„Flucht auf der Elbe“ – Bremerhavener Filmpremiere am 9. Januar im CINEMOTION

Filmplakat "Flucht auf der Elbe"
Filmplakat "Flucht auf der Elbe"
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Es ist eine Geschichte, die in keinem Geschichtsbuch steht. Es ist die Geschichte zweier unterschiedlicher Menschen, deren Lebenswege sich im April 1948 in Decín an der Elbe kreuzen. Es ist die Geschichte einer Flucht auf der Elbe. Eindrucksvoll verbinden die Filmemacher Prof. Dr. Holger Rada, Leiter des Studiengangs Digitale Medienproduktion an der Hochschule Bremerhaven, und Uwe Rada, Autor und Journalist, ein Stück europäischer Geschichte mit der Familiengeschichte ihres Großonkels. Am Montag, den 9. Januar, wird der 1-stündige Dokumentarfilm erstmals in Bremerhaven gezeigt. Premiere im CINEMOTION BREMERHAVEN (Karlsburg 1 in Bremerhaven) ist um 18 Uhr, mit anschließender Diskussion. Der Eintritt kostet 5 Euro an der Kinokasse.

„Flucht auf der Elbe“ ist ein Film über Widerstand gegen die Diktaturen, über Menschen, die die Heimat verlassen mussten, und über diejenigen, die sich im nunmehr vereinten Europa auf Spurensuche begeben. So erzählt der Film die Flucht des ehemaligen tschechoslowakischen Finanzministers Feierabend vor dem Hintergrund einer Familiengeschichte. Feierabend drohte nach dem kommunistischen Februarputsch in Prag ein Schauprozess. Die Flucht auf der Elbe war für ihn die einzige Möglichkeit, in den Westen zu entkommen. Für seine Fluchthelfer, den Elbschiffer Josef Novák und seine Frau Štepánka, war es die Chance, etwas Geld beiseite zu legen. Ihr großer Traum: Amerika.

„Ein fantastischer Film. Was er erzählt und wie er es erzählt“, kommentierte der Filmkritiker Knut Elstermann auf dem internationalen Filmfestival in Cottbus. Besonders eindrucksvoll ist nicht zuletzt die Machart des Films: erzählt wird die Geschichte von Menschen, die sich an die Flucht selbst oder an Erzählungen erinnern. Protagonisten sind Ivo Feierabend (Sohn von Ladislav Feierabend), Hana Sláviškova und Aleš Sláviš (Nichte von Josef Novák und ihr Mann), Peter Geier (Neffe von Josef Novák), Jirí Aster (Direktor der „Tschechisch-Sächsische Häfen GmbH“) und Jaroslav Šonka (Publizist). Eine geschickte Kombination aus Vergangenheit und Gegenwart macht die Probleme von damals und heute präsent. Denn das Land, in das die Nováks nach der Wende zurückkehren, ist ein anderes geworden. Josef Novák kann nun endlich seine Geschichte von den Deutschen und Tschechen, von Flucht und Rückkehr in die Sudeten erzählen. Auch das Leben von Ivo Feierabend, dem Sohn des 1969 verstorbenen Ladislav Feierabend, ist ein anderes. Er pendelt zwischen den USA und Prag, um die Erinnerung an seinen Vater wach zu halten.

„Flucht auf der Elbe ist eine Heimatgeschichte ohne Heimattümelei“, so die Filmemacher. Mit ihrem Film dokumentieren Holger und Uwe Rada die Geschichte ihres Großonkels Josef Novák aus einer europäischen Perspektive. Deutsche, Tschechen und Amerikaner sind Teil einer gemeinsamen Erzählung – und der Fluss, der 1948 die spektakuläre Flucht auf dem Elbkahn CSPL 346 ermöglicht hat, fließt durch ein fast grenzenloses Europa.

Weitere Informationen unter www.flucht-auf-der-elbe.de und in der-Januar-Filmvorschau des CINEMOTION Bremerhaven unter www.cinemotion-kino.de

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