„Für alle Notlagen auf See gewappnet“ – Kinder-Uni an der Hochschule Bremerhaven

Gero Klemke und Urthe Gebauer zeigen bei der Kinder-Uni, wie ein Rettungsring funktioniert
Gero Klemke und Urthe Gebauer zeigen bei der Kinder-Uni, wie ein Rettungsring funktioniert
Quelle: Hochschule Bremerhaven

„Stellt euch vor, ich bin euer Schiff“, appellierte Stefanie Schmidt an die Fantasie der Acht- bis Zwölfjährigen. „Und jetzt gebt ihr mir einfach alles, was ihr zum Überleben auf dem Meer braucht und ich nehme es mit an „Bord.“ Bei der Kinder-Uni der Hochschule Bremerhaven hatten Gero Klemke, Museumspädagoge des Deutschen Schiffahrtsmuseums und erfahrener Seemann, und seine Assistentin den Hörsaal kurzerhand in einen Übungsraum für „Seenotrettung und Seenotrettungsmittel“ verwandelt. Ob Rettungsreifen, Seekarte, Signalflaggen, Feuerlöscher, Kompass oder Paddel - den Referenten fast kein Gegenstand zu schwer, um den neugierigen Nachwuchsforschern die wichtigsten Gegenstände live zu zeigen.

Lebensgefahr bestand im Hörsaal der Hochschule natürlich nicht, doch selbst für meterhohe Wellen in einem tosenden Sturm bei Windstärke 7 wäre Gero Klemke gewappnet gewesen. So tummelten sich die Kinder sofort um die Kiste, aus der die vielen Mitbringsel nach und nach ihren Weg in die vielen Hände zum Fantasieschiff fanden. „Was jetzt kommt, kennt ihr alle - aber ihr glaubt nicht, dass es überlebenswichtig ist auf einem Schiff“, ließ Klemke die Spannung steigen. Mit einem Mal hielt er eine Rolle Klopapier in die Luft und ihm schlug lautes Gelächter entgegen. Auf hoher See sei mit mangelnder Hygiene gar nicht zu Spaßen, mahnte der erfahrene Seemann lächelnd. Auch daran, dass niemand an der berüchtigten Skorbut leiden musste, war gedacht: Mit leuchtenden Augen umringten die Kinder den Referenten, als er seine Schokolade verteilte. Diese köstliche Krankheitsvorsorge bereitete allen Teilnehmern der Kinder-Uni sichtlich Genuss und Freude.

Zum Schluss durften sich alle Kinder noch einmal wie Schiffbrüchige fühlen. Klemke legte jedem fachmännisch Rettungswesten an, darunter auch eine moderne Ausführung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger (DGzRS). „Ein GPS-Sender sorgt dafür, dass man überall auf der Welt gerettet werden kann“, erläuterte der Referent. Begeistert von dem anschaulichen Vortrag des Museumspädagogen waren die Kinder anschließend mit dem Know-how für den Ernstfall auf hoher See gerüstet.

Mit dem Vortrag „Seenotrettung und Seenotrettungsmittel“ machte Gero Klemke den Auftakt der neu konzeptionierten Kinder-Uni an der Hochschule Bremerhaven. Anstatt wie bislang an einem Samstag im Mai drei Vorlesungen hintereinander zu hören, werden künftig in unregelmäßigen Abständen, Angebote für wissbegierige Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren gemacht. „Auf diese Weise können sich die Nachwuchswissenschaftler das ganze Jahr lang mit ganz unterschiedlichen Themen beschäftigen. Außerdem haben sie durch wechselnde Wochentage ein umfangreicheres Terminangebot und müssen nicht immer ein Jahr auf die nächsten spannenden Stunden im Hörsaal warten“, sagt Urthe Gebauer, Organisatorin und Mitarbeiterin der Kontaktstelle Schule-Hochschule in der Stabsstelle Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Die nächsten Termine für die Kinder-Uni werden bereits vorbereitet.

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