„Damit misst man, wie transparent das Wasser ist“ – Schnupperstudium begeistert Mädchen für Naturwissenschaften

Stolz präsentiert Schnupperstudentin Leona die DNA der Tomate.
Stolz präsentiert Schnupperstudentin Leona die DNA der Tomate.
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Leona hält das Röhrchen mit der roten Substanz ganz hoch. „Das ist die DNA der Tomate“ sagt sie laut und schaut erwartungsvoll ins Publikum. Die Zuschauer klatschen, Leona lacht. Sie ist eine der 30 Schülerinnen, die beim Schnupperstudium an der Hochschule Bremerhaven eine Woche lang naturwissenschaftliche Phänomene erforschten. Was die elf- bis dreizehnjährigen Mädchen in den verschiedenen Workshops über Genetik, Meeresforschung, Werkstofftechnik und Informatik gelernt haben, präsentierten sie ihren Familien bei einer großen Abschlussveranstaltung in der Alten Mensa.

So erläuterten die Schülerinnen aus dem Workshop für „Maritime Technologien“, wie es zu Meeresströmungen kommt und wie Unterwasserroboter für die Beobachtung von marinen Organismen genutzt werden können.. Außerdem präsentierten sie ein selbst gebautes Forschungsgerät : „Das ist eine Secchi-Disk. Damit misst man wie transparent das Wasser ist“, lautete die Erklärung.

Dass Technik auch Lärm machen kann, berichteten dagegen die Teilnehmerinnen der Arbeitsgruppe „Technik und Naturwissenschaften querbeet“. Nachdem sie in der Konstruktionstechnik das Zeichenprogramm CAD ausprobiert hatten, testeten sie im Labor für Werkstofftechnik verschiedene Materialien an Universalprüfmaschinen - und resümierten „Ganz schön laut“.

Leiser lief es im Workshop „Computerbasteln und Informatik“ ab. Die jungen Wissenschaftlerinnen führten aus, wie man einen Computer zunächst in seine Einzelteile zerlegt, um ihn dann fachmännisch wieder zusammenzusetzen. Ein weiteres Ergebnis ihrer Bastelarbeit: Zwei Leuchtioden-Männchen, die blinken, wenn sie sich berühren.

Schließlich erklärten die Teilnehmerinnen des Genetik-Workshops, was sich hinter Bakterienkulturen, Hygienetests und dem schwierigen Wort Desoxyribonukleinsäure verbirgt. Außerdem präsentierten sie dem Publikum nicht nur die DNA der Tomate, sondern auch ihre eigene Erbinformation. Und zwar in einer ganz besonderen Form: „Erst haben wir in ein Reagenzglas gespuckt und dann unsere DNA in ein Harz-Herz gegossen.“


Obendrein beeindruckten die jungen Wissenschaftlerinnen auch noch mit selbst einstudierten Choreographien, wie zum Beispiel dem „Maschinen-Tanz“. Beim Schnupperstudium standen nämlich auch Bewegung und Rhythmus, Selbstbehauptung sowie Entspannungskurse der Techniker Krankenkasse auf dem Stundenplan. Ein kulturelles Highlight gab es in diesem Jahr auch noch: Erstmalig nahmen die Schnupperstudentinnen an einer altersgerechten Führung im Kunstmuseum Bremerhaven teil.

Bereits zum siebten Mal bot die Hochschule in Kooperation mit der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) Schülerinnen der sechsten und siebten Klasse die Chance, eine Woche lang in technische Studiengänge hereinzuschnuppern. „Wir möchten, dass Mädchen sich mehr für technische und technisch-gewerbliche Berufe interessieren“, so Dr. Anne Röhm, Leiterin der ZGF Bremerhaven bei der Abschlusspräsentation. Gemeinsam mit Prof. Dr. Gerhard Feldmeier, Konrektor für Internationalisierung, Weiterbildung, und Kooperationen mit der regionalen Wirtschaft, verlieh sie den Schnupperstudentinnen zum Abschluss ein Zertifikat. „Ich hoffe, dass ihr als Botschafterinnen herausgeht und euren Freundinnen sagt: Technik macht Spaß, Technik kann man begreifen“, sagte Prof. Feldmeier. „Wir freuen uns über jede von euch, die sich später bei uns für ein Studium einschreibt.“

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