Wie der Fisch zum Stäbchen wird – Kinder-Uni an der Hochschule Bremerhaven

Wie werden Fischstäbchen hergestellt - bei der Kinder-Uni testeten Kinder selbst
Wie werden Fischstäbchen hergestellt - bei der Kinder-Uni testeten Kinder selbst
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Sie sind goldbraun gebacken, circa zehn Zentimeter lang und ein Favorit auf Kindertellern: Fischstäbchen. Jetzt wurden die Leckereien zur Hauptattraktion im Hörsaal. Bei der Kinder-Uni der Hochschule Bremerhaven zeigte Dr. Florian Baumann, QA Manager bei Frozen Fish International GmbH, den Acht- bis Zwölfjährigen „wie der Fisch zum Stäbchen wird“- verzehrfertiges „Anschauungsmaterial“ inklusive.

Bei solch einer Frage liegt es nahe, dass die jungen Forscher dem Geheimnis am besten selbst mit allen Sinnen auf die Spur kommen. Zu diesem Zweck hatte der Referent alle Zutaten mitgebracht, die aus einem Fisch ein richtiges Fischstäbchen machen. Was Verbraucher zu Hause nämlich nicht zu Gesicht bekommen, breitete der Referent vor den staunenden Kinderaugen aus: nackte Stäbchen sowie Panade und Semmelbrösel seperat. Mit flinken Fingern vollendeten die Nachwuchsforscher das Werk aus den Filetstangen – matschige Hände durften dabei nicht fehlen.

In dem neuen Konzept der Kinder-Uni an der Hochschule Bremerhaven sind Experimente und kleine Versuche zum selber machen möglich. „Es muss nicht immer eine Vorlesung im klassischen Sinne sein, die die Nachwuchswissenschaftler erwartet“, so Urthe Gebauer, Organisatorin und Mitarbeiterin der Kontaktstelle Schule-Hochschule in der Stabsstelle Marketing und Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule Bremerhaven. In unregelmäßigen Abständen, an wechselnden Wochentagen und Uhrzeiten, bietet die Hochschule Bremerhaven Acht- bis Zwölfjährigen ab sofort spannende Stunden im Hörsaal an. Dabei variieren die Themen und die Art der Wissensvermittlung bei jedem Referenten, was die Neugier und Vorfreude weiter steigern soll.

So war die „Arbeit“ diesmal mit der Eigenproduktion noch lange nicht vollendet. „Welcher Fisch steckt im Stäbchen? Wo wird er gefangen und wie viele Fische müssen ins Netz gehen, damit die Fließbänder niemals still stehen?“ – diesen Fragen ging der QA Manager mit den Kindern gemeinsam auf den Grund. Dabei durfte das ein oder andere verzehrfertige Exemplar seinen Weg in die hungrigen Bäuche finden.

„Fischstäbchen sind nicht nur lecker, sondern auch gesund“, sagte Dr. Florian Baumann. Eiweiß und Jod enthielten sie und das relativ fettarme Fischfilet, sei reich an ungesättigten Fettsäuren, die wertvoll für die Ernährung seien. Im direkten Vergleich schlage ein Fischstäbchen damit jede Bockwurst. „Ein Grund mehr, warum alle Fischfangnationen nachhaltige Maßnahmen ergreifen, um die Meere nicht leer zu fischen“, so Dr. Baumann. Schließlich soll das Fischstäbchen auch noch für Generationen das Lieblingsessen vieler Kinder bleiben und Bremerhaven ein Hauptproduktionsort. Denn rund die Hälfte aller deutschen Fischstäbchen kommt aus der Seestadt.

Übrigens: Alaska Seelachs steckt in den Stäbchen und manche Schiffe aus den USA fangen alle vier Stunden rund 70 Tonnen, damit bei der dazugehörigen Fabrik die Fließbänder nicht stillstehen. Mit diesem Know-how versetzten die Kinder ihre Eltern beim Abendbrot sicherlich ins Staunen – denn sie brachten nicht nur ausreichend Fischstäbchen, sondern auch viele Fragen und Antworten mit nach Hause.

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