Mehr Kinderfreundlichkeit - Studierende der Hochschule Bremerhaven entwickeln Zertifikat für den Kinderschutzbund

Die Studentinnen Jana Kalita, Kati Czerniawska, Anna Tissen und Jutta Merz (1. Reihe) übergaben das Zertifikat an den Kinderschutzbund, vertreten durch Waltraud Putz, Silke Germershausen, Christiane Johannsen, Margitta Reh-Segebade und Heiner Budde (2. Reihe). Ganz rechts: Prof. Dr. Wolfgang Lukas.
Die Studentinnen Jana Kalita, Kati Czerniawska, Anna Tissen und Jutta Merz (1. Reihe) übergaben das Zertifikat an den Kinderschutzbund, vertreten durch Waltraud Putz, Silke Germershausen, Christiane Johannsen, Margitta Reh-Segebade und Heiner Budde (2. Reihe). Ganz rechts: Prof. Dr. Wolfgang Lukas.
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Wenn der Kinderwagen in der Eingangstür stecken bleibt, der Sanitärbereich keinen Wickeltisch hat und das Personal die Kleinen mit finsteren Blicken verfolgt, dann wird der harmlose Einkaufsbummel zur Tortur. Damit das künftig nicht mehr passiert, haben vier Studentinnen der Hochschule Bremerhaven ein Zertifikat für „kinderfreundlichen Service in Bremerhavener Unternehmen“ entwickelt. Das Zertifikat, das die Studentinnen der Betriebswirtschaftslehre im Auftrag des Kinderschutzbundes Bremerhaven konzipierten, soll Eltern und Kindern von vornherein dorthin führen, wo sie auf eine kindgerechte Umgebung treffen.

Drei Monate lang haben Kati Czerniawska, Jutta Merz, Anna Tissen und Jana Kalita im Rahmen der Veranstaltung „Projektmanagement“ an dem Konzept gearbeitet. Durch Gespräche mit Eltern, Kindern und Pädagogen sowie eine Umfrage im Stadtzentrum brachten sie in Erfahrung, welche Kriterien für die Zertifizierung entscheidend sind. „Dazu gehören zum Beispiel Sauberkeit und Hygiene, Sicherheit und der freundliche Umgang mit den Kindern“, erklärt Jana Kalita.

Unternehmen, die sich um das Zertifikat bewerben, müssen sich vor Ort einer Prüfung unterziehen. Erfüllen sie die Voraussetzungen, erhalten sie – zunächst befristet auf zwei Jahre - ein buntes Siegel, das ihnen kinderfreundlichen Service attestiert. Davon profitieren nicht nur die Familien, sondern auch die Unternehmen selbst. „Betriebe haben so die Chance, junge Eltern als neue Zielgruppe zu erschließen und ihr Image nachhaltig zu verbessern“, so das studentische Projektteam.

Der Kinderschutzbund ist von der Arbeit der vier Studentinnen begeistert, schon bald soll die Zertifizierung starten. „Ihr Plan gefällt mir extrem gut“, sagt Christiane Johannsen, Vorstandsmitglied im Kinderschutzbund Bremerhaven. „Für das Zeitkontingent, das sie hatten, ist mehr herausgekommen, als ich zu hoffen gewagt hatte. Wir werden das Konzept zeitnah umsetzen.“

Zufriedene Auftraggeber sind für die Studierenden wichtige Erfolgsindikatoren. Bei Projektarbeiten wie dieser sollen sie zeigen, dass sie in der Lage sind, Projekte zu strukturieren und zielgerichtet zum Ergebnis zu führen – und zwar unter realen Bedingungen. „Kompetenzen im Projektmanagement in einer klassischen Vorlesung zu vermitteln ist ähnlich sinnvoll, wie das Schwimmen im Hörsaal zu lernen“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Lukas, der die Lehrveranstaltung leitet. „Daher wurde der Kurs praxisnah konzipiert. Das bedeutet, dass jeweils kleine Gruppen von Studierenden ein konkretes Projekt für meist externe Auftraggeber durchführen. Die Zufriedenheit des Auftraggebers spielt für mich bei der abschließenden Bewertung natürlich eine wesentliche Rolle.“

Kati Czerniawska, Jutta Merz, Anna Tissen und Jana Kalita müssen sich wohl keine Sorgen um ihre Noten machen, sie konnten ihren Auftraggeber definitiv überzeugen: Der Kinderschutzbund hat ihnen bereits eine weitere Zusammenarbeit angeboten.

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