Schüler-Ingenieur-Akademie – Hochschule Bremerhaven als Partner im Modellprojekt

Prof. Dr. Roland Behrens erklärt Schülern den Schiffsmotor
Prof. Dr. Roland Behrens erklärt Schülern den Schiffsmotor
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Wie wird der Brennstoffverbrauch eines Schiffes gesenkt? Wie können Autos umweltfreundlicher hergestellt werden? Und wie werden Güter möglichst kostengünstig transportiert? Fragen, die Schüler des Gymnasiums Athenaeum und der Jobelmann-Schule BBS I aus Stade in den nächsten Monaten an der Hochschule Bremerhaven erarbeiten. Im Rahmen des Modellprojekts „Schüler-Ingenieur-Akademie“ können die Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 an der Hochschule Bremerhaven aus den Bereichen Schiffbetriebstechnik, Transportwesen/Logistik, sowie Produktionstechnologie ihr wissenschaftliches Thema für die abiturrelevante Facharbeit auswählen. Zum Auftakt des mehrmonatigen Projekts stellten jetzt drei Professoren ihr Fachgebiet und mögliche Aufgabenstellungen vor.

Prof. Dr. Dieter Heimann vom Studiengang Transportwesen/Logistik erklärte, wie wichtig die logistikgerechte Verpackung für die effiziente Gestaltung von Transportketten ist. Hierbei gilt es insbesondere, Güter vor den einwirkenden Belastungen in Form von Stapelstauchdrücken, Stößen, Schwingungen und Klimaveränderungen zu schützen. Im Bereich der Schiffbetriebstechnik ging es vor allem um Energieeffizienz und Schadstoffminimierung. „Denn steigende Kraftstoffpreise und auch für die Schifffahrt verschärfte Abgasgrenzwerte stellen die Branche vor neue Herausforderungen“, so Prof. Dr. Roland Behrens. Welche Auswirkungen das Gewicht eines Automobils auf den Treibstoffverbrauch hat, erklärte Prof. Dr. Günter Deiler vom Studiengang Produktionstechnologie: „Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen Gewicht und Treibstoffverbrauch. Jedoch kann man aufgrund sicherheitstechnischer oder komfortorientierter Zielstellungen nicht einfach Bauteile weglassen, sondern muss das Gesamtkonzept verschlanken. Zum Beispiel durch Verwendung neuartiger Werkstoffe wie Aluminium, als Werkstoff für Elektrokabel.“ Im Anschluss erhielten die Schüler detaillierten Einblick in die einzelnen Praxislabore. „Die technische Ausstattung der Hochschule Bremerhaven ist beeindruckend. Ich könnte mir durchaus vorstellen hier zu studieren“, meint Schüler Jonas Bauer vom Athenaeum.

„Das Modellprojekt soll naturwissenschaftlich und technisch interessierte Schüler fördern und ihnen berufliche Perspektiven aufzeigen. Außerschulische Lernorte, wie die Hochschule Bremerhaven sie hier bietet, bilden hierfür die Grundlage“, erklärt Stefanie Uhe, Koordinatorin seitens der Hochschule Bremerhaven und Mitarbeiterin im Projekt „Früh übt sich – Schüler und Schülerinnen auf experimentellen Spuren des Studiums“ in der Stabsstelle Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Das Besondere an dem Modellprojekt sei die feste Verankerung im Lehrplan. „Wir stehen für die Bearbeitung der Themen immer beratend zur Seite und öffnen unsere Türen zu den Praxislaboren“, so Uhe. Und auch Dr. Hans-Otto Carmesin, Leiter des Seminarfachs am Athenaeum, ist glücklich über die Zusammenarbeit: „Es ist eine große Bereicherung und rundet unser Angebot für die Schüler perfekt ab“, freut sich der Lehrer für Mathematik und Physik.

Von Januar bis Ende März 2012 finden dann die Gruppenarbeiten statt, außerschulisch alle 14 Tage nachmittags sowie nach frei vereinbarten Terminen. Sie werden als Projektarbeiten gewertet, die Teil des Abiturs sind. Bei der Zusammensetzung der Gruppen sollen die Schüler beider Gymnasien zusammengebracht werden. Die Professoren der Hochschule Bremerhaven freuen sich schon jetzt auf die Arbeit mit ihren Nachwuchsingenieuren.

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