„Solche Geräte haben wir ja in der Schule gar nicht“ - 88 Schüler des Kreisgymnasiums entdecken die Hochschule

Hohe Konzentration: Eike (l.) und Timo experimentieren im Chemielabor der Hochschule.
Hohe Konzentration: Eike (l.) und Timo experimentieren im Chemielabor der Hochschule.
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Eike beugt sich zu der Bürette mit der Maßlösung, schaut auf die Zahlenanzeige und beginnt, zu rechnen. „Wir titrieren gerade mit Natronlauge eine Essigsäure“, erklärt er fachmännisch. Der 11.-Klässler ist der Konzentration von Haushaltsessig auf der Spur – aber nicht in der Schule, sondern im Chemielabor der Hochschule Bremerhaven. Insgesamt 88 Oberstufenschüler des Kreisgymnasiums Wesermünde sind drei Tage lang an der Karlstadt auf Entdeckungstour: Sie experimentieren, nehmen an regulären Vorlesungen teil und informieren sich über die Studiengänge der "Hochschule am Meer".

„Ich möchte auf jeden Fall ein Fach im Bereich der Naturwissenschaften studieren“, sagt Eike. „Deshalb ist das hier sehr spannend für mich.“ Zusammen mit seinen Mitschülern aus dem Chemie-Leistungskurs widmet er sich heute der Titration, einem maßanalytischen Verfahren zur Bestimmung der Konzentration von Säuren und Basen. Schüler anderer Leistungskurse besuchen parallel Veranstaltungen in Konstruktionslehre, Medizintechnik, Programmiersprachen, Betriebswirtschaftslehre oder Englisch. Jeder hat die Möglichkeit, in das Fach hineinzuschnuppern, das ihn am meisten interessiert. Ergänzt wird das Programm durch Hochschulführungen und generelle Informationsveranstaltungen wie „Was bedeutet eigentlich Wissenschaft?“ oder „ Wie werde ich Student?“.

Um Schülern bei der Studien- und Berufswahl eine Entscheidungshilfe zu geben, arbeiten die Hochschule Bremerhaven und das Kreisgymnasium Wesermünde schon seit Jahren zusammen. Anfang des Jahres 2009 haben sie einen Kooperationsvertrag über die Zusammenarbeit geschlossen. Die dort festgeschriebenen Aktionen und Projekte zielen u.a. darauf ab, Studien- und Berufsmöglichkeiten für die Schüler erfahrbar zu machen und ihr Interesse am naturwissenschaftlichen Unterricht zu steigern.

Das dreitägige Programm, das Stefanie Uhe von der Kontaktstelle Schule-Hochschule extra für das Kreisgymnasium entwickelt hat, ist eine dieser Aktionen. Es bietet den Schülern authentische Einblicke in die Hochschule und ihre Studiengänge und hilft obendrein auch noch bei der Abiturvorbereitung. „Die Schüler machen hier Versuche, die für das Abitur relevant sind. Das ist wirklich ein sehr passendes Angebot für uns“, freut sich Chemielehrer Johannes Martin. „Außerdem bekommen sie einen Einblick in die Ausstattung der Hochschullabore. Solche Geräte haben wir ja in der Schule gar nicht.“

Zugehörige Dokumente

Zurück zur Übersicht