaven e. V. (BPW), sowie Frauen in Führungspositionen, selbstständige Frauen und Studentinnen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion stellte die Projektgruppe ihre Ergebnisse rund 50 Interessierten nunmehr vor.

„Im Mittelpunkt unserer Analyse stand vor allem, die Chancen und Probleme von Frauen in Führungspositionen allgemein und am Standort Bremerhaven herauszustellen“, so Projektmitglied Lena Ehlers. Darüber hinaus sollte von der Projektgruppe ermittelt werden, inwieweit Netzwerke für berufstätige Frauen in Bremerhaven eine Rolle spielen. Antworten erhielten die Studierenden aus 459 Fragebögen, die 288 berufstätigen Frauen in der Region und 171 Studentinnen ausfüllten. Auf dieser Datenbasis ermittelten die Studierenden teils überraschende Ergebnisse.

So zeigte sich beispielsweise, dass die Mehrheit (64%) der berufstätigen Frauen die Erreichung ihrer persönlichen Karriereschritte in der Region als durchaus für möglich erachtet. Bei den Studentinnen war dagegen eine pessimistischere Einstellung zu erkennen - lediglich 13% der befragten Personen sah die Chance, ihre Karriereschritte in der Seestadt zu verwirklichen. Eine weitere Fragestellung, die in diesem Zusammenhang von Interesse war, befasste sich mit Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Frauen im Beruf. Die meistgenannten Antworten der befragten Frauen lauteten: Bessere Kinderbetreuung / Krippenplätze (ganztags), Schaffung von Heimarbeitsplätzen und Schaffung von Gleichberechtigung bei den Gehältern. Erst an vierter Stelle kamen Netzwerke.

„Man kann gar nicht früh genug beginnen zu netzwerken, netzwerken und nochmals netzwerken“, so die Direktorin des Schiffahrtsmuseum, Dr. Ursula Warnke. Gemeinsam mit Daniela Krause-Behrens (Mitglied des niedersächsischen Landtags und ehemalige Pressesprecherin der Hochschule Bremerhaven), Dipl.-Pädagogin Monika Kotte (Arbeitsförderungszentrum im Lande Bremen und Leiterin Leitung ZiB Frau und Beruf), Stefanie Bressel (Rechtsanwältin und Vorsitzende BPW Bremerhaven), Dr. Anette Koch-Wegener (Assistentin des Vorstands der Städtischen Sparkasse Bremerhaven), sowie Dr. Anne Röhm (Leiterin des Bremerhavener Büros der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau) diskutierte sie über die Bedeutung von Netzwerken für Frauen. Grundlage bildeten dabei selbstverständlich die Ergebnisse der Projektstudie.

Generell wurden Netzwerke von berufstätige Frauen und Studentinnen in der Region Bremerhaven als bedeutend eingestuft. Die Befragten legten besonderen Wert auf Kontakte, Weiterbildungsangebote und Vorträge, die sie u.a. in Netzwerken bekommen könnten. Trotzdem sind die Wenigsten in Netzwerken engagiert. „Die Bedeutung wurde bereits erkannt – auf dieser Grundlage können nun arbeiten und etwas ändern“, so Bressel. Als Vorsitzende des BPW hatte sie ein besonderes Interesse an den Ergebnissen. Schließlich war die Studie im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes zwischen dem Konrektor für Internationalisierung, Weiterbildung und Kooperation der Hochschule Bremerhaven, Prof. Dr. Gerhard Feldmeier, und dem Business and Professional Women Club Bremerhaven e. V. (BPW) entstanden.

Projektmitglieder waren: Marco Albers, Engin Arslan, Florian Becker, Matthias Busse, Theresa Dieckelt, Johannes Dittrich, Jürgen Eckstein, Lena Ehlers, Jan Ehrich, Phillip Grothe, Pascal Kaminski, Oliver Karpati, Sven Klün, Danilo König, Sarah Mikloweit, Delf Erik Norden, Daniel Schrul, Christine Sidas, Annika Spreen, Evelyn Stehling, Michael Struhalla, Lars Von Glahn, Janine Wetteroth

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