Verbesserte Diagnostik: Medizintechnik schafft Netzwerk für Bremer Pathologen

Durch die Vertragsunterzeichnung besiegelten die beteiligten Institute den Start von "TelePathNord". Mit dabei: Prof. Rainer Dammer und Prof. Ulrike Lichtblau (beide stehend).
Durch die Vertragsunterzeichnung besiegelten die beteiligten Institute den Start von "TelePathNord". Mit dabei: Prof. Rainer Dammer und Prof. Ulrike Lichtblau (beide stehend).
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Vier Augen sehen mehr als zwei. Diese Weisheit führt Ratsuchende heutzutage immer häufiger ins Internet. Auch die Bremer Pathologen. Mit der Internetplattform „TelePathNord“ hat das Bremerhavener Institut für Gesundheitstechnologie (BIGT) am ttz Bremerhaven ein landesweites Telepathologie-Netzwerk entwickelt, das den Pathologen im Land Bremen einen fachlichen Austausch über zeitliche und räumliche Grenzen hinweg ermöglicht. Das BIGT, das zugleich die Technologietransfereinrichtung des Studiengangs Medizintechnik der Hochschule Bremerhaven ist, verbessert damit die pathologische Diagnostik – und stellt erneut seine Innovationskraft unter Beweis.

Dank des Netzwerks, dessen technische Basis unter Federführung von Prof. Ulrike Lichtblau entwickelt wurde, können die Bremer Pathologen bei diagnostisch besonders schwierigen Fällen von nun an auf einen großen Experten-Pool zurückgreifen. Sie stellen die Fälle, zu denen sie eine Zweitmeinung einholen möchten, nach Rücksprache mit den Patienten in das webbasierte Telekonsultationssystem. Dabei wird eine Reihe digitaler Mikroskopaufnahmen übertragen, deren Auswahl den verantwortlichen Pathologen überlassen ist. Wenn die Pathologen die Aufnahmen um Falldaten, Anmerkungen und Fragestellungen ergänzt haben, können die Fachkollegen sie zu beliebigen Zeiten begutachten und Kommentare dazu verfassen. Regelmäßig stattfindende Telekonferenzen dienen dazu, die relevanten Fälle zu besprechen, um sie ohne zurückbleibende Unsicherheiten abzuschließen. Das System garantiert höchste Sicherheit und lässt keinerlei Hinweise zur Identifikation der Patienten zu. „Es erfüllt alle datenschutzrechtlichen Anforderungen und wird sofort in Betrieb genommen. In der Nutzungsphase folgt dann eine Evaluierung“, erklärt der Leiter des BIGT, Prof. Rainer Dammer. „Die Fortentwicklung des Systems ist bereits im Modell angelegt. Weitere Bausteine können dazukommen, wenn sie die Arbeit der Systemanwender sinnvoll unterstützen.“

Im Zentrallabor Medizintechnik der Hochschule Bremerhaven besiegelten Vertreter des Pathologischen Instituts Bremerhaven, der Gemeinschaftspraxis Pathologie Bremen, des Klinikums Bremen-Mitte und des ttz Bremerhaven den Start des innovativen Telekonsultationssystems „TelePathNord“ mit einem Vertrag. Damit ist Bremen das erste Bundesland, in dem ein solches Netzwerk besteht. „Die Vernetzung aller pathologischen Institute leistet einen entscheidenden Beitrag zu verbesserter Diagnosesicherheit und stärkt die regionale Kompetenz auf dem Gebiet der Pathologie im Land Bremen“, lobt Prof. Dr. med. Werner Schlake, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Pathologen, die Initiative des Bremer Landesverbandes, die maßgeblich von Prof. Dr. med. Michael Heine (Pathologisches Institut Bremerhaven) gestützt wurde.

Zugehörige Dokumente

Zurück zur Übersicht