Schüler erleben die Welt der Robotik beim ROBO Barcamp der Hochschule Bremerhaven

Reent Schlegel (16), Sven Nowitzky (19), Eike Spielbrink (16), Paulo Mantel (16) beim ersten Bremerhavener ROBO Barcamp
Reent Schlegel (16), Sven Nowitzky (19), Eike Spielbrink (16), Paulo Mantel (16) beim ersten Bremerhavener ROBO Barcamp
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Fünf Schüler haben nur Augen für das blaue Metallgehäuse, das vor ihnen auf dem Labortisch liegt. Zehn Hände bauen die Teile ein, Motor, Batterie, Mikrokontroller, Neigungssensoren, H-Brücke. Ein Wheelie soll es werden, ein Roller auf zwei Rädern, der sich automatisch ausbalanciert und nur durch Gewichtsverlagerung gelenkt wird. Nach Stunden der Arbeit steht eine Frage im Raum: Wird ihr selbstgebauter Wheelie denn auch fahren?

Einblicke in die Welt der Robotik haben beim ersten ROBO Barcamp der Hochschule Bremerhaven am Freitag und Sonnabend rund 50 Oberstufenschüler aus der Seestadt, dem Landkreis und Bremen gewonnen. Wie bei einem Barcamp üblich geht es dabei auch etwas lockerer zu: Das Programm wird spontan gestaltet und alle duzen sich.

„Wir wollen Schüler und besonders Mädchen für die MINT-Fächer begeistern, für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik“, erklärt Stefanie Uhe, Mitarbeiterin im Projekt „Früh übt sich“ der Hochschule Bremerhaven, das vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und die Heinz-Nixdrof Stiftung gefördert wird. „Sie sollen ihre Scheu verlieren und Berührungsängste abbauen“, formuliert Andreas Menslage, Technischer Angestellter der Hochschule und für den Seqway-Workshop verantwortlich. Schließlich hätten viele der Schüler in ihrem Leben noch nie programmiert oder gelötet.

Im Lötworkshop werden Platinen mit Widerständen, Dioden und Co. bestückt. Mit den LEGO-Bausteinen der Mindstorms-Reihe bauen und programmieren die Schüler kleine Roboter, die dann Aufgaben lösen oder sogar Messdaten liefern. Ein Vortrag beleuchtet die Geschichte der Robotik. Im Workshop „Intelligente Kleidung“ spielen die jungen Teilnehmer mit weißen Handschuhen selbstkomponierte Musik ab – dank leitfähiger Garne und eines Mikrokontrollers.

„Nach den zwei Tagen fühlen sich die Schüler fast heimisch bei uns“, meint Stefanie Uhe. Und während der Zeit sind sie wirklich mehr in der Hochschule als zu Hause: Frühstück, Mittagessen und Abendessen gibt es in der Mensa. Abends wird gemeinsam im Hörsaal Wii gespielt und Popcorn selbst gemacht. „So etwas könnte ruhig öfter stattfinden“, ist denn auch die einhellige Meinung der Schüler.

Durchgeführt werden konnte dieses erste Bremerhavener ROBO Barcamp dank der Auszeichnung der Hochschule Bremerhaven durch den Stifterverband für die deutsche Wissenschaft und die Nixdorf-Stiftung. Im Rahmen des Hochschulwettbewerbs „Nachhaltige Hochschulstrategien für mehr MINT-Absolventen“ war die Tagung ein Projekt im Konzept „Früh übt sich“ – Schüler auf experimentellen Spuren des Studiums“. Mit insgesamt 270.000 Euro fördern der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und die Nixdorf-Stiftung die Vorhaben der Hochschule Bremerhaven.

Am Ende der Workshopzeit hallt ein freudiges Lachen durch die Hochschulflure, denn der Wheelie fährt. Reent Schlegel wagt eine rasante Fahrt. „Das ist ein bisschen kippelig“, sagt der 16-Jährige, „aber ein gutes Gefühl.“ Schließlich hat er selbst an dem rollenden Gefährt gearbeitet, die Programme geschrieben, die Theorie verstanden – ein Erfolgserlebnis beim ROBO Barcamp 2010.

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