„Drei Tage Adrenalin“ - Studentin als Wissensreporterin

Judith Hummel
Judith Hummel
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Morgens beim Prüfungsamt, abends beim Filmdreh: Judith Hummel hatte noch die Tinte ihrer Diplomarbeit an den Händen, als sie in den Zug stieg und zum Set der Fernsehsendung „NANO“ düste. Begleitet von Kameras und Mikros ging die Studentin der Hochschule Bremerhaven drei Tage lang einer wissenschaftlichen Frage auf
den Grund, die sie sich selbst gestellt hatte: Wie sieht das Auto der Zukunft aus?

Circa 300 Zuschauer hatten sich mit einer Frage bei der Aktion „Ich bin nano“ als Wissensreporter beworben. Als eine von vier Auserwählten durfte Judith tatsächlich mit dem Fernsehteam auf Recherche gehen. „Es interessiert mich einfach, wie wir in Zukunft mobil sein können, ohne die Umwelt zu belasten“, erklärt die 25-Jährige. Dass ihr bei den Nachforschungen permanent vier Kameras folgten, fand sie spannend. „Das waren drei Tage Adrenalin pur“, erzählt Judith. „Morgens um sieben ging`s in die Maske, um acht zum Dreh. Vor Mitternacht war ich nie im Bett.“ Startpunkt der Recherche war die Universität Duisburg-Essen. Dort ließ die Studentin der Betriebswirtschaftslehre sich von „Autopapst“ Professor Ferdinand Dudenhöffer erklären, wie Bioethanol-, Hybrid- und Elektroautos funktionieren. Danach klemmte sie sich selbst hinters Steuer. „Der Elektro-Mini von BMW ging ab wie `ne kleine Rakete. Aber gaaanz leise“, so Judith. „Doch der ist nicht für Langstrecken gemacht, praktischer ist wahrscheinlich das Hybridauto.“ Das hat nämlich zwei Motoren - einen Verbrennungsmotor und einen Elektromotor. Und: Der Verbrennungsmotor könnte auch mit Bioethanol betrieben werden, das heißt mit Biokraftstoff.

Aber wie und wo wird der produziert? Die Antwort bekam die Wissensreporterin im Technologie-Transfer-Zentrum an der Hochschule Bremerhaven. Bei einem Blick in die Labore lernte sie, dass Bioethanol aus Gras, Algen, Holzresten, Stroh, Schilf und sogar aus Schaumküssen gewonnen werden kann. „Hier in Deutschland hätten wir also die Ressourcen für Bioethanol“, stellte Judith fachmännisch fest. Ihr Ergebnis: „Wenn das Netz an solchen Tankstellen ausgebaut wird, ist ein Auto, das mit Bioethanol fährt, auf jeden Fall zukunftsfähig.“ Das war aber nicht das einzige, was Judith bei ihren Nachforschungen herausfand. „Ich hab einiges über die Fernsehbranche gelernt. Neue Drehorte werden zum Beispiel total schnell von unterwegs aus festgelegt. Ich könnte mir schon vorstellen, in dem Bereich zu arbeiten.“ Ihr Einstieg ins TV-Geschäft wurde bei 3Sat ausgestrahlt, online ist er unter www.3sat.de abrufbar.

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