Erlebnisvortrag „25 Jahre Antarktisforschung“ am Donnerstag, den 19. April

25 Jahre Antarktisforschung
25 Jahre Antarktisforschung

Eisbrecher, Motorschlitten, Pistenbulli und Polarflugzeug – am Donnerstag, den 19. April, wirft Dr. Hans Oerter einen persönlichen Rückblick auf 25 Jahre Antarktisforschung. Zu dem Erlebnisvortrag des Wissenschaftlers um 19 Uhr laden das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft und die Hochschule Bremerhaven in den Vortragssaal der Hochschule am Meer (Gebäude T, An der Karlstadt 8). Der Eintritt ist frei.

Elfmal führten Expeditionen den Eisforscher (Glaziologen) Dr. Hans Oerter seit 1987 in die Antarktis. Mit dem Forschungseisbrecher Polarstern oder den Polarflugzeugen des Alfred-Wegener-Instituts gelangte er über das eisbedeckte Weddellmeer auf das Schelf- und Inlandeis. Seine Expeditionen setzte er dann mit motorisierten Schlittenzügen fort, um an weit entfernten Stellen der Antarktis Schnee- und Eisproben für spätere Laboranalysen zu sammeln. In einem bildstarken Vortrag berichtet er über seine Erlebnisse auf diesen Expeditionen und möchte die Neugier der Studierenden und Polarforschungsinteressierten am einzigartigen Naturraum Antarktis wecken. Als maritime und praxisorientierte Hochschule freut sich die Hochschule Bremerhaven ganz besonders über solch attraktive Einblicke in die wissenschaftliche Arbeit.

In den 1980er und 1990er Jahren stand das Filchner-Ronne-Schelfeis-Projekt im Mittelpunkt der glaziologischen Arbeiten des Alfred-Wegener-Instituts. Diese Untersuchungen trugen dazu bei, Antworten auf die Fragen nach Aufbau, Bewegung und Massenhaushalt des größten Schelfeises der Antarktis zu finden. Die Arbeiten auf dem Schelfeis waren verbunden mit mehrwöchiger Traversentätigkeit und Leben in kleinen Camps auf dem Eis. „Nicht alle Tage herrscht Sonnenschein auf dem Eis, Wind, Schneedrift oder White-Out führten uns in extreme Situationen, in der manch Alltägliches zum wirklichen Problem wird“, berichtet Oerter von seinen Erlebnissen.

Seit Mitte der 199Oer Jahre verlagerten sich die Arbeiten in das Dronning-Maud-Land mit dem Ziel, durch den fast 3000 Meter dicken Eisschild bis zum Grund zu bohren. Um den besten Bohransatzpunkt zu erkunden, galt es wieder mit Schlittenzügen auf Reisen zu gehen. Nachdem die Kohnenstation auf dem Eis auf 2892 Meter Meereshöhe gebaut war, konnte mit den Bohrarbeiten begonnen werden. 25 Personen waren während vier antarktischer Sommer aktiv um den 2774 Meter langen Eiskern zu bohren, in dem Informationen über das Klima von mehr als 800.000 Jahren archiviert sind. Die Eisproben ging mit Polarstern zurück nach Bremerhaven. „Tempera mutantur, nos et mutamur in illis“, bilanziert Oerter - die Zeiten ändern sich und wir ändern uns in ihnen. Wie zeigt der Wissenschaftler Interessierten am Donnerstag, den 19. April, ab 19 Uhr.

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