Studierende der Hochschule Bremerhaven bringen Trendsport in die Seestadt

Die Tarp Surfer "in Action". Von links nach rechts: Niklas Piatkowski, Kristoffer Görg, Moritz Eichert, Hai-Xang Duong, Heiko Löhr, Lewin Probst.
Die Tarp Surfer "in Action". Von links nach rechts: Niklas Piatkowski, Kristoffer Görg, Moritz Eichert, Hai-Xang Duong, Heiko Löhr, Lewin Probst.
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Tunnelblick starr geradeaus, eine Welle fällt, ringsherum nur Blau, immer weiter bis zum Ende. Doch nass wird hier keiner, denn was hier Wellen schlägt, ist nicht das Meer, sondern eine Abdeckplane. Und am Ende der „Welle“ wartet nicht der Ozean, sondern die Seestadt. Studierende der Hochschule Bremerhaven haben das erste offizielle Tarp Surf Team Deutschlands gegründet.

„Es fühlt sich genau wie echtes Surfen an“, schwärmt Heiko Löhr, der sonst auch gerne auf echten Wellen unterwegs ist. „Und dabei ist es ganz simpel“, schiebt Niklas Piatkowski nach, „man braucht nur eine Plane und ein Skateboard.“ So ziehen die Jungs durch die Stadt, auf der Suche nach Spaß und ungewöhnlichen Orten, an denen sie ihre Plane ausbreiten können. Weder Geeste-Mole noch Havenwelten sind vor ihnen sicher.

Auch wenn es nicht immer leicht ist, aus der Plane ein Stück Ozean zu machen. „Der Wind hier an der Küste macht es schwer – wir mussten lange herumtüfteln“, erinnert sich Kristoffer Görg. Der Student der Maritimen Technologien ist der „Wavemaster“ der Truppe, der Herr der Wellen: „Keiner zieht eine Welle so wie er“, lobt ihn Löhr. Tarp Surfen ist Teamarbeit. „Mehr Leute, mehr Ideen, mehr Stile, mehr Spaß“, formuliert es Löhr.

Die Trend- und Fun-Sportart war bis dato nur in Amerika und Australien und kaum in Europa zu finden. Bis die Bremerhavener Studierenden davon hörten. „Wir sind jetzt früh im Trend und können den Trend mitgestalten“, freut sich Piatkowski. Sie wollen Tarp Surfen populärer machen und auf „ein neues Level bringen“. Ihr Können und nebenbei die schönsten Ecken der Seestadt zeigen die Tarp Surfer in einem Internet-Video auf, dem ersten aus Deutschland und professioneller als die meisten aus dem Rest der Welt – komplett produziert von Studierenden der Hochschule Bremerhaven.

Gefunden hat sich das „Tarp Surf Team Germany“ in der Bürgermeister-Smidt-Straße 133. Das ist nicht nur ein Haus mit 14 Studenten-WGs und rund 40 Studierenden - unter dem Logo „OneThreeThree“ ist es auch eine Denkfabrik für jungen Lifestyle. Sie sind eine buntgemischte Truppe, kommen aus Berlin, Frankfurt, Mannheim oder Hannover, studieren Cruise Industry Management, Betriebswirtschaftslehre oder Maritime Technologien. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Anfang 20 sind, an der Hochschule Bremerhaven studieren und den Kopf voller Ideen haben.

„Kreativer Input aus verschiedenen Städten fließt in unserem Haus zusammen, und wir versuchen, diesen als Output in unsere Studentenstadt Bremerhaven fließen zu lassen“, erklärt Piatkowski den Anspruch. Denn sonst sei alles gut: „Die Hochschule macht Spaß und hat einen guten Ruf“, sagt der Student der Betriebswirtschaftslehre. „Wir wollen nur noch etwas Szene reinbringen“, bringt es Heiko Löhr auf den Punkt. So basteln sie Fahrräder, gestalten Möbel, entwerfen T-Shirts, gründen eine Band. Und jetzt surfen sie die Abdeckplanen.

Mit ihrem Projekt „Tarp Surf Team“ wollen sie dabei auch im übertragenen Sinne Wellen schlagen und suchen einen Sponsor. „Wir wollen das seriös und professionell aufziehen“, sagt Piatkowski. Denn an Ideen mangelt es in der „133“ nicht: eine Städte-Tour, Rekordversuche mit immer größeren Abdeckplanen, ungewöhnliche Orte wie ein Flugzeug oder ein Zug oder „Tarp Surfen gegen verschmutztes Wasser“. „Da könnten wir Kinder in der Bremerhavener Innenstadt durch die Plane surfen lassen“, überlegt Heiko Löhr.

„Aber auch wenn aus all den Plänen nichts wird“, sagt Niklas Piatkowski, „solange es uns Spaß macht, machen wir trotzdem weiter.“ Mit vielen Ideen, einem Skateboard und einer meeresblauen Abdeckplane.

Link auf YouTube www.onethreethree.de

Zugehörige Dokumente

Zurück zur Übersicht