Studierende erarbeiten länderübergreifende Kooperationsprojekte

Studierende der Hochschule Bremerhaven auf dem Weg zur Partnerhochschule École de l’Environnement et du Cadre de Vie aus Jouy-en-Josas (TECOMAH) nahe Versailles
Studierende der Hochschule Bremerhaven auf dem Weg zur Partnerhochschule École de l’Environnement et du Cadre de Vie aus Jouy-en-Josas (TECOMAH) nahe Versailles
Quelle: Hochschule Bremerhaven, Prof. Dr. Tamara Fallscheer

Wein, Brot und Käse – diese drei Lebensmittel bildeten den Ausgangspunkt der diesjährigen deutsch-französischen Hochschulkooperation. Gleich zwei Kooperationsprojekte führten Studierende der Hochschule Bremerhaven und der Partnerhochschule École de l’Environnement et du Cadre de Vie aus Jouy-en-Josas (TECOMAH) nahe Versailles gemeinsam durch. So stand in Frankreich eine vergleichende Marktanalyse für die drei Lebensmittelbranchen auf dem Projektplan – in der Seestadt Projekte zu Windenergietechnik, Aquakultur/Maritime Technologien sowie Lebensmittelvermarktung.

Seit 2003 kooperieren die Hochschule Bremerhaven und TECOMAH, die dank der gut eingespielten Kooperationsbeauftragten Elisabeth Hemme (TECOMAH) und Prof. Dr. Tamara Fallscheer (Hochschule Bremerhaven) in Form solcher Projekte mit Studierenden kontinuierlich gelebt wird. So fuhren in diesem Jahr zehn Studierende des Bachelorstudiengangs Lebensmitteltechnologie/ Lebensmittelwirtschaft der Hochschule am Meer mit Zahlenmaterial und Fakten zu deutschen Verzehrs- und Einkaufsgewohnheiten sowie zu Anbieterstrukturen und Produktions- und Absatzmengen von Wein, Brot und Käse im Gepäck nach Jouy-en-Josas. Unter Anleitung ihrer Fachdozenten Susan Moreau, Sylvain Aubry und Prof. Dr. Tamara Fallscheer erarbeiteten die Studierenden gemeinsam die Fakten.

Neben dem fachlichen Know-how stand auch der interkulturelle Austausch im Mittelpunkt: Englischübungen zum Aufwärmen oder kulinarische Einblicke unter dem Motto „Vin et Art de la Table“ im Lehrrestaurant der TECOMAH waren dazu eingeplant. „Vom korrekten Tischdecken bis hin zur Auswahl des richtigen Weins zum vorgegebenen Käse konnten die Studierenden selbst Hand anlegen“, berichtet Prof. Fallscheer. Besichtigungen der Champagner-Kellerei Pannier in Château-Thierry, der Kathedrale von Reims, des Großmarkts Rungis und der Lehrbäckerei der Ecole Supérieure de Cuisine Française in Paris, in der die Studierenden viel Wissenswertes rund um die qualitätsbeeinflussenden Parameter beim Backen von Brot und Gebäck aus französischer Sicht erfuhren, rundeten die Projekttage in Frankreich ab.

Zum Gegenbesuch kamen 20 Masterstudierende aus dem Kurs „Manager du Développement d’Affaires en Agroalimentaire“ mit ihren jeweils zwei Betreuern in die Seestadt. Drei Kooperationsprojekte zu den Themen Windenergietechnik, Aquakultur und Vermarktung von Tiefkühllebensmitteln mussten innerhalb von zwei Wochen bearbeitet werden. So stellten sich die Studierenden im Bereich der Windenergie die Frage, wie und unter welchen Bedingungen ein fiktives Unternehmen einen Windpark konzipieren kann. Prof. Henry Seifert bot den Studierenden neben einer einführenden Fachvorlesung zu Windenergietechnik windenergetische Highlights in und um Bremerhaven. Bei der Ausarbeitung des Projektthemas „Einrichtung einer Aquakulturfarm“ halfen der Gruppe Einblicke und Informationen rund um das IMARE und das Aquakulturzentrum von Prof. Dr. Bela Buck sowie eine sachkundige Führung durch Herrn Prof. Dr. Carsten Harms im Bio-Nord, wo neben der Projektvorstellung auch Versuche durchgeführt und demonstriert wurden. Bei der Vermarktung von Tiefkühllebensmitteln erwartete die Studierenden neben einer Vorlesung rund um die Anbieter sowie die Absatzkanäle für Tiefkühllebensmittel in Deutschland und die Entwicklung der Handelslandschaft in Deutschland im Vergleich zu der in Frankreich eine sensorische Analyse von Produkten im Sensoriklabor des Technologie Transfer Zentrums an der Hochschule Bremerhaven unter fachlicher Anleitung von Kirsten Buchecker. Exkursionen zu fischverarbeitenden Unternehmen durften natürlich auch nicht fehlen. Und trotz des umfangreichen fachlichen Programms, blieb noch Zeit für die Freizeitgestaltung: eine Stadtrundfahrt mit dem Hafenbus, ein Besuch des Deutschen Auswandererhauses durften ebenso wenig fehlen, wie der Besuch des Hamburger Hafengeburtstags und das ausgelassene Feiern auf der Hochschulfete.

„Es waren ereignisreiche und eindrucksvolle Wochen, die bei allen Beteiligten noch sehr lange in Erinnerung bleiben werden“, so Prof. Fallscheer. Und dass diese Studienfahrten nicht nur fachlich gelungen seien, sondern überhaupt realisiert werden konnten, ist den „Financiers“ zu verdanken: Zuschüsse wurden gewährt vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, über das Erasmus Teaching Mobility Programm, das DAAD PROMOS - Programm sowie vom Dekanat des Fachbereichs 1.

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